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BEING AZEM
Geschrieben von Markus Tofalo   
Montag, 08. Februar 2010
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EINBLICK HINTER DEN KAMPFSPORTRING

Der Film «Being AZEM» erzählt die Ge­schichte eines Kosovaren und seines Aufstiegs zum erfolgreichsten Thaiboxer der Welt.


being-azem.jpgMilano 1994: Innerhalb von nur drei Jahren erklimmt der 19-jährige Winter­thurer AZEM MAKSUTAJ nach Schwei­zer- und Europa­meis­ter­schaft den Olymp des Thaiboxens und wird bis dahin jüngster Welt­meis­ter aller Zei­ten. Zwölf Jahre später und 10 kg schwerer steht MAKSUTAJ im Herbst seiner Karriere im BELLAGIO-Hotel in Las Vegas vor dem wichtigsten Kampf seines Lebens. Gewinnt er im Super­schwer­­­­ge­wicht gegen die «K-1»-Legende RAY SE­FO, erhält er eine Wildcard für das Halb­final­tur­nier der 16 bes­ten Kämpfer der Welt. Azem wäre damit der Teilnahme am «K-1 Grand-Prix Finale» in Tokyo so nah wie noch nie zuvor in seinem Leben. Hier war vor ihm nur ein Schweizer – sein ehemaliger Trainer, Vorbild und Förderer ANDY HUG.
«Being AZEM» entführt den Zuschauer auf eine Reise in die Welt des Kampf­sports und zu einer seiner eindrücklichs­ten Persönlichkeiten. Die beiden Filme­macher NICOLÒ SETTEGRANA und TO­MIS­LAV MESTROVIC begleiteten MAKSUTAJ während eineinhalb Jahren über drei Kontinente hinweg. Dabei erhält der Zuschauer intime, spektakuläre und selten gezeigte Einblicke in die private Le­bens­welt eines Profi­sport­lers.
Für die beiden Macher ist «Being AZEM» mehr als nur ein Kampfsportfilm. «Es ist ein Film über das Leben ganz allgemein. Und das ist häufig spannender als jede erfundene Geschichte», sagt TOMISLAV MESTROVIC. «Da wir beide Secondos sind, verstehen wir uns in einem gewissen Mass als Brückenbauer zwischen den Kulturen. Und das Gleiche war auch bei ‹Being Azem› unser Ziel: den Zuschauern, ob nun fachkundig oder nicht, einen Zugang zu etwas zu bieten, das sie nicht kennen und sich von alleine vielleicht nie dafür interessiert hätten.» Ge­dreht wurde auf der ganzen Welt, von Win­terthur über Bangkok, Las Vegas bis Priština.
Das Thema Kampfsport ist nicht unproblematisch. Auch MESTROVIC kam zuerst das Wort «Kampf» und erst da­nach das Wort «Sport» in den Sinn, wie er sagt. Nach den Erfahrungen in den letzten drei Jah­ren habe sich dies um 180 Grad geändert. «Vor allem der Aspekt des Kampfes gegen sich selber ist sehr ausgeprägt. Was sich AZEM in diesen drei Jahren nicht alles gequält hat. Unglaub­lich», meint MESTROVIC. «Nor­male Men­schen müssten wahrscheinlich schon nach einem ‹normalen› Kick gegen den Unterschenkel einen Gips anziehen. Diesen Aspekt verstehe ich bis heute nicht.»
Der Film zeigt klar, dass hinter einem erfolgreichen Kampfsportler ein Leben voller Disziplin, Verzicht und hartem Training steckt. Vielleicht animiert er den einen oder anderen zu einer Thaiboxing-Lauf­bahn – wohl eher schreckt er aber davon ab.

«BEING AZEM»; Regie und Buch: TOMISLAV MESTROVIC, NICOLÒ SETTEGRANA; 86 min; Kinostart: 25.2., Premiere: 24.2.; KIWI Kinocenter Winterthur; www.beingazem.ch

 
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