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DUKE NUKEM FOREVER
Geschrieben von Matthias Haller   
Donnerstag, 23. Juni 2011
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Zeig das bloss nicht deiner Freundin
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Nach einer gefühlten Entwicklungszeit von hundert Jahren ist dieser Tage nun endlich „Duke Nukem Forever“ erschienen. Ob sich das lange Warten gelohnt hat oder der Duke besser in Rente gegangen wäre, erfahrt ihr in unserem Review.

Wieder einmal greifen böse Aliens die Erde – ganz klar, dies ist ein Fall für den Duke. Der lässt sich dann auch nicht lange bitten und stürzt sich direkt ins Getümmel, aber erst nachdem er seine Blase entleert hat. Schnell noch den sauber ausgeklügelten Schlachtplan umschreiben und sich dann mit einem Raketenwerfer bewaffnet einem riesigen Monster in einem Football-Stadion stellen. Der turmhohe Zyklop stellt jedoch kein Problem dar und segnet nach zahlreichen Treffen das Zeitliche. Zum Schluss kicken wir das heraus kullernde Auge noch in bester Football-Manier über das Field Goal. Spiel, Satz und Sieg für den Duke. Doch der spektakuläre Auftakt zu „Duke Nukem Forever“ hat eine Überraschung parat, den das Geschehen zoomt aus einem Fernseher heraus und wir sehen den Duke vor der Glotze sitzen, wie er sein eigenes Videospiel zockt. Wie er das Spiel den so findet, fragen ihn die sexy Zwillingsgeschwister, die zu seien Füssen kauern. „Cool, aber nach verdammten zwölf Jahren Entwicklungszeit kann man dies auch erwarten!“, und spielt damit auf die Wartezeit auf das echte Spiel an.

Derber Charmebolzen
Von der ersten Sekunde an lässt „Duke Nukem Forever“ keine Zweifel aufkommen, dass es sich alles andere als Ernst nimmt. Anspielungen auf Filme und andere Spiele gibt es zuhauf, schräge Dialoge und Testosteron-triefende Macho Einzeiler gehören hier zur Tagesordnung. Und in welchem Spiel sonst kann man sich ein Packung Mikrowellen-Popcorn zubereiten und erhält dafür auch noch Bonuspunkte? Der Humor und witzige Einfälle wie dieser sind auch mit das Stärkste am Spiel, den technisch und inhaltlich scheinen Hauptdarsteller und Game aus den 80ern zu stammen. Im Grunde genommen macht man nicht viel mehr wie sich von einem Raum zum nächste zu bewegen, endlose Wellen von heranstürmenden Gegner in die Schranken zu weisen, und hier und da ein kleines Rätsel zu lösen. Das Ganze wurde einfach so nett inszeniert und verpackt, dass man gerne über die offensichtlich vorhanden Mankos hinwegsehen möchte. Und bis zu einem gewissen Punkt tut man dies auch gerne, allein schon um zu sehen, was sich die Entwickler als nächstes haben einfallen lassen.

Ein Spiel für Männer
„Duke Nukem Forever“ ist zweifelsohne ein Spiel von Männern für Männer. Frauen werden zu Sexobjekten degradiert, Gewalt wird legitimiert und Machosprüche zelebriert. Ein Spiel, dass man seiner Freundin niemals zeigen sollte, da man(n) sonst schnell in Erklärungsnot geraten könnte.  Mal abgesehen von der expliziten Fleischbeschau, dürften Frauen auch den Humor alles andere als komisch finden, während sich eine Männerrunde vermutlich am Boden kugeln wird, wenn der Duke Aliens meuchelt, während er sich eine Stripshow ansieht.

Fazit: Aber sind wir ehrlich, „Duke Nukem Forever“ ist weder schön, noch kann es mit zeitgemässen Animationen aufwarten oder modernes Gameplay bieten. Einzig in Sachen Sound und Synchronisation (der Duke wird von Bruce Willis deutscher Stimme gesprochen) weiss der Titel noch zu überzeugen. Die Steuerung ist hakelig, die Texturen sind matschig und die Charaktermodelle wirken künstliche und statisch. Das ist schaden, den mit einem etwas ansprechenderen Gewand hätte das Spiel durchaus das Zeug zum Hit. Wer aber auf Filme wie „The Expandables“ oder „A-Team“ steht, der wird sicher auch mit dem Duke und seinem durchgeknallten Abenteuer seinen Spass haben. „Duke Nukem Forever“ ist ein Spiel wie sein Hauptdarsteller: Rau, eindimensional und aus einer anderen Zeit, was aber durch viel Humor und Charme wieder wett gemacht wird.


„Duke Nukem Forever“; First Person Shooter; XBOX-360-Version (PS3, WIN PC); (2K Games / Gearbox)
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 24. Juni 2011 )
 
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