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Geschrieben von Barbara Wilder
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Donnerstag, 05. Mai 2011 |
MOVIESTERNCHEN UND ANDERE KÜNSTLER

Los Angeles ist in aller Leute Munde als die Stadt, in der Stars geboren werden. Aber nicht nur Moviesternchen zieren hier den Hollywood Boulevard. Künstler aller Sparten und Kontinente pilgern, wohnen und arbeiten in der Stadt der Engel. Manchmal hat man gar den Eindruck, Künstler sein zu müssen, um hier leben zu dürfen.
Ganz so ist das natürlich nicht und doch gibt es in Los Angeles einen Ort, an dem man tatsächlich Künstler sein muss, um dort wohnen zu können. Der BREWERY ARTS COMPLEX ist ein Wohnkomplex mit Lofts im Industriegebiet von Downtown Los Angeles. Der «Artist-In-Residence Code», übersetzt «Künstlerresidenz-Kodex», erlaubt es bildenden Künstlern, diese eigentlich industriell genutzten Räume auch zu bewohnen. Diese künstlerische Wohngemeinschaft öffnet zweimal jährlich die Türen ihrer Studios für den berühmten «Art Walk». Zu dieser Zeit kann man dann auf diesem weltweit grössten Kunstkomplex über Stunden von Loft zu Loft schlendern. Es werden Arbeiten von über 100 teilnehmenden Künstler gezeigt. Da fällt es dem einen oder anderen schwer, eine Auswahl zu treffen, welche Kunstwerke er direkt aus des Künstlers Wohnung erstehen und mitnehmen möchte.
Die Werke dieser Ausstellung könnten vielseitiger nicht sein. Die Mannigfaltigkeit erstreckt sich über traditionelle sowie alternative Fotografie, Malerei aller Epochen und innovative Bildhauerei. Auch Skurriles kann bestaunt werden. So findet man gekreuzigte Osterhasen, Kunststoffäxte mit Blümchenmuster, ein Aquarium, das die Illusion erlaubt, Fische an der Zimmerdecke schwimmen zu sehen neben einem, mit Sojasauce gemalten Gemälde, welches das Gesicht einer japanische Frau mit Mundschutz zeigt. Es wurden Skulpturen aus Teppichfasern, Kronkorken, Computerfestplatten und ähnlich ungewöhnlichen Materialien erschaffen, welche die Fantasie aller Anwesenden beflügelt und den Kunstgenuss in höhere Sphären hebt.
Zwischen all den Illustrationen wirkten MARILYN und «Oscar» als Schachfiguren, ein überdimensionaler Teppich, der SIEGFRIED & ROY mit ihrem Tiger zeigt, sowie RAY CHARLES und BOB DYLAN in Holz geschnitzt wie aus einem Souvenirgeschäft der Extraklasse.
Ein Künstler namens MITCH HENSON war unter all den bildenden Künstlern des Wochenendes zu finden. Im Zuge seiner Sympathie und Empathie für den asiatischen Raum versteigerte er seine Bilder zugunsten der Erdbebenhilfe für Japan. HENSON kam vor einigen Jahren von Charleston, South Carolina, nach Los Angeles. Ursprünglich wollte er nach seinem Biologie- und Kunststudium anatomischer Zeichner werden. Heute bemalt er hauptberuflich die Kreidetafeln der Supermarktkette TRADER JOE’S. Das ist übrigens ein ehrenwerter Beruf in Los Angeles und keineswegs zu unterschätzen, zählt doch neben den künstlerischen Schriftzügen auch die Bildhauerei zu seinen Aufgaben, wenn diverse Skulpturen für Marketingzwecke benötigt werden. Los Angeles gibt dem talentierten Künstler noch eine Möglichkeit, um von seinem Können leben zu können. Er wird regelmässig gebucht, um seine Gemälde an die Wände von Einkaufszentren, Apartmentkomplexen und Bahnhöfen zu zaubern. An diesem Tag verkauft MITCH HENSON jedenfalls seine beiden Bilder zu einem stolzen Preis und stiftet den Erlös dem AMERICAN RED CROSS.
Ein Künstler unter Tausenden, die hier nach neuen Möglichkeiten suchen, diese durchaus finden, um ihre Kunst und Ideologie mit uns teilen zu können.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. September 2011 )
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