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AURA DIONE PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Shqipe Sylejmani   
Freitag, 05. März 2010
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Aura Dione ist eine Mischung aus Fantasie und Barbie – wunderschön und doch echt, zurückhaltend und doch markierend. Das TREND MAGAZIN hat die junge Dänin ge­troffen und erfuhr etwas über wahre Lei­denschaft oder Liebe, Zerstörung und Ver­trauen und über das hässliche Entlein.


aura-dione.jpgWährend sie ihren Blick stur auf ihr Glas gerichtet hat, nutze ich den Moment, um die junge Dame vor mir zu analysieren. In ihren Songs schreit sie nach völliger Freiheit in einem engen Raum oder stellt eine lebendige Farbe dar in einem Schwarz-Weiss-Film. AURA DIONE macht den Un­terschied. Sie hat ein Bein über das andere geschlagen und schaut auf ihre Finger. Vier Nägel sind violett lackiert, einer ist orange. Sie fragt nach meiner Lebensgeschichte und zeigt ihre unbekümmerte Neugier am Leben der anderen. Plötzlich erzählt sie von ihrem ersten Paar High Heels (giftgrün), welche sie sich mit elf Jah­ren gegönnt hatte, und erwähnt dann ihre Lieblings­geschichte – die des hässlichen Entleins. Während sie spricht, verdeckt ihr Pony immer wieder ihre auffällig geschminkten Au­gen: grüner Lid­schatten, welcher ge­gen die Au­genmitte ins Gelbe wechselt, und eine rote Umrandung kürt dann ihr selbstgemachtes Werk. «Ich mache alles allein – meine Kleider, mein Make-up, meine Songs, mein Leben – schliesslich weiss auch nur ich allein, was ich möchte!»
Sie ist Faszination. Ihr erstes Album «Colum­bine» ist soeben erschienen und die Glocken läuten Sturm – seit Monaten wird ihre erste Single­auskopplung «I Will Love You Mon­day» rauf- und runtergespielt. Doch so aufmunternd der Song sich anhört, ist er nicht. «Es geht darum, erst einmal eine Beziehung zu sich selbst aufzubauen, bevor man sich an eine andere Person wendet. Erst wenn man sich jeden Tag, also 365 Tage lang, mögen kann, kann man dies auch von jemand anderem erwarten!» Die Tiefgrün­digkeit in ihren Texten und die Vielfalt in ihrer Stimme machen «Co­lumbine» zu dem, was es ist: eine Abnorm. Es trifft sich Gefühl mit Ver­wirrung – wie in «Glass, Bone, Crash». Sie beschreibt  Glas, welches durch absichtliches Rütteln einer Person auf den Boden fällt und in tausend Scherben zerbricht – und dieses Glas ist dein Herz.  Wohingegen «Lully Good­bye» durch Verwunderung rührt: eine Hom­mage an die Blindheit einer Schein­zu­nei­gung, eingeflochten in eine Art Gute-Nacht-Lied.
AURA lebt im Hier und Jetzt. Die gerade mal 23-jährige Dänin möchte keine Zeit verschwenden. «Wenn ich zum Beispiel etwas kaufe, ziehe ich es sofort an. Ich wollte nie eine dieser alten Frauen werden, in deren Schränken Kleider hängen, die nie oder selten getragen wurden. Der perfekte Moment ist doch der jetzige?!» Sie macht Musik, weil es ein Drang ist, Gefühle zu erläutern. Sie hat geliebt und hat auch schon verloren, so seien die Wege des Lebens. Mit ihren Eltern reiste sie um die Welt, in Ibiza lernte sie dann ihren jetzigen Produzenten kennen. Heute spielt sie auf Bühnen Gitarre und singt das Lied von Sophie («Song for Sophie»). Und wir wundern uns über die Selbst­sicherheit, ihren Weg so perfekt zu gehen, als sehe sie ihn vor ihrem geistigen Auge. AURA, möchtest du perfekt sein? «Nein, aber ich wünschte ich könnte, perfekt für jemanden sein.»
«Columbine» ist eine Mischung aus Munter­macher und Therapie, für Sängerin und Zuhörer. «Are You for Sale» bietet eine provokative Einsicht und in «You Are the Reason» schliesst sie mit allem ab. Mit jedem weiteren Song erfährt man mehr über die Person AURA DIONE und ihre Wahr­neh­mung, ihr Wesen, ihr Sein. AURA steigt auf den Stuhl und lässt sich noch schnell vom Fotografen ablichten, dann schaut sie verwirrt um sich herum. Es ist eine sonderbare Atmo­sphäre, doch sie ist schön. AURA DIONE ist eines dieser Wesen, dir ihr Leben für sich selbst leben, und genau diese Einzelheit ist an ihr wohl am meisten zu bewundern.


Album: «Columbine» (Island / Universal)
www.aura-dione.de
 
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