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FESTIVALGUIDE JULI-AUGUST 2007
Geschrieben von Markus Tofalo   
Donnerstag, 19. Juli 2007
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OPENAIRS UND FESTIVALS BISHER AUSVERKAUFT

festivalguideDer Run auf die grossen Festivals bleibt ungebrochen. Im Gegensatz zum Vorjahr ist er sogar weiter angestiegen. «St.Gallen», «Frauenfeld», viele kleine Festivals und schliesslich das «Paleo», das jedes Jahr etliche Wochen zuvor innert Rekordzeit die Verkaufsfront schliessen kann, waren vor Toröffnung schon ausverkauft.

Auch das «Greenfield» in Interlaken kann sich über viel Zulauf freuen, genauso wie die vielen kleineren Anlässe, die bereits stattgefunden haben. Der Wirtschaft geht es gut, das Geld sitzt lockerer als auch schon und Petrus meinte es bisher nicht schlecht. Viel Freude bereiten auch die Musiker.
Auch die kommenden Wochen versprechen viel Freude. Das «Gurtenfestival», das neue «Summer Days Festival», das «Heitere» oder die «Street Parade» stehen noch bevor. Und mit ihnen viele spannende Künstler.

Das TREND MAGAZIN verlost 70 Festivalpässe

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ELEKTRONISCHE SOMMERBEATS

elektrosommerFür die einen ist der Sommer rockig. Sie pilgern an ihr Lieblingsfestival und feiern zur Musik ihrer Stars. Für die anderen ist die warme Zeit jene der Partys. Partys in Clubs, im Urlaub oder an der alljährlichen «Street Parade». Und für sie erscheint jährlich im Juli eine Flut von CDs. Für sie klingt der Sommer elektronisch.

Über den Titel dieses Specials wurde in der Redaktion lange gebrütet. Klar war, dass darin die «Street Parade» mit ihren Begleitanlässen, CD-Releases und deren DJs thematisiert werden sollen. Doch die folgenden 14 Seiten einfach «Street-Parade»-Special zu nennen, würde den unbestritten grossen Anlass doch zu stark ins Zentrum stellen. Die Zeiten, in denen die grösste Technoparty der Schweiz eine ganze TREND-MAGAZIN-Ausgabe prägte, liegen im letzten Millennium. 1999 nahmen zwei Drittel der Werbeinserate und in der Folge auch die Hälfte der Redaktion Bezug auf das «Street-Parade»-Datum. Diese Bedeutung hat sie nicht mehr.
Die Parade hat zweifellos ihre Anziehungskraft. Sie hat auch ihren Stellenwert. Ihre Magie, den Reiz des Neuen und Frischen, den hat sie zugunsten einer jährlich wiederkehrenden Veranstaltung – einer unter mehreren – verloren. Die «Street Parade» wurde von der echten Demo zum Volksfest, das auch in der Werbung der Tourismusverantwortlichen Zürichs gerne erwähnt wird. Für die immer weniger werdenden Teilnehmer und die immer mehr werdenden Zuschauer (und Hobbyknipser), für die Zürcher Clubs und Partyveranstalter, auch für die DJs wurde die «Street Parade» zum Ritual.
Während früher jede Party ab 2000 Besuchern sich mit einer eigenen CD-Serie schmückte, sind für die Plattenfirmen heute nur noch die Partys nach der Parade selber inklusive Letzterer eine CD-Produktion wert. Demzufolge ist für den Fan elektronischer Tanzmusik der Sommer wie Weihnachten. Und im Fahrwasser des sommerlichen Technohypes veröffentlichen etliche DJs ebenfalls ihre Mixscheiben. Und um diese Releases geht es auf den nächsten Seiten. Das TREND MAGAZIN stellt diese CDs und vor allem ihre Mixer vor.
DJs als Megastars? Sie stellen sich gerne mit den grossen Namen im Musikgeschäft gleich. DJs reden über ihre CD-Releases vielfach ähnlich wie Rockstars über ihre Alben. Sie sprechen von Inspirationen und Inhalten, geniessen den Ruhm als Star. Hinter jeder gemixten CD steht ein Mixer. Einige DJs sind auch in der Trackproduktion tätig, andere geben dies vor, stellen aber im Hintergrund Profis an, um für sie die für den Marktwert so wichtigen «eigenen» Tracks zu produzieren. Und wieder andere sind echte leidenschaftliche Plattenleger, die auch dazu stehen, nicht mehr sein zu wollen. Sie alle geniessen das Leben als «Stars» – viele führen sich auch gerne so auf, mit hohen Gagen und Allüren gegenüber Fans, Veranstaltern und Presse. DJs als CD-Stars? Dieser Trend scheint den Zenith erreicht zu haben. Die «Street Parade» selber, aber auch viele Mix-Compilations aus dem Ausland oder nun auch das OXA nennen ihre Mixer nicht mehr grösser als z.B. den Covergestalter. Somit stellen sie die darauf enthaltene Musik, die einzelnen Tracks wieder in den Fokus. Doch dies werden Ausnahmen bleiben.
Das Publikum braucht Gesichter. Und dazu braucht es die zu Stars aufgebauten DJs – auch wenn manche von ihnen die für sie verfügbaren Tracks am Computer zusammenmixen – die künstlerische Arbeit sich also in Grenzen hält. Verfügbare Tracks? Genau, denn die Produzenten und Verleger der einzelnen gemixten Tracks wollen auch ihren Anteil am CD-Verkauf. Für manche ist es eine Ehre, für andere ein Geschäft, auf der neuen CD z.B. von SIR COLIN zu sein. Manche Wunschtracks sind unbezahlbar für die Verwendung auf CD. Die Trackzusammenstellung ist also nicht immer DJ-Sache. Folglich ist auch falsch, deren CDs «Alben» oder gar «Künstleralben» zu nennen. Vielmehr sind es «Compilations». Von einem Album kann dann die Rede sein, wenn wenigstens die Hälfte der Tracks unter dem Namen des Mixers stehen. Das TREND MAGAZIN hält sich an diese Definition.
Die «Street Parade» prägt den musikalischen Sommer also entscheidend mit. Und mag sie auch ihre Frische der Anfangszeit etwas verloren haben. Sie bleibt die grösste derartige Parade der Welt – nach dem Ableben der Berliner «Love Parade» ohnehin. Letztere hat Lizenzen an andere Standorte verkauft. Die Zürcher wurden nicht übermütig, hielten der Verlockung der grossen Vermarktung stand. Das hielt sie am Leben. Zu hoffen wäre, dass sich die Leute des Mottos «Respect» bewusst sind, dass die «Street Parade» doch noch einen Funken Demo bleibt.
Die zahlreichen direkt oder indirekt im Zusammenhang mit der «Street Parade» erscheinenden CDs bringen Farbe und Stimmung, geben den Takt an. An Partys, zuhause, im Auto, beim Training, im Leben – im Radio oder auf dem MP3-Player. Darum der Name dieses Specials: «Elektronische Sommerbeats».

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 08. August 2007 )
 
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