Aktuelle Ausgabe
Das aktuelle TREND MAGAZIN:
Hier online
Wer ist online
Aktuell sind 30 Gäste Online
Besucher: 9577317
Archive
-
Dezember, 2009
-
November, 2009
-
Oktober, 2009
-
September, 2009
-
Juli, 2009
-
Juni, 2009
-
Mai, 2009
-
April, 2009
-
März, 2009
-
Februar, 2009
|
Home TREND Journal Games INFAMOUS 2
|
Geschrieben von Matthias Haller
|
|
Montag, 06. Juni 2011 |
ELEKTRSIERENDER ACTION-REISSER

Im zweiten Teil des 1000-Volt-Open-World-Abenteuers „InFamous“ muss sich Hauptprotagonist Cole gleich mit zwei Feinden rumschlagen: einer gigantischen Bestie und den Bewohnern der Stadt New Marais, die nicht weniger als seinen Kopf fordern.
Gerade hat sich Cole von seinem letzten Abenteuer erholt, da wird Empire City erneut von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Wo wir bei uns einen Terroranschlag vermuten würden, sieht sich Cole plötzlich mit einem riesigen Biest konfrontiert. Das haushohe Ungetüm lässt sich dann auch nicht zweimal bitten unseren Helden zu verschlingen, als der versucht das Monster davon abzuhalten, die Stadt kurz und klein zu trampeln. Schnell merkt Cole, dass selbst er mit seinen elektrischen Superkräften kein Land gegen das Biest sieht, weshalb er sich mit seinem Kumpel Zeke auf nach New Marais macht, wo ein Wissenschaftler den Schlüssel gefunden haben soll, Kräfte sogar noch zu potenzieren. Doch der neu angekommen Aggressor lässt nicht locker, und nachdem Empire City dem Erdboden gleich gemacht wurde, beginnt ein Weltlauf mit der Zeit. Zielstrebig macht sich das Biest auf nach New Marais und hinterlässt dabei eine Spur der Zerstörung. Zu allem Überfluss wird auch noch Cole verdächtigt hinter all dem zu stecken. Doch die wahren Drahtzieher sitzen ganz woanders…
Wohin der Strom einen trägt
„InFamous 2“ ist wie seine Vorgänger als Open-World-Abenteuer konzipiert, d.h. ihr dürft die an New Orleans angelehnte Stadt New Marais nach Herzenslust erkunden. Die Entwickler haben sich dabei wieder sehr viel Mühe gegeben, den Ort auch lebendig wirken zu lassen, was sich in einem regen Treiben in allen Gassen und Strassen bemerkbar macht. Die Einwohner reagieren auf all eure Handlungen, entweder mit Bewunderung oder Verachtung. Wie im Vorgänger hat man wieder die Wahl ob man als elektrischer Robin Hood für Recht und Ordnung sorgt, oder lieber als todbringender Blitz auf zwei Beinen Furcht und Schrecken lehrt. Je nach Gesinnung stehen einem unterschiedliche Missionen und auch Kräfte zur Verfügung.
Power XXL
Gerade die Superkräfte von Cole sind das Salz in der Suppe für auswuchernde Actioneinlagen. Zu den bekannten Fähigkeiten wie Energiekugeln schiessen, Granaten werfen Gleiten oder eine Schockwelle abzufeuern, gesellen sich zahlreiche neue Spielereien hinzu. So schaltet man durch das Erledigen von Missionen z.B. nach und nach neue Blitzattacken frei, die je nach Situation und Gegner bessere oder schlechtere Ergebnisse liefern. Schwere Brocken, und davon gibt es reichlich, bearbeitet man vorzugsweise mit dem wuchtigen aber langsamen „Magnumblitz“, wohin gegen grössere Gruppen von Standardgegnern mit einer Welle schnell abgefeuerter, dafür weniger effektiver Schocks in Schach gehalten werden kann. Sehr schön ist auch Cole‘s Fähigkeit Objekt anzuheben und dann hunderte Meter weit oder hoch zu schleudern. Beim Aufprall entlädt sich dann auch noch ein Energiestoss, der dafür sorgt das auch der standhafteste Gegner die Radieschen schnell von unten sieht. Der Wechsel der Kräfte funktioniert unkompliziert über das Digipad, insgesamt geht die Steuerung mit ihrem Mix aus Kämpfen und Klettern angenehm flott von den Fingern. Nur hin und wieder bleibt man an einem Objekt hängen oder muss die Kamera ein wenig nachjustieren. Etwas zu stark ausgeprägt ist der beinah magnetische Effekt, durch den greifbare Objekte auf Cole auswirken. Dies erleichtert die Kletterei zwar ungemein, sorgt aber auch oft dafür, dass man Stellen anvisiert, zu denen man eigentlich gar nicht hin wollte. Alles in allem ist die Steuerung aber durchaus gelungen und vergleichbar mit dem Vorgänger.
