Aktuelle Ausgabe

Aktuelles Trend
Das aktuelle TREND MAGAZIN:
Hier online

Wer ist online

Aktuell sind 29 Gäste Online
Besucher: 9574682
trendmagazin-logo2008-140px.gif
Home arrow TREND Journal arrow Games arrow DRIVER SAN FRANCISCO
DRIVER SAN FRANCISCO
Geschrieben von Matthias Haller   
Mittwoch, 07. September 2011
Share this!
VERFOLGUNGSJAGDEN WIE SIE SEIN MÜSSEN
drives-sanfranciso-gr.jpg

Die „Driver“-Serie hat sich mit den letzten Teilen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Mangelnde Spielbarkeit und unausgegorene neue Spielelemente haben auch den letzten Fan vergrault. Jetzt muss es „Driver San Francisco“ wieder richten. Und so viel vorweg, das Zeug dazu hat der Titel auf jeden Fall.

Mit „Driver San Francisco“ besinnen sich die Macher wieder auf alte Tugenden, also das Fahren an sich. So stehen im Mittelpunkt spannende Verfolgungsjagden, qualmende Reifen und verrückte Stunts. Zu Fuss unterwegs ist man nie, und das ist gut so, stehen einem doch gut 150 Vehikel, von sportlich bis monströs, zur Verfügung, um die zahlreichen Missionen zu absolvieren.


Geistreiche Action

Jerricho, seines Zeichens der Obermotz und Drahtzieher allen Übels in der der „Driver“-Serie, ist endlich hinter Gittern. Doch Hauptprotagonist Tanner traut der Sache noch immer nicht, und allen Unkenrufen seines Partners zum Trotz, geschieht das Unfassbare. Während des Gefangenentransports entführen Unbekannte in einer Haudrauf-Aktion Jerricho und zu allem Übel wird das Polizistenduo in einen üblen Unfall verwickelt. Von hier ab nimmt die Story eine unerwartete Wendung, den plötzlich schwebt Tanner in Geisterform über der Stadt und kann sich in jeden beliebigen Fahrer teleportieren. Was es damit auf sich, weshalb Tanner eigentlich im Krankenhaus im Koma liegt, und was Jerricho als nächstes ausheckt, das gilt es in der auf gut 10-12 Stunden angelegten Kampagne herauszufinden.
Seit Bekanntwerden der im Spiel betitelten Shift-Funktion, waren die Meinungen eher skeptisch. Zum einen wie das Ganze erklärt und wie es sich ins Spiel letztendlich einfügen wird. Übersinnlicher Hokuspokus hin oder her, die Idee ist, wie sich nach einigen Spielminuten herausstellt, schlichtweg genial.


Car-Hoping

Da hatte einer der Entwickler wohl einen (Achtung Wortwitz) Geistesblitz, als man Tanner die Fähigkeit verliehen hat, beinah jedes Fahrzeug, dass im virtuellen San Francisco unterwegs ist, zu übernehmen. So entstehen völlig neue Lösungswege für die klassischen „Driver“-Missionen, wie z.B. Rennen oder Verfolgungsjagden. Um z.B. einem Verkehrsrowdie Einhalt zu Gebieten, kann man ihn auf gute alte Art verfolgen und so lange rammen, bis sein Gefährt den Geist aufgibt. Oder, man shiftet währen der Verfolgung kurzer Hand in ein Auto aus dem Gegenverkehr und sorgt damit für einen Frontalzusammenstosss. In Rennen hat es ich auch als vorteilhaft erwiesen z.B. mit einem Sattelschlepper einfach mal die Strecke dicht zu machen, indem man ihn quer stellt. Dieser neue Ansatz sorgt wirklich für frischen Wind im Racing-Genre und das Car-Hoping geht schon nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Später muss man dann auch mehrere Fahrzeuge gleichzeitig steuern, in dem man etwa als Zielvorgabe hat, ein Team unter auf die ersten zwei Plätze zu befördern.


Fähigkeiten braucht der Geist

Für halsbrecherische Aktionen, Stunts, Drifts und absolvierte Missionen erhält man Punkte, die man in einer der Garagen in neue Wagen oder Upgrades investieren kann. So verpasst man seinem Geister-Tanner die Fähigkeit zu Rammen, Boost einzusetzen oder eine alternative Kameraperspektive zu verwenden. Von diesen gibt es gesamt vier und für gewisse Missionen sind sogar gewisse Kameraeinstellungen vorgegeben. Apropos Missionen: Neben solchen, die die Story vorantreiben finden sich auch unzählige Minimissionen, wie „Drifte eine bestimmte Strecke“, „Erreiche eine gewisse Geschwindigkeit mit einem Bus“ oder „Springe über ein Auto“. Diese Happen für zwischendurch scheffeln nicht nur Punkte auf euer Konto, sondern machen auch süchtig. Da man alle Missionen direkt aus der Geister- bzw. Vogelperspektive anwählen kann, entfällt auch das mühsame Hinfahren mit dem Auto. So ergibt sich ein stetiger Spielfluss ohne Längen, der einen kontinuierlich bei der Stange hält. Witzig sind auch die Geschichten, die man jedes mal zu hören bekommt, wenn man in ein fremdes Auto shiftet. Hier zeigen die Entwickler wirklich Liebe zum Detail und eine Menge Humor.


