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EMEL
Geschrieben von Graziella Putrino   
Donnerstag, 01. Dezember 2011
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ALS MUTTER, ALS FRAU, ALS MULTIKULTI
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Die Finalisten für den nächsten «Euro­vision Song Contest» stehen fest. Mit dabei ist auch EMEL. Mit ihrem Song «She» will die mehrsprachig lebende Frau mit türkischen Wurzeln Sprachrohr für andere  Frauen in ihrer Situation sein.

Der Name EMEL bedeutet auf Deutsch Wunsch, Hoffnung. Den Babywunsch hat EMEL erfüllt bekommen. Das TREND MAGAZIN traf EMEL mit Töchterchen AYLEEN unkonventionell in einem Café in Zürich, bei Gipfeli und Cappuccino.
«‹She› ist eine Person aus meinem famili­ären Kreis. Aus der orientalischen, aus der ostdeutschen Kultur», erfährt das TREND MAGAZIN. Mit «She» will EMEL als Vertreterin in der westlichen Welt auf all die Themen wie das Verstossen oder das Ermorden einer türkischen Frau in ganz strengen traditionellen türkischen Familien öffentlich sensibilisieren. EMEL besingt diese Thematik auf sehr leichtfüssige Art: Sie lässt diese «She» mit ihrer Mutter einen Dialog führen und wirft somit existenzielle Fragen auf: Warum soll ihre Tochter so werden wie eine Mutter, die nie gelernt hat, für sich selber zu sprechen? Warum soll ein heranwachsendes Mädchen zukünftig als unterdrückte Frau leben? Dann spricht sie auch die berechtigten Zweifel als Tochter an, welche mit der Frage permanent konfrontiert ist, ob sie wie ihre Mutter sein, oder eben aus diesem Korsett ausbrechen will. Und dies mit allen Konsequenzen.
Natürlich ist ihre aktuelle türkisch-ostdeutsch-schweizerdeutsche Realität für EMEL ein willkommenes Sprungbrett: All diese moralischen und ethischen Fragen in ihrem Song betreffen sie auch ganz persönlich als Mutter einer Tochter, welche in
diametral entgegengesetzten Kulturhintergründen ihre Wurzeln hat.
«She» singt EMEL bewusst auf Englisch. «Auf Türkisch, auf Schwyzerdütsch und auf Hochdeutsch hätte dieser universale Appell nichts gebracht», betont die warmherzige Sängerin. Die Weltsprache Englisch zu wählen, ist der richtige Weg, damit alle sich mit diesem heiklen Thema, zumindest mal in Gedanken, befassen. Gedanken macht sich EMEL allerdings bereits über ihren Look, sollte sie es schaffen, die Schweiz an dem «Eurovision Song Contest» zu vertreten. «Einen bunten Schichtenlook stelle ich mir vor. Kleiderschichten, welche ich abziehen kann und plötzlich die Überraschung des Unerwarteten das Publikum erreicht», meint EMEL, die von Kleidersprache und Showbusiness viel zu wissen zu verstehen gibt.
Auch für die Begleitung hat EMEL Musiker aus dem arabischen und westlichen Raum zusammengebracht. Die orientalische Laute trifft ja direkt das Herz. In drei Minuten Songs bringt EMEL mit «She» ihre ganze Persönlichkeit, Sensualität, Intelligenz und Seele ein und gibt jeder einfachen, simplen türkischen Frau von nebenan in ihrem Wesen Nachrichtenwert. Den Sprachwissenschaftlern und Politikern überreicht sie, en passant, allerdings ganz raffiniert eine Knacknuss, denn «o» wird im Türkischen sowohl für das Pronomen «sie» als auch für «er» gebraucht! Eine Gleichberechtigung der Geschlechter wäre zumindest sprachlich bereits da. Eine menschenwürdige Gleichberechtigung erhofft EMEL durch «She» auch auf anderen Ebenen mit ihrem Song zu bewirken.


www.emelmusic.com
 
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