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I BLAME COCO
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Freitag, 05. November 2010
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STINGS TOCHTER ROCKT

Was macht man als Kind eines Superstars? Auch Musik! Doch Schluss mit den Vorbehalten: ELIOT «COCO» SUMNER nahm ihre erste CD «The Cons­tant» komplett ohne Papa STINGs Hilfe auf. Zudem schreibt und komponiert das junge Multitalent alles selber – und das Ergebnis klingt phäno­menal.


coco-trend.jpgEs gibt da den einen oder anderen Kritiker in ihrer Heimat England, der hat es sich sehr einfach gemacht. Nur aufgrund der Tatsache, dass STINGs 20-jährige Tochter plötzlich singt, wurde sie kurzerhand niedergeschrieben. Einfach so und ohne dass jemand überhaupt in die CD reingehört hätte. Ein Skandal.
Denn die Fakten sprechen für COCO: Sie fing als 15-Jährige mit dem Kom­ponieren an und hat nie mehr damit aufgehört. Aus ihrem behüteten Zuhause ist sie schon vor ein paar Jahren ausgezogen. Ihre Eltern bekamen ihr Album erst nach der offiziellen Veröffentlichung zugeschickt – von direktem Einfluss und gar Unterstützung kann also überhaupt nicht die Rede sein. Wer auf YOUTUBE recherchiert, findet zudem massenhaft Demos, fertige Songs, Videoclips und Liveauftritte von der Sängerin, die ihre Musik unter dem Namen I BLAME COCO veröffentlicht. COCO unplugged, nur sie mit Gitarre? Mutig. COCO am Abtanzen im offiziellen Clip? Einfach supercool.
Diese junge Frau hat zweifellos riesiges Talent – was ihr Debütalbum «The Constant» eindrücklich unterstreicht. Das nahm sie mit einem schwedischen Produzenten und ihrer Band auf. «Die Jungs sind meine Familie», sagt COCO beim Treffen mit dem TREND-MAGAZIN-Reporter. Ihnen vertraut sie, bei ihnen muss sie sich nicht verstellen. Spricht man mit COCO, wirkt sie ein biss­chen wie ein verschüchtertes Rehkitz. Man sieht ihr an, dass sie «jetzt ihr Ding durchziehen will», aber sonst gerne alleine ist.
COCO versucht sich hinter dickem Make-up und ins Gesicht hängenden Locken zu verstecken. Das Düstere gefällt ihr. «Ich bin in dieser Hinsicht wohl ein typischer Teenager», sagt sie und lächelt verlegen. Dass ihre Nase irgendwie zu gross ist und die Ohren ein bisschen abstehen, macht sie mit Ausstrahlung wett. Doch COCO ist hübsch – irgendwie. Wenn man ihr das sagt, wird sie nur noch verlegener. «Ich schaue doch aus wie ein Freak.»
Das ehrlich gemeinte Lob über ihre Songs freut COCO SUMNER aber dann doch – auch wenn sie fremden Leuten grundsätzlich misstraut. Unter was für verkorksten Familienverhältnissen sie wohl aufgewachsen sein muss? Fragen zu ihrem Vater STING geht sie jedenfalls am liebsten aus dem Weg. Doch sie gibt immerhin zu, dass es «schön ist, wenn die Eltern stolz auf einen sind». Dazu haben sie auch allen Grund: Denn mit der Elektropop-Hymne «Caesar», dem Achtziger-Ohrwurm «In Spirit Golden» oder dem von MOBY inspirierten «Quicker» – um nur einige zu nennen – ist COCO ein Dutzend grandioser Popsongs gelungen. Weiter so!


Album: «The Constant» (Island / Universal)
www.iblamecoco.co.uk

 
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