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MONKEY ISLAND SPECIAL EDITION COLLECTION
Geschrieben von Matthias Haller   
Dienstag, 04. Oktober 2011
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SAMMLERSTÜCK FÜR OLD-SCHOOL-FANS
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«The Secret of Monkey Island» gehört zu den Meilensteinen der Videospielgeschichte und markiert gleichzeitig einen der Höhepunkte des Point&Click-Adventure-Zeitalters. Ob die Titel in Überarbeiteter Form auch heute noch so viel Spielspass versprühen, wie damals, oder man Piratengeist LeChuck besser hätte begraben sollen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

1990 sass ich mit einem Freund wie gebannt vor dem PC und erlebt mit Hauptportagonist Guybrush Threepwood ein Abenteuer, wie es bisher dato kaum vorstellbar war. Der Mix aus Piratenfolklore, Mystery-Elementen und einer ordentlichen Portion schwarzem Humor war bereits bei Erscheinen ein Klassiker und setzte sich im gelungenen und deutlich hübscheren Nachfolger fort. «The Secret of Monkey Island» ist ein klassisches Point&Click-Adventure, d.h. man bewegt sich von einem Bildschirmabschnitt zum nächsten, sucht nach auffälligen Objekten oder Hinweisen, die wiederum nötig sind, um die teils extrem kniffligen Rätsel zu lösen. Dabei muss man des Öfteren um die ein oder andere Ecke denken und auch den abwegigsten Lösungsweg nicht ausser Acht lassen. Gegenstände wollen kombiniert, getauscht oder angewendet, Gesprächsoptionen mit den schrulligen Charakteren richtig ausgewählt und versteckte Orte gefunden werden, um in der gleichermassen witzigen wie spannenden Story voranzukommen. Guybrush Threepwood will nämlich hat nämlich nur einen Wunsch, er will Pirat werden. Dazu muss er aber erst einmal drei Prüfung bestehen und gerät so ungewollt an den Piratenkapitän LeChuck, einem Untoten mit rabenschwarzem Herz.


Neu, aber nicht neu genug

Vor 20 Jahren stellten die Abenteuer von Guybrush Threepwood das Nonplusultra in Sachen Videospielunterhaltung dar. Doch wie sieht das heute aus? Nun ja, ehrlich gesagt etwas enttäuschend. Zwar wurde der Titel grafisch komplett überarbeitet, und wie gross der Unterschied ist, stellt der jederzeit zuschaltbare Classic-Modus eindrucksvoll dar, aber insgesamt hätte ich vom Remake doch mehr erwartet. So richtig up to date ist der Titel in Sachen Grafik nämlich auch in der neuen Version nicht, das kann auch der bunte Comic-Look nicht verbergen. Dann wären da auch noch einige Dialogsequenzen, in denen sich wenn überhaupt mal die Augenlider der Personen bewegen. Auch die auf den Controller angepasste Steuerung finde ich eher suboptimal. Anders als im Classic-Modus hat man nicht immer alle Aktionsoptionen im Überblick, ausserdem gestaltet sich die Steuerung mit Mouse und Tastatur letztendlich einfach komfortabler. Eine direkte Steuerung des Charakters im zweiten Teil, der ebenfalls in der Kollektion enthalten ist, oder Bonusmaterial wie Konzeptzeichnungen, Musik und Audiokommentare der Entwickler Ron Gilbert, Tim Schafer und David Grossman sind zwar nette Dreingaben für Hardcore-Fans und Game-Nostalgiker, ob damit aber die Grafik-verwöhnte Generation junger Spieler nochmals auf das Piratenabenteuer einlässt, darf bezweifelt werden.


Fazit: «The Secret of Monkey Island: Special Collection» beinhaltet zwei Spiele, die nach wie vor gut sind. Aber wenn man schon ein Remake macht, dann doch bitte auch richtig. Ich hätte mir eine Neuauflage in 3D mit komplett überarbeiteter Steuerung und ordentlichen Zwischensequenzen gewünscht. Die hier vorliegenden Versionen können ihr Alter, sowohl in grafischer als auch spielerischer Hinsicht nicht unter den Teppich kehren. Es ist wie mit einem Film, den man als Kind einfach nur fantastisch fand, sich Jahre später aber wundert wie man auf so billige Special Effects jemals abfahren konnte. Wer noch nie einen Teil von «Monkey Island» gespielt hat und sich von der etwas antiquierten Spielmechanik nicht abschrecken lässt, bekommt Point&Click-Adventure-Kost auf hohem Niveau. Wer die Titel allerdings schon kennt, sollte nicht zu viel erwarten, lediglich ein grafisches Update mit einer auf den Controller angepassten Steuerung. Ob das für einen erneuten Kauf reicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.


«The Secret of Monkey Island: Special Collection; Adventure; XBOX 360-Version (WIN PC, PS3); (LucasArts / Activision)

Wertung: 65%

+ Abgedrehter Humor
+ Gelungen deutsche Sprachausgabe
+ Knifflige Rätsel
+ Spannende Story
+ Zwei Teil + Bonusmaterial in einer Kollektion
+ Umschaltbar in den Originalmodus (Pixelgrafik)
+ Hübsche Comic-Optik (Teil 2)

- Dialoge nur teils in Standbildern erzählt
- Suboptimale Controller-Steuerung
- Grafisch eher einfach gehalten
- Remake-Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft
   
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 05. Oktober 2011 )
 
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