Aktuelle Ausgabe
Das aktuelle TREND MAGAZIN:
Hier online
Wer ist online
Aktuell sind 26 Gäste Online
Besucher: 9574568
Archive
-
Dezember, 2009
-
November, 2009
-
Oktober, 2009
-
September, 2009
-
Juli, 2009
-
Juni, 2009
-
Mai, 2009
-
April, 2009
-
März, 2009
-
Februar, 2009
|
Home TREND Journal Games BODYCOUNT
|
Geschrieben von Matthias Haller
|
|
Freitag, 09. September 2011 |
SEELENLOSE BALLERORGIE

Die Freude war gross, als mit „Bodycount“ der inoffizielle Nachfolger des Action-Spektakels „Black“ angekündigt wurde. Nun ist die Enttäuschung gross, den der neue Shooter entpuppt sich als uninspiriertes Dauergeballere. Weshalb „Bodycount“ bei uns nicht punkten konnte, erfahrt ihr in diesem Review.
„Bodycount“ versteht sich bewusst als Fun-Shooter, bei dem es einzig und allein auf die Action ankommt. Deshalb ist die Story um die Organisation Target, die überall auf der Welt für Chaos und Zerstörung sorgt, nur schmückendes Beigemüse, um die nächsten Feuergefechte zu rechtfertigen. Als Agent der Weltpolizei Network wird man global in den Einsatz geschickt, den Missetätern das Handwerk zu legen. Natürlich nicht diplomatisch mit Worten, sondern mit bleihaltigen Argumenten in allen Grössen und Formen.
Es nimmt kein Ende…
Schon nach wenigen Minuten weiss man, was einen das restliche Spiel durch erwartet: Man rusht mehr oder weniger durch die Levels und plättet eine Gegnerwelle nach anderen. Dazu greift man auf die obligatorischen Ballermänner wie Shotgun, MG & Co. zurück, wirft mit Granaten und Minen um sich oder schnitzt seinem Gegenüber bei Nahkontakt ein Muster in den Körper. Die KI-Gegner erweisen sich dabei als äusserst aggressiv und stürmen in der Regel wie blind auf einen zu. Das hat zur Folge, dass man sich irgendwo verschanzt und Welle um Welle über den Haufen mäht, bis das nächste Missionsziel aktiviert wird. Dazu kommt noch, dass dies in den immer selben Schauplätzen stattfindet, was das repetitive Spielgefühl sogar noch verstärkt.
Deconstruction
Ein Hauptmerkmal des Spiels liegt auf der zerstörbaren Umgebung, wobei auch hier nicht alles klein zu kriegen ist. Weshalb die eine Mauer bei Explosionen in Einzelteile zerbricht, die nächste aber nur ein paar Kratzer davonträgt bleibt ein Geheimnis und ist unterm Strich inkonsequent. In jedem Shooter gibt es die allseits beliebten explosiven Fässer, doch in „Bodycount“ scheint ein Aktionskünstler am Werk zu sein, der Unmengen davon in den Levels verteilt. Natürlich verstecken sich Gegner mit Vorliebe genau dahinter, was nicht gerade für ihre Intelligenz spricht. Splitterndes Holz, zerbrechende Scheiben und berstende Häuser sind zwar ganz nett, da hat „Battlefield Bad Company“ aber gezeigt, wie man es besser und spektakulärer macht.
Lichtblicke
Dafür hat „Bodycount“ optisch wenigstens etwas zu bieten, und überzeugt mit nette Effektspielereien und Lichteffekten. Die Grafik wirkt dank greller Farben sehr comicmässig, und bewegt sich insgesamt im Mittelfeld. Gegen ein Präsentationsfeuerwerk, wie z.B. im gerade erschienen „Resistance 3“, sieht der Titel jedoch kein Land. Etwas seltsam muten auch die Orbs an, die erledigte Gegner verlieren. Diese könnten direkt aus „Crackdown“ stammen und erfüllen in „Bodycount“ eine ähnliche Aufgabe. Hat man genug davon gesammelt, lassen sich vier Spezialfähigkeiten aktivieren: Radar, Spezialschuss, Adrenalin und Air Strike. Das mach den Kohl aber auch nicht mehr fett.
Fazit: „Bodycount“ kann weder seinem inoffiziellen Vorgänger „Black“ (PS2) noch aktuellen Shooter-Highlights wie „Resistance 3“ auch nur annähernd das Wasser reichen. Das Ganze wirkt seelenlos und motiviert vielleicht gerade mal für 5 Minuten, danach ist die Luft einfach raus. Trotz solider Technik und guter Spielbarkeit, wobei man sich an das Deckungssystem erst einmal gewöhnen muss, will der Spielspassfunke einfach nicht zünden. „Bodycount“ wirkt wie ein Shooter aus einer vergangenen Epoche, einfach im neuen Gewand. Hätte man das Zerstörungs-Feature konsequenter durchgezogen und etwas mehr Liebe in das Missions- und Level-Design gesteckt, dann hätte aus dem Titel durchaus brauchbare Action-Kost werden können. Angesichts der aktuellen und kommenden Shooter-Konkurrenz kann „Bodycount“ jedoch nicht überzeugen, dafür hat es aktuell viel bessere Alternativen am Markt.
„Bodycount“; Action, First Person Shooter; PS3-Version (XBOX 360); (Codemasters)
Wertung: 60%
+ Zerstörbare Umgebung
+ Solide Grafik und Präsentation
+ Gute Spielbarkeit
- Monotoner Spielablauf
- Nicht alles Zerstörbar
- Immer gleiche Gegner
- Wirkt uninspiriert und altbacken
- Zu wenig Abwechslung
- Lahmes Missions-Design
- Gewöhnungsbedürftiges Deckungssystem
|
|
Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. September 2011 )
|
|
|