|
Geschrieben von Dominique Zahnd
|
|
Donnerstag, 01. April 2010 |
«I-TUNES IST EINFACH SCHEISSE»
Meat Loaf (62) ist zweifellos ein echtes Entertainment-Schwergewicht. Der Altrocker stand schon mit BRAD PITT vor der Kamera und verkaufte von seinem Kultalbum «Bat Out of Hell» stolze 30 Millionen Einheiten. Jetzt gibt’s CD-Nachschub.
So dick wie früher ist er nicht mehr. Und die strähnigen, langen Fäden sind längst einem pflegeleichten Kurzhaarschnitt gewichen. Es stimmt: Der MEAT LOAF von 2010 ist kaum wiederzuerkennen. Die Füsse stecken in unscheinbaren Gesundheitsschuhen. Nur die Lederjacke sieht noch ein bisschen nach Rock’n’Roll aus. Der 62-Jährige ist nach Zürich gekommen, um über seine neue CD «Hang Cool Teddy Bear» zu reden. Doch nicht, bevor wir sie auch in aller Ruhe angehört haben. «Ist die Anlage voll aufgedreht?», fragt er seine PR-Assistentin. Sekunden später lassen auch schon tonnenschwere Drums die Wände der Hotelsuite erzittern. MEAT lässt sich in seinen Sessel zurückfallen, schliesst die Augen und wippt bei jedem Song begeistert mit. Eine Stunde später ist der letzte Ton verklungen und der Musiker öffnet zum ersten Mal wieder die Augen. «Und?», fragt er mit erwartungsvoller Miene. «Doch, das rockt», bestätigen wir. Genau das wollte er auch hören. Zufrieden schwärmt das Multitalent über die Zusammenarbeit mit Rockproduzent ROB CAVALLO (GREEN DAY, AVRIL LAVIGNE). «Er hat mich einfach machen lassen. Das war komplett neu für mich, denn früher musste ich im Studio ständig Kompromisse eingehen», sagt MEAT LOAF. Der Fleischklops – wie sein Spitzname übersetzt lautet – scharte für «Hang Cool Teddy Bear» eine illustre Kollegenschar um sich. Darunter QUEEN-Saitenzauberer BRIAN MAY und den schauspielernden Musiker JACK BLACK («Kung Fu Panda»). Ihr gemeinsames Duett ist einer der vielen Höhepunkte auf dem mit potenziellen Hits nur so vollgestopften Hammeralbum.
Er schwärmt von Partys aus Teenagertagen. Auch nach über 40 Jahren im Musikbusiness ist MARVIN LEE ADAY, wie er richtig heisst, immer noch voller Leidenschaft. Hört man ihm richtig zu, ist es offensichtlich, dass er Musik lebt, spürt und atmet. «Damals, als ich noch ein Teenager war, brachte jeder seinen Koffer mit den heissesten Vinylsingles mit. Und die haben wir dann nacheinander aufgelegt und dazu getanzt.» Heutzutage wird halt das «iPhone» an die Anlage angeschlossen. Von komprimierter Musik – im speziellen MP3-Dateien – hält MEAT LOAF allerdings gar nicht viel. Über «iTunes» regt er sich sogar richtiggehend auf. «Jeder kann sich online nur die Lieder auf einer CD aussuchen, die er gut findet und er bezahlt dann auch nur die», schimpft der Vollblutmusiker. «Das macht die ganze künstlerische Idee hinter einem Album kaputt. «iTunes» ist einfach Scheisse!»
Schnell das Thema wechseln, auf die Schauspielerei. In über 60 Produktionen hat MEAT LOAF schon mitgewirkt. Nachhaltig hängen geblieben ist vor allem sein Auftritt neben BRAD PITT im brutalen Thriller «Fight Club». Doch demnächst ist das Schwergewicht auch in den Hitserien «Monk» und «Dr. House» zu sehen. Und wie steht es mit der grossen Leinwand? «Ich habe drei neue Kinofilme abgedreht. Dann kommt die neue Tour. Ihr seht: 2010 gibt es kein Entkommen, MEAT LOAF ist überall!»
Album: «Hang Cool Teddy Bear» (Universal)
www.meatloaf.net
|