Action wie im Fernsehen

Für ein riesiges Open-World-Spiel sieht „Driver San Francisco“ überdurchschnittlich gut aus, allen voran natürlich die detaillierten und lizensierten Fahrzeuge. Aber auch die Stadt selbst macht einiges her und wirkt belebt, auch wenn man bei näherer Betrachtung natürlich sieht, dass offenbar lauter Klone die Stadt bevölkern und viele Leute offenbar beim gleiche Autohändler einkaufen. Aber die Action stimmt und ist offensichtlich von Serien wie „Die Strassen von San Francisco“ inspiriert. Wenn die Reifen qualmen und man mit schleuderndem Heck um die Ecken driftet, wähnt man sich direkt in einem Spielfilm im Stil von „Bullit“ & Co. Das Handling bewegt sich irgendwo zwischen anspruchsvoll und arcade, gerade das richtige Mass um so richtig die Sau rauszulassen, aber dennoch gefordert zu werden. Man merkt deutliche Unterschiede, ob man jetzt in einem Supersportler oder einer Familienkutsche unterwegs ist. Den TV-Charakter unterstreichen auch gelegentliche Einspieler, die mit „Und bisher Driver…“ eingeleitet werden und das Geschehen nochmals in kleinen Filmschnipseln zusammenfassen.


Kommt bekannt vor

Insgesamt bewegen sich die Zwischensequenzen auf hohem Niveau, was vor allem den hervorragenden deutschen Sprechern zu verdanken ist. Da hört man viele bekannte Stimme, wie z.B. den Sprecher von CHRISTIAN BALE, aber auch viele Profis aus dem TV-Segment sorgen hier für den guten Ton. Die Dialoge zwischen Tanner und seinem Partner halten einige Lacher parat und sowieso passt die TV-Inszenierung sehr gut zum Spiel. Klar, wiederholen sich die Aufgaben irgendwann, aber dank der Shift-Funktion, der tollen Spielbarkeit und der alternativen Lösungswege hat „Driver San Francisco“ mich bestens unterhalten.


Fazit:
Tanner ist zurück, und wie. Allen Zweiflern sei gesagt, das die Shift-Funktion zwar an der Realitätsnähe der Serie rüttelt, unterm Strich aber ein deutlicher Zugewinn ist. „Driver San Francisco“ ist ein Rennspiel, das es wunderbar geschafft hat, die Waage zwischen Fahrspass und Anspruch zu halten. Auch wenn sich die Missionen irgendwann wiederholen, so bleiben sie doch immer unterhaltsam, und der schnelle Zugriff darauf gewährleistet einen stetigen Spielfluss ohne Längen. Die auf TV-Serie getrimmt Kampagne überzeugt mit professionellen Sprechern und gut gemachten Zwischensequenzen. Die Fahrzeuge sehen top aus und auch das Schadensmodell kann sich sehen lassen, wenngleich es alles andere als realistisch ist. Aber das will der Titel auch nicht sein, sondern einfach ein unkompliziertes Rennspiel mit jeder Menge Action. Für mich eines der unterhaltsamsten Racing Games seit langen, das endlich frischen Wind ins Genre bringt. Und als i-Tüpfelchen bietet der Titel einen sehr stimmigen Soundtrack, mit einem Mix aus Jazz-, Funk- und Rock-Stücken, die man jederzeit wechseln kann.

„Driver San Francisco“; Rennspiel; PS3-Version (XBOX 360, Wii, WIN PC); (Ubisoft)

Wertung: 85%

+ Sehr gute Spielbarkeit
+ Coole Shift-Funktion
+ Sehr gute deutsche Sprecher
+ Gelungene Zwischensequenzen
+ Schicke Automodelle mit Schadensmodell
+ Umfangreicher Multiplayermodus
+ Absurde, aber spannende Story im TV-Serienstil
+ Stimmiger Soundtrack


- Viele „Klon“-Autos- und Leute unterwegs
- Grafik gut, aber nicht überwältigend
- Unrealistische Unfälle
Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. September 2011 )
 
< zurück   weiter >