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Geschrieben von Shqipe Sylejmani
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Donnerstag, 01. April 2010 |
MUSIK IST ZUM TEILEN DA
THE GENTLE MAN IS BACK AGAIN
Der Reggae fliesst ihm durch die Adern und Jamaica benennt er als seine zweite Heimat: GENTLEMAN begeistert auf seinem neuen Album «Diversity» mit 19 eingängigen Songs und stimmt damit eine neue Ära an. Eine Ära, in der der Mensch über seine eigenen Bedürfnisse hinwegschaut und sich den Problemen der Welt stellt.
Die ab sofort erhältliche Meisterfabrikation enthüllt Grausames genauso wie Schönes und charakterisiert den Künstler neu. Das TREND MAGAZIN hat GENTLEMAN zum Interview getroffen und erfreute sich dabei an seiner Ehrlichkeit und dem Mut, sich gegen die lauten Stimmen der Gesellschaft zu stellen. Die Beschreibung eines sozial herausgehobenen (und gütigen) Mannes trifft zu. Ihn aber zu beschreiben, ist schwierig und einfach zugleich.
Der Mann vor mir sitzt gelassen auf einem der vielen schwarzen Ledersessel und scheint von seiner sonst etwas melancholischen Art nichts an sich zu haben. Es ist das zweite Interview an diesem Morgen, und genauso gespannt wie wir scheint auch er zu sein. «Diversity» heisst das neue Werk des weltbekannten Reggaekünstlers, der Name ist Konzept.
Authentisch ist, wenn GENTLEMAN von Ungerechtigkeiten spricht. «Natürlich werden überall auf der Welt falsche Entscheidungen getroffen, und man kann auch keine einzelnen Menschen oder Völker dafür verantwortlich machen. Aber wir Menschen müssen endlich lernen, einander zu schätzen und zu respektieren.» Aus seinem Mund hört es sich nicht nach «Peace, Love and Happiness» an, sondern nach einer traurigen Wahrheit, die wir uns zu Herzen nehmen müssen. Es sind Geschichten, die in «Diversity» in die verschiedensten Facetten des Reggae verpackt worden und zu einem 19-Track-Meisterwerk zusammengekommen sind. Ob in Jamaica oder in Köln, für dieses Album hat er sich eine (hörbare) Auszeit geleistet. «Ich habe mich aber auch endlich richtig ausgelebt – habe alles Mögliche ausprobiert, bin über meine Hemmschwellen gesprungen, habe gemixt und habe schlussendlich das in der Hand gehalten, wovon ich überzeugt bin. Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man nichts mehr daran verändern darf, nur diesen Moment zu finden, ist nicht immer einfach.»
Produzent CORLEONE hat seine Handschrift auf einigen Werken hinterlassen. Sechs Wochen Jamaica lassen sich hören. Die Musik spiegelt das Leben wieder: «It no pretty», die erste Singleauskopplung, stellt sich den kritischen Gesellschaftsfragen genauso wie «The Reason». Und ob nun bei «Along the Way», dem Endprodukt einer langgeplanten Zusammenarbeit mit PATRICE («…und plötzlich traf ich ihn in Bristol an!»), oder bei «Another Melody», dem Featuring mit der ehemaligen Tourgenossin TANYA STEPHENS, «Diversity» strotzt vor Mitteilungen. Und eine geht an seine Familie: «Got to go». «Mein Vater kam früher zwar immer nach Hause, war aber nie da. Ich bin selbst oft auf Tour oder für längere Zeit in Jamaica. Doch wenn ich mit meinen Kindern zusammen bin, möchte ich auch die Zeit mit ihnen intensiv nutzen.» Ganz und gar Vater besucht er Elternabende und schaut bei seinen Texten auch auf die Wortwahl – schliesslich würden die Songs ja auch seinen Kindern vorgespielt werden.
In einer einmaligen Achterbahn der Gefühle zeigt «Diversity» vor allem Vielfalt. Die Texte, die Zusammenarbeit von Instrumenten oder das manchmal fast unüberhörbare appellieren ans Verständnis. Für Kenner ein Muss, für alle anderen erst recht. Nach drei Jahren Fast-Abwesenheit beweist GENTLEMAN, dass nur er selbst sich noch übertreffen konnte.
Album: «Diversity» (Universal, ab 9.4.)
www.gentleman-music.com
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