Aktuelle Ausgabe

Aktuelles Trend
Das aktuelle TREND MAGAZIN:
Hier online

Wer ist online

Aktuell sind 36 Gäste Online
Besucher: 9577510
trendmagazin-logo2008-140px.gif
Home arrow TREND Journal arrow Musik arrow MILOW
MILOW
Geschrieben von Corinne Sutter   
Donnerstag, 31. März 2011
Share this!
VON DER MUSIK ODER VOM ERFOLG GETRIEBEN?
milow1-gr.jpgMILOW präsentiert während eines intimen Showcases vor 30 Jour­nalisten in Zürich Songs aus seinem Album «North and South». CORINNE SUTTER interviewte und zeichnete zuvor den Musiker für das TREND MAGAZIN und versuchte herauszufinden, ob bei einem der aktuell fleissigsten Musiker der Erfolg oder der Ausdruck im Vordergrund steht.

MILOW beweist, dass es sich auch heute noch lohnt, seine Träume zu leben. Der belgische Sänger hat ebenfalls bewiesen, dass man über Nacht zum Star werden kann. Zumindest von aussen betrachtet. Denn eigentlich gab’s MILOW schon lange vorher – wie alle Musiker, die nicht die vermeintliche Abkürzung durch eine Castingshow wählen. Nachdem er mit der Single «You don’t know» in Belgien einen Grosserfolg feierte, gelang ihm mit seiner Hitsingle «Ayo Technology», einem Cover von 50 CENT (feat. JUSTIN TIMBERLAKE und TIMBALAND), sein wohlverdienter internationaler Durchbruch.

Wohlverdient, da MILOW mit dem ganzen Kuchen hoch disziplinierter, ambitiöser Musiker problemlos mithalten kann. «Seit ich 16 Jahre alt bin, also seit fast 15 Jahren, arbeite ich als Musiker, gebe Konzerte. Und jetzt hören alle plötzlich dieselben Songs, die ich schon lange geschrieben habe. Es ist fast etwas extrem, zu sehen, wo ich jetzt stehe, verglichen damit, wo ich noch vor wenigen Jahren stand.»
Auf meine Frage, was er machen würde, wenn der Erfolg beim neuen Album ausbliebe, antwortet er: «Ich würde einfach bessere Songs zu schreiben versuchen. Was ich gelernt habe in den vergangenen Jahren ist, dass es sich lohnt, immer weiterzumachen. Ich brauchte so viele Jahre, um rauszukommen. Ich könnte die Musik nicht einfach so aufgeben. Das ist auch ein Grund, weshalb ich so schnell mit «North and South» rauskam. Ich möchte mich auf die Musik fokussieren, besser werden – als Musiker, als Liveperformer. Den Erfolg kann ich auch später geniessen.» – Du hast also keine anderen beruflichen Aussichten? – «Ich hatte nie einen Plan B und hätte keine Ahnung, was ich arbeiten sollte. Mit Sicherheit nur als Selbstständiger. Ich muss mein eigener Boss sein. Die Vorstellung, dass mir jemand sagt, was ich tun soll, ist schräg für mich. Ich war immer mein eigener Boss und bin es immer noch. Diese Unabhängigkeit möchte ich niemals im Leben aufgeben. Ich schreibe meine Songs in Ruhe, stressfrei, und gehe dann raus um zu sehen, ob es die andern auch mögen.» Die Tatsache, dass er noch nie über einen anderen Beruf als jenen des Musikers nachgedacht hat, zeigt bei allem Ehrgeiz und Fleiss, dass man es bei MILOW, der optisch auch ein Sportstudent sein könnte, mit einem Vollblutmusiker zu tun hat.

Sein Ruf als einer der fleissigsten Musiker könnte vermuten lassen, dass das Cover zu «Ayo Technology», welches ihm nebst «You don’t know» zum grossen Erfolg verhalf, ein berechneter Schachzug MILOWs war. Denn, dass Covers öfters über den Tresen wandern als ihre Originalversionen, ist nichts Neues. Sein Clip wurde seinerzeit rund 30 Mal öfters angeklickt auf YOUTUBE als jener des Originals. «Die Rollen von Musiker, Produzent, Performer und Verkäufer habe ich alle in mir. Aber im Moment des Musizierens zählt immer einzig und allein die Musik, und alle andern Rollen sind blockiert. Und wenn ich mich irgendwann dabei ertappen sollte, dass ich es nicht mehr schaffe, mich voll und ganz nur auf die Musik zu konzentrieren, werde ich etwas ändern müssen.» – Was bedeutet dir Erfolg? – «Er ist mir wichtig. Aber nicht, weil ich als Person bekannt werden möchte. Mich erkennt auf der Strasse fast niemand, was mir zeigt, dass ich es richtig mache. Ich meide auch sämtliche öffentliche Anlässe und überlege mir mindestens so gut, was ich nicht tue, wie was ich tue. Es geht mir bei meiner Arbeit um das Feedback für meine Musik. Ich möchte sie teilen – mit möglichst vielen Menschen. Das, was zurückkommt, gibt mir wieder unendlich viel Energie, Sicherheit und Inspiration.»
Von alldem wird MILOW bestimmt viel zurückbekommen, alleine dank der Single «You and Me (In My Pocket)», mit welcher MILOW ein witziger Song gelang. MILOW dürfte damit einen weiteren Hit gelandet haben, der als Türöffner für zehn weitere Songs fungiert.
Am 6. Mai stattet MILOW dem KAUFLEUTEN in Zürich den nächsten Besuch ab und präsentiert seine Songs live, diesmal öffentlich. Und so fleissig wie er ist, wird er wahrscheinlich bereits an neuen Texten und Melodien arbeiten.


Album: «North and South» (Universal); Live: 6.5., Zürich, KAUFLEUTEN; www.milow.com

Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. April 2011 )
 
< zurück   weiter >