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GEORGE
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Freitag, 01. Oktober 2010
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ZU BESUCH BEIM «BUUREGIEL»

Es schmeckt nach frisch geernteten Randen, als GEORGE in Siselen die Türe seiner Wohnung in einem Bauernhof öffnet. Während hier die Mehrheit der 400 Leute im Dorf über das schlechte Sommer­wetter am Bielersee und die Ertragsaus­fälle klagt, geht für GEORGE und seine Band die Sonne auf.


george.jpgDrei Monate war ihr Mundartalbum «Buuregiel» in den Top Ten der Hitparade. Nach neun Jahren Bühnen­arbeit, zuerst als Coverband, dann im Seeländer­dialekt mit Geschichten aus dem Leben zwischen Biel und Ins, hat der 43-Jährige den Sprung zur nationalen Grösse geschafft. Am meisten habe ihn der Erfolg des Albums gefreut, weil es ohne Lügengeschichten in der Presse oder provokante Äusserungen, wie sie jüngst GOLÄ zur Todesstrafe machte, zustande kam, gibt George unter einem Gemälde von JIM MORRISON von sich. Der DOORS-Sänger und die ROLLING STONES seien für ihn Idole, weil sie Gefühle in Rock, aber auch Balladen wiedergeben konnten. Dass der gelernte und noch heute Teilzeit als Landschaftsgärtner arbeitende GEORGE SCHWAB ein Faible für Lieder über die Liebe hat, beweisen seine blumigen Texte. Doch der Mo­ment, wenn er seine Texte bei Öllampen am Garten­tisch hinter den Fussballtoren schreibt, sei oft ein trauriger, einsamer Akt. Dann wolle er, der Menschen so liebt und mit seiner Frohnatur auf sie zugehen kann, niemanden sehen. Dann müsse er sich als Mann seinen Gefühlen öffnen, um dann auf der Bühne festzustellen, dass sich Liedertexte, die so persönlich sind wie bei George, verändern, wie bei «Wenn chunnt dr Früehlig», einem Song über eine Hoffnung auf eine Beziehung, die aber zerbrach. Doch mit dem Erfolg in der Hitparade fand der Seeländer mit den hellblauen Augen auch wieder eine neue Freundin, mit der er gerne an den Bielersee chillen geht. Hier wird ihm nach Wohnorten wie Locarno, Lausanne und Biel bewusst, wie gerne er ein Landei ist und wohl nie ein französisches Album produzieren wird, weil er, obwohl an der Sprachgrenze lebend, lieber in der Sprache seiner Fans im Bernbiet und besonders Deutsch­freiburg singen will. Beim Gang durch das Dorf zum BÄREN, wo der Kettenraucher gerne beim Bier mit den Bauern diskutiert, begegnen wir dem Nachbarskind. Für einen Moment wird GEORGE beim Streicheln über das Haar des Kindes nachdenklicher. Ja, Vater werde er wohl nicht mehr in diesem Leben, dafür sei sein Kind die Musik und das Rock’n’roll-Leben im Moment einfach zu geil. Steigt in den roten Wagen und fährt zu seinem Konzert nach Wetzikon.

Album: «Buuregiel»
www.georgeband.ch
 
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