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Geschrieben von Rebecca Hügi
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Freitag, 04. Februar 2011 |
«MEINE MUSIK IST ECHT UND DIREKT»
Nach einer eingängigen Studie der Sitzbezüge eines Pendlerzuges ist Sänger IVO AMARILLI aka BABY GENIUS mit einem Britpopalbum der Extraklasse zurück.
Der 23-jährige Innerschweizer sorgte bereits 2008 für musikalische Überraschungen und besingt nun weiter Themen aus dem ganz normalen Alltagswahnsinn. Sein neues Werk trägt den Namen «Razzmatazz» und vereint nachdenkliche Texte mit eingängigen Melodien. Das TREND MAGAZIN hat den Musiker getroffen und mit ihm über Frauen, Meinungsverschiedenheiten und natürlich über Musik gesprochen.
TREND MAGAZIN: Dein neues Album steht nun in den CD-Läden. Der Titel «Razzmatazz» klingt ganz schön ungewöhnlich. Was hat es damit auf sich? – Ich habe den Namen zufällig durch ein Übersetzungsprogramm entdeckt. Es ist das englische Wort für «Durcheinander», was mein neues Album auch gut beschreibt. Ausserdem hört sich «Razzmatazz» alles andere als alltäglich an, wodurch ich mich für diesen Titel entschieden habe.
Im Song «Razzmatazz» geht es um das Muster der Sitzbezüge eines Pendlerzuges. Sind solche Gedanken die Risiken und Nebenwirkungen eines Generalabos? – Ich denke schon (lacht). Ich bin zu der Zeit, als der Song entstand, sehr viel Zug gefahren und versuchte, im Muster der Sitzbezüge immer irgendein System zu finden. Leider vergebens! Dann nach drei Monaten habe ich es aufgegeben und dachte, dass das doch mal etwas anderes wäre, worüber man einen Song schreiben könnte.
Im Song «Girls 2001» geht es um Frauen. Wie ist denn das weibliche Geschlecht so? – Es geht um aufgesetzte Frauenfreundschaften. Beide Frauen halten sich für besonders cool, obwohl es eigentlich keine von beiden ist. Solche Geschichten habe ich in meinem Freundeskreis schon oft gehört.
Und wie müsste die perfekte Frau denn sein? – Eine richtig tolle Frau ist selbstbewusst, aber nicht aufgesetzt. Zudem sollte sie einfach sich selbst sein können und sich nicht immer von Kolleginnen und den Medien beeinflussen lassen.
Beschreibe bitte das neue Album in einem Satz. – Es ist echt und direkt.
Du hast 2008 in der Musikszene Fuss gefasst. Wie hat sich dein Musikstil seither verändert? – Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass die Songs nicht immer nur laut sein müssen, sondern dass es sich durchaus auch einmal ruhig anhören darf. Ich kann sagen, dass ich meinen musikalischen Horizont in diesen Jahren erweitert habe. Die Songs sind vielseitiger geworden und mehr durchdacht als vorher.
Und du bist nicht mehr als Einzelkämpfer, sondern als Band unterwegs. Wie fühlt sich das an? – Gut. Zusammen hat man viel mehr Ideen und bemerkt vielleicht auch einmal etwas, was dem anderen nicht aufgefallen wäre. Meinungsverschiedenheiten gibt es natürlich auch aber durch Diskussionen findet sich eigentlich immer eine Lösung.
Ihr tourt nun fleissig durch die Schweiz. Warum soll man gerade ein BABY-GENIUS-Konzert besuchen? – Weil wir das Publikum zum Schwitzen bringen, die Musik viel lauter als auf der CD ist und wir die Freude an der Musik mit anderen teilen wollen.
Album: «Razzmatazz»; www.babygenius.ch; Live: siehe Seite 6
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