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Home TREND Journal Games FORZA 4
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Geschrieben von Matthias Haller
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Freitag, 07. Oktober 2011 |
DER NEUE RENNSPIEL-KÖNIG?

Der ewige Kampf um den Rennspiel-Thron geht in die nächste Runde. Nachdem «Gran Turismo 5» ja schon kräftig vorgelegt hat, will «Forza 4» nun alles besser machen. Ob die gelungen ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Also man kann sich ja darüber streiten, ob das Fahrgefühl in Rennspielen wirklich etwas mit dem Erlebnis des echten Autofahrens zu tun hat. Worüber man aber nicht diskutieren muss, ist die Tatsache ob sich eine Rennsimulation gut und nachvollziehbar steuert oder nicht. In dem Punkt hat «Forza 4» für mich ganz klar die Nase vorn, den im Vergleich zur Konkurrenz ist die Steuerung nicht nur extrem smooth und exakt ausgefallen, sondern auch das Geschwindigkeitsgefühl kommt mehr als ordentlich rüber. Man merkt genau den Unterschied, ob man ein Auto mit Front- oder Heckantrieb fährt, einen knuffigen Kleinwagen oder Supersportboliden über die Rennstrecke jagt. Und «Forza 4» hat sie alle, die Grossen und die Kleinen im riesigen enthaltenen Furhpark.
Weltreise
Das tolle an «Forza 4» ist der Spielfluss, der im Karrieremodus entsteht. Das Spiel schickt euch rund um den Globus von einer Veranstaltung zur nächsten und streut zwischendurch Events wie das «Auto-Bowling» ein. Hier gilt es nicht nur die Rundenzeit im Auge zu behalten, sondern durch gesicktes Fahren so viele Kegel wie möglich umzuwerfen. Verdiente Credits in den Rennen investiert man in neues Tuning-Zubehör für seinen Fuhrpark, der stetig wächst und um den ein oder anderen schicken Hingucker erweitert wird. Für erfolgreich absolvierte Rennen und Herausforderungen stellt einem das Spiel nämlich hin und wieder eine Auswahl von Autos zur Verfügung, aus der man sich einen Favoriten herauspicken darf. Oftmals sind dies Autos, die zwar in Sachen Leistung nicht mit dem besten Pferd im Stall mithalten können, dafür aber an Special Cups zum Einsatz kommen, wo z.B. nur bestimmte Marken und Ausführungen teilnehmen dürfen.
Extra smooth
Wie gesagt ist das Gameplay von «Forza 4» extrem smooth ausgefallen, will heissen, die Steuerung ist butterweich, direkt und immer nachvollziehbar. Zuschaltbare Fahrhilfen, wie ein Bremsassitent, eine eingeblendete Ideallinie oder eine Traktionskontrolle sorgen dafür, das Einsteiger wie Profis das optimale Fahrerlebnis erhalten, ohne sich unter- oder überfordert zu fühlen. Landet man doch mal im Kiesbett oder der Streckenbegrenzung, darf man auf einen nützliche Rückspulfunktion zugreifen, die einen an den Zeitpunkt vor dem Unfall zurückversetzt. Leider ist dies aber nur in grösseren, vorgegebenen Schritten möglich, den exakten Zeitpunkt, an dem man nochmals einsetzen möchte kann man nicht anwählen. Aber es gibt Schlimmeres…
Das Schadensmodell ist auf Wunsch nur optisch oder wirkt sich auch aus, Rennspielpuristen können sogar den Benzinverbrauch und Reifenverschleiss aktivieren.
Extra schick
Wie seine Vorgänger macht auch «Forza 4» einiges her und bedient Rennspielfreunde mit realistischen und sehr detailreichen Automodellen, die auf Grund der schicken Spiegelungseffekte im Lack beinah fotorealistisch wirken. Überhaupt sind die Lichteffekte eine echte Augenweide und sowohl die Kurse als auch die Hintergründe können sich mehr als sehen lassen. Nur etwas mehr Leben, z.B. auf den Tribünen, hätte der Atmosphäre sicher gut getan. Weshalb die Ränge bei sogenannten Top-Events stets leer bleiben, will nicht so recht einleuchten. Jede Menge Details warten auch auf Fahrer, die das Spiel aus der Cockpitperspektive geniessen. Originalgetreue Armaturen und Innenausstattungen lassen jeden Autonarr mit der Zunge schnalzen. Für die dürfte auch die Headtracking via Kinect-Sensor interessant sein, die die Kopfbewegungen des Spieler im Spiel umsetzt, und einen so z.B. Kurven einsehen lässt. Weiterer Kinect-Support, z.B. mit simulierter Lenkradsteuerung oder zum Betrachten der Automodelle sind nette Dreingaben, jedoch kein Ersatz für die Controller-Steuerung oder gar mit einem echten Lenkrad.
Extra satt
Wie ein echter Ferrari oder Lamborghini klingt kann ich nicht sagen, aber so wie man es im Spiel auf die Ohren bekommt stelle ich mir das vor. Die Motorengeräusche sind satt und wuchtig, und wenn man seinen Motor bis an die Grenze hochzüchtet, schlägt sich das auch in der Sound-Kulisse nieder. Apropos hochzüchten: Tuning-Optionen gibt es en masse und dank hilfreicher Infos und Tipps bekommt man auch ohne Mechanikerausbildung ein ordentliches Set zusammen. Kreative Naturen dürfen sich in der Lackierei austoben und Schicht um Schicht eine einzigartige Optik kreieren. Die Handhabung ist dabei denkbar einfach, aber gerade wenn man Text auf seinem Auto platzieren möchte, muss man doch etwas Geduld mitbringen. Die Lackierungen und Designs lassen sich abspeichern und jederzeit neu anbringen, die Mühe loht sich also, da man den Aufwand nur einmal betreiben muss.
Fazit: Ist «Forza 4» nun der neue Stern am Rennspielhimmel? Nun sagen wir es mal so, für mich bietet der Titel das beste Gesamtpaket und eines der besten Fahrgefühle. Während mir «GT 5» zu puristisch ist und sich teils anfühlt wie ein Ritt mit der Schneckenpost, ist «Forza 4» für mich näher dran am idealen Rennspiel. Optisch wirkt alles wie aus einem Guss, nur in Sachen Action hat z.B. «Shift 2» die Nase vorn. Alles in allem werden aber sowohl Fahranfänger wie Profis bestens bedient. Die KI-Fahrer sorgen für spannende Rennen und leisten sich sogar hin und wieder einen Fehler. So macht das Spass. Insgesamt wurde zwar mehr feinpoliert als grosse Neuerungen eingebracht, aber bei einem Rennspiel, das schon mit dem Vorgänger in der absoluten Oberklasse rangierte, ist das auch verständlich.
«Forza 4»; Rennspiel, Simulation; XBOX 360; (Turn10 Studios / Microsoft)
Wertung: 90%
+ Sehr gute Spielbarkeit
+ Fotorealistische Lack- und Spiegeleffekte
+ Detaillierte Automodelle
+ Riesiger Umfang
+ Für Einsteiger und Profis
+ Umfangreiches Leistungs- und Optik-Tunnig
+ Renn- und Spezial-Events
+ Rückspulfunktion
+ Flüssige Frame Rate
- Dezenter aber unpassender Sound im Hintergrund
- Wenig los auf den Tribünen
- Rückspulfunktion nur in Stufen möglich
- Schadensmodell wirkt unrealistisch (Kratzer)

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Oktober 2011 )
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