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Geschrieben von Matthias Haller
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Freitag, 01. Oktober 2010 |
Komik trifft Splatter-Orgie
In Fortune City sind die Zombies los. Ein Unbekannter sorgt dafür, dass die Untoten die Stadt überrennen und schiebt die Schuld dafür Chuck Greene in die Schuhe. Der muss nun nicht nur dafür sorgen, seine infizierte Tochter zur retten, sondern auch seine Unschuld zu beweisen.
Von der erste Minute an werdet ihr im Spiel unter Stress gestellt und der hört dann auch nicht mehr auf. Entweder man wird von Zombies gehetzt oder von der Uhrzeit, die gnadenlos runtertickt und einem keine Verschnaufpause lässt. Das Spiel ist nämlich auf 72 Stunden angelegt, die Chuck Zeit hat die Hintermänner des Anschlags ausfindig zu machen, bevor die Armee eintrifft. Jede Mission und jedes Kapitel im Spiel ist in irgendeiner Weise an ein Zeitlimit gebunden. Sei es nun, dass man rechtzeitig da sein muss, um seiner Tochter das Medikament Zombrex zu spritzen, einen der zahlreichen Überlebenden vor den Untoten zu retten, oder rechtzeitig zu einem Story relevanten Zeitpunkt an einem gewissen Ort aufzutauchen. Wer Letztgenannten verpasst, für den ist zumindest die Story gelaufen und man darf lediglich die Rettungsmissionen fortführen.
Der Zeitdruck sorgt leider auch dafür, dass man die ganzen Möglichkeiten, die einem das Spiel bietet gar nicht richtig ausreizen kann. Wie schon im Erstling darf man nämlich alles was einem unter die Finger kommt als Waffe gegen die Zombies einsetzen. Neu ist, dass man alle Möglichen Gegenstände miteinander kombinieren kann, um neue Waffen zu kreieren. Vom mit Nägeln gespickten Basballschläger, über Paddel, an denen Motorsägen montiert sind bis hin zu improvisierten Flammenwerfern dürfen sich kreative Naturen hier voll und ganz ausleben. Es geht aber auch auf witzige Weise und so darf man die lebenden Toten mit Wasserpistolen malträtieren, ihnen witzige Puppenköpfe aufsetzen oder sie mit Handtaschen verdreschen. Zudem kann sich Chuck jedes Kleidungsstück anziehen, dass er im Kaufhaus findet. Die eigentlich ziemlich brutale Splatter-Orgie wird so ins Absurde getrieben, wenn man mit Kleidchen und Hut auf einem Kinderfahrrad durch die Meute heizt.
In Sachen Grafik bewegt sich der Titel auf mittlerem Niveau und beeindruckt vor allem mit der Darstellung von hunderten von Zombies die gleichzeitig durch die Einkaufspassagen streifen. Auch an Details wurde nicht gespart und man findet wirklich alles was man sich in einer Shopping Mall nur vorstellen kann auch im Spiel wieder. Dazu gesellen sich herrlich schräge Charaktere, wie eine betrunkene Casino-Angestellte, ein durchgeknallter Chefkoch oder das Kaufhausmaskottechen, das seine Rolle ein wenig zu Ernst nimmt. Doch bei allem Humor muss man auch sagen, dass der Gewaltgrad extrem hoch ist und das digitale Blut in rauen Mengen über die Mattscheibe fliesst.
Fazit: «Dead Rising 2» macht da weiter, wo der letzte Teil aufgehört hat, sei es nun beim Gameplay, dem Humor oder den endlosen Hundertschaften an Zombies. Unter der extrem brutalen Oberfläche schlummert aber eine spannende Geschichte, die einen trotz endlosen Metzeleien bei der Stange hält. Neben einigen Aussetzern der KI-Kollegen, die man retten soll, nervt vor allem das permanente Zeitlimit, dass einen das Spiel gar nie richtig geniessen lässt. Wer des englischen mächtig ist, den Deutsch gibt es weder in gesprochener noch geschriebener Form, auf Zombies steht und das 18. Lebensjahr bereits erreicht hat, der darf bei «Dead Rising 2» auf jeden Fall einen nähren Blick riskieren. Insgesamt ist das Spiel zwar kein Meilenstein geworden, bietet aber dennoch gute Unterhaltung für erwachsene Spieler.
Action Adventure; XBOX-360-Version (PS3) (Blue Castle Games/Capcom)
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