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Home TREND Journal Musik MICHAEL VON DER HEIDE
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Geschrieben von Graziella Putrino
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Donnerstag, 01. September 2011 |
ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE
Dieses Jahr gibt’s für ihn drei entscheidende Daten zu feiern: am 26. August seine brandneue CD «Lido, am 16. September die Premiere in «Hush no more» im Theater Basel und einen runden Geburtstag: seinen 40. am 16. Oktober.
MICHAEL VON DER HEIDE lädt das TREND MAGAZIN in die alten Mauern des Wasserwerks in Basel ein. Im Nachtigallenwäldeli, wo früher Fuhrwerke standen, sprudelt in der OSTERIA ACQUA italienisches Lebenselixier. Das Wasser plätschert an den Wänden herunter. Palmen verzieren den dazugehörenden Garten. Meeressand ist angenehm unter den Füssen zu spüren. VON DER HEIDE ist es gelungen, sogar mit der Wahl der Location eine Assoziation zu seiner neuen CD «Lido» zu finden. In diesem Restaurant führt uns der Künstler auf eine virtuelle Entdeckungsreise.
So wie im ACQUA Industrial-Design auf Cheminée-Gemütlichkeit trifft, so treffen verschiedene Kunstrichtungen auf VON DER HEIDE: Poesie, Gesang, Musikstil und Theater. War sein letztes Album in Deutsch und eher lyrisch, verspürte er nun das Bedürfnis, wieder etwas Rhythmisches in die Musikwelt zu gebären – und auf Französisch. Sein neuntes Album sollte eine CD werden, «welche auszureissen vermag, wenn man down ist», wünscht sich VON DER HEIDE. «Ein musikalisches Antidepressivum.»
Die Lieder in «Lido» widerspiegeln MICHAEL VON DER HEIDEs ganz persönliches Universum und geben seinen biografischen Rucksack wieder. Der gelernte Krankenpfleger, der mit den Betagten und Demenzkranken nebenbei Volkslieder sang, hat seinen Jugendtraum erfüllt, Sänger von Beruf zu werden. Ein Deutschschweizer, der auf Französisch eine ganze CD besingt, zeigt ein offenes Denken in einer viersprachigen Schweiz, wo vor allem die Deutschschweiz in Sachen Sprachen nicht immer ohne Scheuklappen und Präferenzen dasteht und das Französisch eher als Stiefkind anschaut.
Deutsch als «harte Sprache» versus Französisch «comme langue du cœur», wie VON DER HEIDE seine «Lido»-Sprachwahl begründet, zeigt einmal mehr Mut, den Sprung ins Neuland zu wagen. Nicht nur um Pathos und verklärte Romantik zu verbinden, sondern auch um verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu bieten. Sechzig Jahre nach seiner Gründung ist und bleibt das LIDO als Nachtlokal mit seiner Revue das unvergleichliche Symbol für das Pariser Nachtleben, als Pendant zum MOULIN ROUGE. «Lido» als CD ist das Wahrzeichen für Schönheit und Träume. Aber auch eine Hommage an die Tänzerinnen des Nachtlebens. Eine Einladung auf das italienische «Dolcefarniente», gleichzeitig auch an das Bedenken, dass es bald keine Freistrände gibt…
«Lido» ist auch eine Begegnung unter Künstlern: VON DER HEIDEs ehemaliger Gitarrist ADRIAN STERN ist Co-Autor des Liedes «Je t’aime». Die beiden verbindet eine musikalische Freundschaft, welche bereits seit zehn Jahren besteht. Der Originaltext von «Quand je serai mort» stammt aus der deutschen Feder von MILENA MOSER und wurde sanft auf Französisch transponiert.
Die Sprache und das Sprachgefühl scheinen Komponenten zu bleiben, welche VON DER HEIDE in jeglicher Sparte der Kunst begleiten. Obwohl er im Hochdeutschen zuhause ist, fühlt er sich im Schwyzertütsch wohl. Die bevorstehende Herausforderung für ihn als Schauspieler im Stück «Hush no more» besteht gerade darin, ein Sprachgefühl zu entwickeln, um verschiedene Passagen auf Schweizerdeutsch wiederzugeben.
Im Trio der Daten 26. August, 16. September, 16. Oktober ist numerisch betrachtet die zweite Zahl immer eine 6. Bei jedem Datum beginnt MICHAEL VON DER HEIDE eine neue Phase: In der Musik. Im Theater. Am 16. Oktober wird MICHAEL 40. Bei seinem Geburtstagsfest wird möglicherweise «J’ai perdu ma jeunesse» nebst «Happy Birthday» laufen. Mit 40 fühle er sich im Vergleich zu einem 90-Jährigen noch jung, meint er. Für Jung und Alt ist sicher seine CD «Lido» bestimmt, so wie das Schlagerlied von DAMIA aus den 1930er-Jahren. Die einst bedeutende Figur «de la chanson réaliste», die Sängerin par excellence von «J’ai perdu ma jeunesse», ist eine Ikone der Musik geworden. Ob das Publikum MICHAEL VON DER HEIDE zur lebenden Ikone erküren wird?
Album: «Lido» (Sony)
als Schauspieler: «Hush no more», Premiere: 16.9., Theater Basel
www.michaelvonderheide.ch
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 05. September 2011 )
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