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Home TREND Journal Games GEARS OF WAR 3
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Geschrieben von Matthias Haller
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Freitag, 16. September 2011 |
WUCHTIGE ACTION-ÜBERDOSIS

Nach 3 Jahren Wartezeit ist es endlich da, das neue „Gears of War“. Wir haben unsere Rüstung umgeschnalt und den Lancer durchgeladen, um zu sehen wie gut der Action-Titel geworden ist. Ein Erfahrungsbericht von Matthias Haller direkt vom Planeten Sera.
Zwei Jahre nach dem Krieg gegen die Locust ist die Gefahr alles andere als gebannt. Eine neue Bedrohung in Form der Lambent, eine mutierte Unterart der Locust, überrennt den Planeten Sera. Die letzten Überlebenden flüchten sich in improvisierte Festtungsanlagen oder auf das Schiff Raven Nest, wo wir auch auf Marcus Fenix treffen. Der erfährt gleich zu Beginn, dass sein Vater nicht nur lebt, sondern auch ein Mittel gegen die Lambent gefunden hat. Durch die Körper der neue Unterart der Locust fliesst nicht nur Blut sondern auch Imulsion, die Substanz die den Krieg gegen die unterirdischen Bewohner des Planeten erst ins Rollen brachte. Welche Auswirkung dies auf die Echsenwesen hat, erfahren wir schon nach wenigen Spielminuten am eigenen Leib. Als das Schiff nämlich von den Lambent angegriffen wird, fackeln wir nicht lange und zücken die Waffe, um die Angreifer zurückzuschlagen. Nach einigen Treffern segnen die Lambent dann in einer spektakulären Explosion das Zeitliche. Vorsicht ist also geboten, wenn man davon nicht mit in den Tod gerissen werden möchte. Je nach Form und Grösse der Biester fällt auch die Explosion aus, und einige der Viecher sind gigantisch, wie sich noch zeigen wird.
Non-stop Bombast
Von Beginn an zeigt „Gears of War 3“ was den Spieler in der gut 10 Stunden langen Kampagne erwartet, nämlich Bombast-Action, die einem das Adrenalin durch den Körper treibt. Das Spiel hetzt euch von einem Shoot-out zum anderen und neigt dabei schier zum visuelle Overkill. Hier ein Horde Angreifer, da ein meterhohes Tentakelwesen und mitten drin wir, mit Granaten, MGs und einem Mini-Mech, der uns hilft die Gegner in Schach zu halten. Als wir dem Tentakelbiest schliesslich nach endlosen Salven bleihaltiger Argumente klar machen können, dass bei uns kein Platz für es ist, macht das Spiel eine Zeitsprung eine Stunde zurück und wir erleben das Ganze aus der Sicht von Sergant Cole Train und seiner Truppe. Im Vergleich zum bierernsten und wortkargen Muskelberg Marcus Fenix, geht es bei Cole und seinen Begleitern auch mal humorvoller zu. Sprücheklopfen und angeben gehört in diesem Team anscheinend zum guten Ton, was manchmal etwas albern und aufgesetzt wirkt. In Sachen Action wird man aber auch bei Cole Train mehr als gut bedient.
Man fühlt sich heimisch
„Gears“-Veteranen werden sich sofort heimisch fühlen, denn an der Spielmechanik und Steuerung wurde nicht gerüttelt, eher verfeinert. Das ist zum einen positiv, weil das Spielgefühl enorm gut rüberkommt, sprich man hat immer die volle Kontrolle über seinen Charakter, hascht wie gewohnt von Deckung zu Deckung und versucht Gegner in die Flanken zu nehmen. Das geht extrem flüssig von der Hand und spielt sich exakter den je. Negativ ist, dass man dies eben alles schon kennt, grosse Innovationen sollte man von „Gears of War 3“ nicht erwarten. Die Levels sind teils extrem schlauchförmig ausgefallen, so dass man quasi wie auf Schienen von einem Highlight zum nächsten geführt wird. Hier und da darf man sich für eine von zwei Routen entscheiden, insgesamt ist der Titel aber sehr linear ausgefallen, was angesichts der vielen spektakulären gescripteten Ereignisse aber gut zu verschmerzen ist.
