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CAPTAIN AMERICA: SUPER SOLDIER
Geschrieben von Matthias Haller   
Montag, 25. Juli 2011
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POTENZIAL VERSCHENKT
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Keine Comicverfilmung ohne passendes Spiel. So macht sich Captain America aktuell nicht nur im Kino auf, die Armee von Red Skull zu besiegen, sondern auch auf der heimischen Konsole. Wie der erste eigene Videospielauftritt des Captains gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.


Als wäre der Kampf gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg nicht schon genug, müssen sich die Alliierten nun auch noch mit den Schergen von Oberbösewicht Red Skull rumschlagen. Der schickt eine Armee von technisch aufgerüsteten und gentechnisch veränderten Supersoldaten in den Kampf, letztendlich mit dem Ziel die Weltherrschaft zu erobern… so wie Bösewichte dies halt gerne tun. Der Einzige, der hier noch helfen kann ist Captain America, seines Zeichens selbst eine hochgezüchtete Einmann-Armee, aber mit dem Herz am rechten Fleck. In der Rolle des kostümierten Kämpfers prügelt man sich durch 15 Missionen, nur bewaffnet mit  seinen Fäusten und dem legendären Schild in Flaggen-Optik.


Ein Mann und sein Schild

Der Captain ist ein Mann alter Schule und hält nicht viel von Feuerwaffen. Aber wer so einen Wumms hinter seinen Schlägen drauf hat, der kann auch gut und gerne darauf verzichten. Das Kampfsystem gestaltet sich mit einem Angriffsknopf, einem für den Block und einem zum Ausweichen denkbar einfach. Kombos oder Schlagvielfalt kennt der Captain nur vom Hörensagen. Zwar darf man seinem Kämpfer hin und wieder neue Upgrades spendieren, doch die beschränken sich auf minimale Verbesserungen, vor allem des Schildes. Das darf man nämlich jederzeit auf seine Gegner werfen, die sich davon mal mehr mal weniger beeindruckt zeigen, selten auch direkt ausgeknockt werden. Bis auf wenige Ausnahmen kommt das Schild praktischer Weise immer wieder automatisch zu uns zurück. Im Kampf bewährt sich dann ein Mix aus Schildattacken, kombiniert mit einem Dauerfeuerwerk an Faustschlägen und dem kontinuierlichen Ausweichen. So sind selbst grössere Brocken, wie gelegentlich auftauchende Roboter, kein grosses Problem. Achtet man auf eingeblendete Warnhinweise, kann mit dem richtigen Timing auch eine Kontorattacke angebracht werden und wer einen der vier blauen Balken auffüllt, darf auf Knopfdruck ein mächtige Spezialattacke ausführen, die in einer schicken Slow-Motion präsentiert wird und die meisten Widersacher aus den Latschen kippt. Die Kämpfe erinnern etwas an die Raufereien aus „Batman: Arkham Asylum“ ohne jedoch deren Dynamik und Vielfalt zu erreichen.


08/15-Standardkost

Insgesamt hat man sich wohl den hochgelobten „Batman“-Teil zum Vorbild genommen, der lässt den Captain aber in allen Belangen, seien es nun die Grafik, der Sound oder das Gameplay, deutlich hinter sich. Schon allein die Animationen der Spielfigur wirken so hölzern wie bei Pinocchio kurz nach dem Aufstehen. Levelaufbau und Gameplay scheinen aus der Entwickler-Standardkiste, uninspiriert und ohne jegliche Highlights. Dazu kommen noch diverse Sound- und Grafik-Bugs, das Spiel wirkt einfach noch unausgegoren und nicht ganz fertig. Die eigentlich passable Synchronisation ist absolut nicht Lippensynchron, wodurch in den Zwischensequenzen unfreiwillige Lacher vorprogrammiert sind. Das Dauergekloppe mit den immer gleichen Gegnern wird hin und wieder durch Sprungpassagen aufgelockert. Die Spielen sich aber so undynamisch und wenig fordernd, da man quasi nur ständig auf den X-Button hämmern muss, dass auch hier nicht wirklich Spielspass aufkommt. Weshalb man hier nicht auf ein System wie in „Assassin’s Creed“ gesetzt hat, bleibt ein ungelöstes Rätsel.

Fazit: „Captain America: Super Soldier“ hat eine Stärke, und dies wäre die Lizenz. Der Kämpfer aus dem Marvel-Universum gehört für mich zu den beliebtesten Comic-Helden, und erste Trailer liessen durchaus auf eine ordentliche Umsetzung hoffen. Leider geht das Spiel ganz in der Tradition von schnell und unsauber programmierten Film-zu-Spiel-Umsetzungen einher, weshalb auch der grösste Fan des Captains eingestehen muss, dass hier deutlich mehr  hätte drinliegen müssen. Sicher, die Klopperei macht kurzzeitig Spass, was vor allem dem Superhelden-Flair zu verdanken ist. Aufgrund der erwähnten Schwächen, allen voran die Technik, schlägt sich der Cap jedoch schnell selbst K.O. Sehr schade, denn sowohl die Vorlage als auch das Spiel hätten mit etwas mehr Feinschliff und modernerem Design durchaus das Zeug zur soliden Action-Unterhaltung gehabt.


„Captain America: Supersoldier“; Action-Adventure; PS3-Version (XBOX 360, DS, Wii, 3DS); (Sega)
Letzte Aktualisierung ( Montag, 25. Juli 2011 )
 
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