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Geschrieben von Markus Tofalo, Christine Kern
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Freitag, 17. Juli 2009 |
MEGASTAR ZWEIER GENERATIONEN
Über 100 Millionen Einheiten sollen gemäss seiner Plattenfirma SONY MUSIC weltweit verkauft worden sein. Dies würde bedeuten, dass jeder Siebzigste auf der Erde ein Exemplar besitzen würde. Als heranwachsender Teenie kam man in den letzten 30 Jahren nicht an MICHAEL JACKSON vorbei. Dies gilt sowohl für die junge TREND-MAGAZIN-Redaktorin CHRISTINE KERN als auch für Chefredaktor MARKUS TOFALO. Beide erzählen hier, wie sie zum ersten Mal den «King of Pop» wahrnahmen.
MARKUS TOFALO erlebte seine Teeniezeit in den Achtzigern
Es war 1983. Ich schaute «Formel Eins», die bekannteste TV-Chartshow damals (und beste aller Zeiten). Da lief «Billy Jean». Der Clip fiel mir durch die aufleuchtenden Gehwegplatten auf und natürlich durch JACKSONs Tanz und auch durch seine eigenartige Atemtechnik beim Singen. Noch mehr haften blieb bei mir «Beat it». Dieser Clip war ziemlich aufwendig. Dann kam «Thriller». Das Video war das bis anhin aufwendigste und teuerste der Musikgeschichte. Es wurde im TV-Programm angekündigt – man schaltete sogar gezielt ein dafür und schaute es mit voller Aufmerksamkeit. Es wurde sogar deutsch untertitelt. Wegen seines Inhalts wurde es erst spät nachts unzensiert gezeigt. Für mich war das bereits der Höhepunkt seiner Karriere. Nun musste auch ich das Album «Thriller» kaufen – damals noch als Vinyl. Fast eineinhalb Jahre war es in der Schweizer-LP-Hitparade, die damals nur 30 Plätze hatte. Ein wirklicher Fan war ich nie. Trotzdem begann ich mich für JACKSONs Bio zu interessieren, seine älteren Sachen zu hören. Schliesslich kamen diese im Sog von «Thriller» alle wieder in die Charts. Dann kam «Bad». JACKSON sah jetzt anders aus. Die Presse führte Bildmontagen vor, wie sein mehrfach operiertes Gesicht in 20 Jahren aussehen könnte . Wie man heute sieht, lagen sie gar nicht weit daneben. Auch «Bad» kaufte ich mir noch. Danach liess mich seine Musik eher kalt. Viel Neues kam nicht mehr. Ein King ist er für mich nicht. Ich würdige zwar sein Schaffen und wie er schwarze und weisse Musik vereint hat, finde aber, dass andere Musiker nicht weniger Denkmäler gesetzt haben und ebenfalls über Jahre Erfolge feiern konnten und noch können.
CHRISTINE KERN erlebte ihre Teeniezeit um die Millenniumswende
Im Fernsehen sah ich einen jungen, gut aussehenden Mann. Er holte eine Frau zu sich auf die Bühne, und als er ihr eine Rose überreichte, kreischte sie hysterisch und fiel dabei fast in Ohnmacht. Ein anderes Mal sassen wir im Café und ich schaute mir ein Klatschheft an. Zu sehen war ein total entstellter Mann, dessen Narben mir vom Papier aus entgegenblitzten. Später erfuhr ich, dass diese von Schönheitsoperationen stammen. Dies hat mich als kleines Mädchen extrem abgeschreckt und so interessierte ich mich lange Zeit nicht mehr für ihn. Jahr um Jahr verging und stets war er in den Schlagzeilen: Der grosse MICHAEL JACKSON liess nur noch Negatives von sich hören. Vor meiner Teeniezeit sei er ein grosser Star gewesen, doch nun hatte er Klagen wegen Kindsmissbrauchs am Hals, vergrösserte stetig seinen Schuldenberg und liess sich bis zur Unkenntlichkeit umoperieren. Es gab nur wenig neue Songs von ihm, deshalb hielt ich mich an die alten, welche schlichtweg genial sind. Bis heu-te werden seine Songs in Clubs gespielt, in dieser Zeit umso mehr, und man sieht sich gerne Videos von ihm an, die aus einer Zeit stammen, als noch alles in Ordnung war. Der junge MICHAEL begeisterte die Massen mit seiner Musik der frischen Art und nie vorher dagewesenen Bühnenshows. Es ist schade, dass ich ihn erst kenne, seit er ein Häuflein Elend und ein Schatten seiner selbst ist, doch zumindest als Musiker behält man ihn gerne in Erinnerung, wie er früher war: der King of Pop und schon lebend eine Legende.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 13. Dezember 2010 )
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