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Geschrieben von Rebecca Hügi
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Freitag, 05. März 2010 |
«UNSERE SONGS WACHSEN MIT UNS»
Nach gut drei Jahren Pause verzaubert die Berner Band die Schweiz erneut mit melancholischen Songs und der zarten Stimme von Sängerin JAËL KREBS. Auf dem neuen Album gelingt der Band eine einmalige Mischung aus Traurigkeit und Fröhlichkeit zugleich. Mit ihren Texten sprechen sie Probleme und Sorgen an, die fast jeder von uns schon einmal durchlebt hat. JAËL verrät dem TREND MAGAZIN, was es mit dem neuen musikalischen Werk auf sich hat.
TREND MAGAZIN: Drei Jahre war es nun still um LUNIK. Was ist das für ein Gefühl, nach so langer Zeit wieder zusammen Musik zu machen? – Eigentlich war die Band gar nicht so lange getrennt. Wir haben unter anderem einen kanadischen Plattenvertrag unterschrieben und dann dort auch gemeinsam ein Best-of-Album aufgenommen. Ausserdem konnten wir in Italien ein paar Konzerte spielen.
Ausserdem warst du ja unter dem Namen MINA solo unterwegs. Was hat dazu geführt, jetzt wieder mit LUNIK eine CD aufzunehmen? – MINA war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dort verschiedene Instrumente gespielt und zusätzlich auch gesungen. Da musste ich richtig multitaskingfähig sein. Ich würde dieses Soloprojekt als charmante Rumpelkiste bezeichnen, weil ich dort etwas total Neues ausprobiert habe. Nun habe ich bei LUNIK wieder meine Jungs im Hintergrund, die mich pushen. Auch das ist ein tolles Gefühl, das ich nicht missen möchte.
Das neue Album trägt den Titel «Small Lights in the Dark». Was hat es denn mit den Lichtschimmern im Dunkeln auf sich? – Der Titel stammt aus dem Text des Songs «Everything Means Nothing». Dort beschreibe ich eine Momentaufnahme, bei der ich nachts im Zug die ganzen Lichter der Häuser vorbeiflitzen sehe. Die Lichter öffnen für einen Moment den Fokus, wie lebendig eigentlich alles ist. Dieser Augenblick beinhaltet für mich etwas sehr Hoffnungsvolles, weshalb schlussendlich auch unser Album danach benannt wurde.
Ihr habt das neue Album mit dem Produzenten BOB ROSE aufgenommen, der bereits mit Nachfahren von JOHN LENNON arbeitete. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? – Er ist Mitinhaber unserer kanadischen Plattenfirma. Er kam aus einer ganz anderen musikalischen Ecke als wir und es gelang ihm, unsere Songs auch auf CD sehr erdig, kernig und mehr live als sonst herüberzubringen. Das Album wurde ohne Computer aufgenommen.
Einige eurer Songs sind sehr melancholisch und oftmals traurig. Singt ihr in Songs wie «How Could I Tell You» von eigenen Erlebnissen? – Primär sind die Erlebnisse alle aus dem Leben gegriffen. Jedoch nicht immer nur aus meinem eigenen. Oftmals handeln die Texte auch von Menschen aus meinem Umfeld. Diese sind zum Teil glücklich darüber und zum Teil weniger (lacht).
Was viele nicht wissen ist, dass ihr auch im Ausland kein unbeschriebenes Blatt mehr seid. Warum habt ihr in eurer Heimat den Erfolg im Ausland verheimlicht? – Wir waren in diesem Gebiet immer sehr vorsichtig, denn wir wollten erst etwas erzählen, wenn es auch wirklich etwas zu erzählen gab. Oftmals veröffentlichen Musiker im Ausland zwar ihr Album, aber es wird von niemandem gekauft. Wir hatten nun das Glück, dass wir die richtigen Leute getroffen haben und dort nun auch wirklich etwas in Bewegung setzen können. In Italien habt ihr es ja sogar auf Platz 9 in den Charts geschafft. – In England hatten wir eine sehr gute Resonanz bei den Radiostationen und auch in Italien haben es zwei unserer Singles in die Top 10 geschafft. Nun werden wir versuchen, an diese Erfolge anzuknüpfen und einen Schritt weiterzugehen.
Welche Überraschungen erwarten uns sonst noch von LUNIK? – Das wüsste ich eigentlich selbst gerne (lacht). Eigentlich ist es, als würde man mich fragen, wie ich in drei Jahren als Mensch sein werde, denn meine Songs wachsen mit mir. Somit kann ich nicht genau sagen, wie die Zukunft aussieht, denn ich weiss nicht, was in meinem Leben noch alles geschehen wird. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie sich LUNIK entwickeln wird.
Album: «Small Lights in the Dark» (Sony)
www.lunik.com
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