Später im Spiel bekommt unser Held dann noch Kräfte abseits von Elektrizität spendiert, doch auf dafür muss er eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen treffen. Zu viel wollen wir an dieser Stelle jedoch nicht verraten…
Eine Stadt im Aufruhr
Die Stadt New Marais glänzt mit vielen Details, das offensichtlich Vorbild New Orleans, wurde perfekt eingefangen. Bei den Streifzügen durch die gebeutelte Metropole wird man immer wieder mit Zufallsmissionen konfrontiert, die jetzt neu auch von den Spielern selbst erstellt und online zur Verfügung gestellt werden können. So gilt es beinah im Minutentakt Überfälle zu verhindern, Bomben zu entschärfen oder Anwohner aus misslichen Lagen zu retten. Wer es lieber böse mag, der darf nervende Musiker vertreiben, Protestgruppen ins digitale Nirvana senden oder Polizisten auf Patrouille zeigen, das Elektrizität durchaus auch ihr Schlechtes haben kann. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass man immer wieder in Kämpfe rivalisierender Gruppen gerät, in die man sich einmischen kann oder auch nicht. Insgesamt wirkt das Ganze sehr dynamisch und vermittelt tatsächlich das Gefühl, sich in einem von Aufruhr und Hochwasser gebeutelten Katastrophengebiet zu befinden.
Da geht was
Auch audiovisuell ist das Spiel elektrisierend für die Augen und Ohren, und überzeugt neben erwähntem Detailreichtum und einer sehr guten Weitsicht vor allem mit spektakulären Licht-, Partikel- und Explosionseffekten, sowie einer überwiegend gelungen Sprachausgaben und wuchtigen Soundeffekten. Wenn es kracht und knallt und sich teils ganze Hundertschaften mit allem ans Leder gehen, was der Waffenschrank hergibt und Cole dann noch ein paar Granaten und Blitze beisteuert, ja dann erlebt man auf seinem Bildschirm ganz grosses Kino, das gigantischer kaum sein könnte. Das die Framerate dabei stabil bleibt, ist wohl nur der Hardwarepower der PS3 gutzuschreiben. Sensationell, was Entwickler Naugthy Dog da für ein Grafikgewitter auf die Glotze zaubert!
Fazit: „InFamous 2“ ist der wahr gewordene feuchte Traum eines jeden Actionfans und leistet sich kaum Schwächen. Dank der Zufallsgenerierten Missionen wird es praktisch nie langweilig und auch die Hauptmissionen, welche die etwas konfuse, aber durchaus spannende Geschichte vorantreiben, halten einige Überraschungen bereit. Mal abgesehen vom hohen Wiederspielwert als guter oder böser Junge, sowie dem Mission-Editor für praktisch unendlich Nachschub, ist es vor allem der gelungene Mix aus Kampf- und Geschicklichkeitseinlagen, der Freunde von gepflegter Action an den Controller fesseln wird. Grandiose Action, an der nur eines schockierend ist: ihr elektrischer Hauptdarsteller Cole.
„InFamous 2“; Action-Adventure; PLAYSTATION 3; (Naughty Dog / Sony)
|
|
|