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Geschrieben von Matthias Haller
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Freitag, 05. März 2010 |
JETZT KOMMT BEWEGUNG INS SPIEL
Die NINTENDO «Wii» hat sich dank ihres innovativen Steuerungssystems zum Topseller entwickelt. Vor allem die Gelegenheitsspieler, die sogenannten Casual-Gamer, sind auf den Zug aufgesprungen, was der Konkurrenz natürlich nicht verborgen geblieben ist.
SONY und MICROSOFT blasen deshalb zur Grossoffensive und haben beide Bewegungssteuerungskonzepte für ihre eigenen Konsolen angekündigt. Wir haben die aktuellen Infos zusammengetragen und stellen die Konzepte auf dieser Seite kur vor.
«PROJECT NATAL»
MICROSOFTs Lösung nennt sich aktuell «Project Natal» und erinnert auf den ersten Blick an die Sensorleiste der «Wii». Doch das unscheinbare Gehäuse hat weit mehr drauf, als nur Handbewegungen zu erfassen. Vielmehr behält die Kamera in der Leiste den ganzen Körper des Spielers im Auge und setzt sämtliche Bewegungen auf digitale Avatare um. Zudem ist «Project Natal» mit einem Tiefensensor ausgestattet, der auch Bewegungen nach vorne und hinten registrieren kann. Dies funktioniert offenbar alles einwandfrei und eröffnet völlig neue Möglichkeiten – zumindest wenn man den bisher veröffentlichten Videos Glauben schenken darf. Kampfsportspiele bekämen so z.B. eine sprichwörtlich völlig neue Dimension, da die Tritte und Schläge sowie das Ausweichen 1:1 vom Spieler übernommen würden. Dasselbe gilt für Fussballspiele, wo man den Ball quasi wirklich vor sich herdribbeln muss. Auch in Sachen Skateboarding bietet die Technik ungeahnte Möglichkeiten. So soll man sein echtes Skateboard via Bilderkennung ins Spiel übertragen können und steuert seinen Avatar dann auf dem realen Vorbild über den Bildschirm. Die Steuerung funktioniert dabei ähnlich wie in «Tony Hawk Ride», einfach ohne Zusatzcontroller. Auch in Sachen Familienentertainment soll viel geboten werden, und von der Quizshow mit Spracherkennung über digitale Modeschauen will man einiges auffahren. Schafft es MICROSOFT, alle angekündigten Features umzusetzen, dann steht uns hier etwas Revolutionäres ins Haus.
«MOTION CONTROLLER»
SONY hütet sein bis dato simpel als «Motion Controller» betiteltes Projekt wie ein Staatsgeheimnis, und lässt kaum Infos nach aussen dringen. Der Controller sieht aus wie ein Stab mit einer Kugel oben drauf. Damit lässt sich jedoch nicht zaubern, sondern in der Kugel befinden sich Bewegungs- und Beschleunigungssensoren, die es ermöglichen sollen, selbst komplexe Bewegungsabläufe exakt zu übertragen. Selbst Kreisbewegungen und Neigungen des Handgelenks sollen für die Wunderkugel kein Problem darstellen. Da die «EyeToy»-Kamera ebenfalls unterstützt wird, soll man sich in den Spielen zudem selbst auf dem Bildschirm agieren sehen. Genau wie «Project Natal» lässt die Grafik dieser neuen Spiele den Konkurrenten «Wii» deutlich hinter sich. Um den 3D-Effekt in Zukunft auch visuell sichtbar zu machen, ist es wahrscheinlich, dass zukünftige Spiele mit einer entsprechenden Brille ausgeliefert werden, womit wieder ein Schritt in Richtung virtuelle Realität gemacht wäre.
Nicht mehr lange, dann steht zumindest «Project Natal» für geneigte Käufer bereit. Werden wirklich alle Ziele so konkret umgesetzt, wie es angestrebt wird, dann muss sich NINTENDO warm anziehen. Die neuen Bewegungstechnologien scheinen nämlich nicht nur ausgereifter, die passenden Spiele dazu sehen auch deutlich besser aus als auf der von Haus aus leistungsschwächeren «Wii». Bewegungsmuffel müssen sich aber keine Sorgen machen, denn der handelsübliche Controller, die Maus oder Tastatur werden nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden. Das Bild vom Videogamer als fauler «Couch-Potato» muss aber vielleicht bald revidiert werden, denn wer schon einmal auf der «Wii» geboxt oder sich ein Fitnessprogramm angetan hat, weiss, dass das Spielen so verdammt anstrengend und schweisstreibend sein kann.
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