Augen auf, Mund zu
„Gears of War 3“ ist, wie schon seine Vorgänger, ein echter Leckerbissen fürs Auge. An monumentalen Schauplätzen wird nicht gespart und auch die Gegner stehen dem in nichts nach. Die Licht- und Explosionseffekt sehen fantastisch aus und und die detaillierten Schauplätze laden immer wieder zum Staunen einen. Die gute XBOX 360 wird mit diesem Titel auf Unreal-Engine-3-Basis ordentlich gefordert, gar an ihre Leistungsgrenzen gebracht, was man anhand spät nachladender Texturen teils auch sehen kann. Insgesamt leistet sich der Titel aber kaum Schnitzer. Nur die KI-Kollegen stehen manchmal dumm in der Gegend rum und versperren einem den Weg. In Gefechten sind die Kameraden aber sehr hilfreich und helfen einem nicht selten aus der Patsche. Insgesamt bewegt sich der Titel sowohl optisch als auch in Sachen Sound auf einem hohen Niveau. Die deutsche Synchro ist durchaus gelungen, aber leider nicht immer lippensynchron. Dafür ist die restliche Soundkulisse sehr wuchtig ausgefallen und bringt jede Surround-Anlage zum Donnern. Abgerundet wird die Sache durch einen umfangreichen Multiplayer- und einen Zweispieler-Splitt-Screen-Modus, der zwar nicht mehr ganz so übersichtlich, dafür aber umso spassiger ist.
Fazit: „Gears of War 3“ ist ein mehr als gelungener Abschluss der Trilogie. Entwickler Epic Games fährt buchstäblich schwere Geschütze auf uns spart nicht mit Eye Candy. Wer eine Action-Überdosis sucht, der wird hier fündig, denn was in diesem Spiel abgeht ist manchmal schon fast zu viel des Guten. Die Schusswechsel mit Locust und Lambent sind auf normalem Schwierigkeitsgrad fordernd ohne dabei unfair zu werden, und dank des hohen Spieltempos kommt Langweile erst gar nicht auf. Abzüge in der B-Note erhält der Titel für seinen extrem linearen Aufbau, die teils trotteligen KI-Mitstreiter und einige Logiklöcher. An einer Stelle werden offensichtlich falsche Sound Files abgespielt. An einer anderen Stelle steht man vor einer mit einem Schloss verriegelten Tür. Anstatt diese einfach aufzubrechen steht die Truppe erst einmal ratlos davor und erst nachdem man wieder einige Gegnerwellen ins digitale Nirvana geschickt haben, fällt ihnen ein, dass man mit der Kettensäge des Lancer-Gewehrs das Schloss ja problemlos knacken kann. Dies und meterhohe Stürze, die die Truppe ohne Kratzer überlebt, bilden aber zum Glück die wenigen Ausnahme an unglaubwürdigen Momenten in der Kampagne. „Gears of War 3“ ist spektakulär, nervenaufreibend und schick inszeniert, Action-Fans mit einer 360 unterm Fernseher kommen an diesen Titel definitiv nicht vorbei.
„Gears of War 3“; Action; XBOX 360; (Epic Games / Microsoft)
Wertung: 90%
+ Sehr gute Spielbarkeit
+ Wuchtiger Sound
+ Schöne Licht- und Explosionseffekte
+ 2-Spieler-Splitt-Screen-Modus
+ Spektakuläre Inszenierung
+ Kaum Ladezeiten
+ Bombast-Action auf hohem Niveau
- Schlauchförmige Levels
- Nicht Lippensynchron
- Einige Logiklöcher
- Kleinere KI- Aussetzer
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 19. September 2011 )
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