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Musik
SENT
Geschrieben von Markus Tofalo   
Donnerstag, 02. Februar 2012
NASSILIA –
DAS VERMEINTLICH PERFEKTE LAND


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Konzeptalben sind im Rap- und Hiphop-Bereich selten. Der Badener SENT veröffentlicht eines und geht sogar noch einen Schritt weiter. Sein Album «Nassilia» erzählt eine Geschichte – eine Art gerapptes Hörspiel.

Die Geschichte handelt vom Leben im fiktiven, gleichgeschalteten Staat Nassilia. Die Bürger werden geplagt durch ein Regime, das jede noch so kleine Kleinigkeit bestraft. Jeder ist auf sich allein gestellt. Der eigene Erfolg und Statussymbole sind das, was zählt. Jene, die darunter leiden, suchen Trost in der Religion. Da kommt Leonido, ein Heilsbringer – selber noch ohne Strafregistereintrag. Man interessiert sich für ihn, der sogar als Erwachsener noch mit einer reinen Weste dasteht. Dafür wird er bewundert, aber auch beneidet. Er wird sogar zu Straftaten verführt, damit sein Glanz ein Ende nimmt. 
Zwischen den einzelnen Stücken werden Reportagen vom fiktiven Sender Radio 23
eingespielt. Diese bilden den verbindenden roten Faden durch die Geschichte. Musi­kalisch ist «Nassilia» gut produzierter elektronischer Hiphop mit einem starken Hang zu orchestralen Arrangements. Es sind SENTs Raps, seine rappende Erzählweise, welche die Platte hervorheben. Es ist SENTs erstes Werk. 2006 machte der Badener mit einer erfolgreichen EP auf sich aufmerksam. Danach begab sich STEFAN FISCHER, wie er bürgerlich heisst, für ein halbes Jahr in den brasilianischen Dschungel und schloss sein Theologiestudium erfolgreich ab. Bei seiner Mitwirkung als Co-Produzent in «Underground – the Musical» hat er sein Gespür für musikalische Erzählungen ge­schärft. SENT hat nicht nur als Rapper und Songwriter einiges drauf, sondern vermag auch als Storyteller und Entertainer zu überzeugen. In seiner Heimatstadt Baden kennt man ihn zudem als Pastor des LIVING CENTERs.
Ich bin kein Fan von Rap und Hiphop. Ich habe mich nun aber dabei ertappt, dass
ich erstmals ein Album dieses Genres fast am Stück und in voller Länge durchgehört habe.


SENT, Album: «Nassilia»
(Profi Music);
www.nassilia.ch
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
SNOW JAM DAVOS 2012
Geschrieben von Redaktion   
Donnerstag, 02. Februar 2012
«OPEN AIR FRAUENFELD»
ZIEHT IN DIE BERGE


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Zusammen mit den DAVOS KLOSTERS BERGBAHNEN bringt die Crew des beliebten  «Open Air Frauenfeld» internationale Dancehall-, Rap- und Hiphop-Stars in die Schweizer Berge.

Am 10. März stehen die Openair-Bühne und ein riesiges beheiztes Zelt auf dem BOLGENAREAL in Davos. Das «Open Air Frauenfeld» hat sich im Laufe der Jahre zum führenden Hiphop-Event in Europa gemausert, nicht zuletzt dank internationaler Acts, die es oftmals nur hier zu sehen gab. Ein Rezept, dem man auch weiterhin treu bleiben will, entsprechend hochkarätig geht es auch beim «Snow Jam» in Davos zu. Mit dem Hiphop-Urgestein ICE CUBE, dem jamaicanischen Dancehall-Chartstürmer SEAN PAUL («Got 2 Love U»), dem deutschen König des Raps KOOL SAVAS sowie K.I.Z., den Erneuerern der Hiphop-Kultur Deutschlands, und dem Zürcher Reggaesänger PHENOMDEN stehen auch schon die Headliner des Festivals fest. Bereits am Morgen geht es auf dem BOLGENAREAL am Fusse des JAKOBSHORNs los. Und nach der grossen Sause am Tag folgt dann in der Nacht die Aftershow-Party mit DJs und MCs.

«Snow Jam Davos», Sa 10.3., BOLGENAREAL, Talstation JAKOBSHORN, Davos;
Tickets: STARTICKET.CH, CHF 85.-; www.snowjam.ch
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LINDI ORTEGA
Geschrieben von Redaktion   
Donnerstag, 02. Februar 2012
EINE STIMME,
DIE MAN SICH MERKEN MUSS


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Selten hinterlässt eine Stimmen nach ihrem ersten Anhören einen derart bleibenden Eindruck wie jene dieser jungen Singer/Songwriterin aus Canada. Bei ihrem Sound wird von einer «einzigartigen Art des alternativen Country» gesprochen, was sich für viele irritierend bis abschreckend anhört. So ist es nicht. LINDI ORTEGA klingt einfach so, als würde sie in einem grossen, leeren Bad spielen. Der Hall von Stimme und Instrumenten sind ein prägendes Stilmittel. Sie selber beschreibt ihr Genre als «Strassenrand-Motel-Liebesaffäre zwischen altmodischen Gesetzlosen und Country Darlings».
LINDI ORTEGAs Wurzeln sind irisch-mexikanisch. Aha. Dies erklärt vielleicht auch ihren eigen- und einzigartigen Musikstil. Als Supportact von KEANE und KEVIN COSTNER AND THE MODERN WEST hat sie bereits viel Bühnenerfahrung.


Album: «Little Red Boots»
(Last Gang / Limmat)
Live: 28.2., Zürich, Mascotte
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GOTYE
Geschrieben von Christos & Christos   
Donnerstag, 02. Februar 2012
DETAILVERLIEBTE ARRANGEMENTS

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Der australische Soundtüftler GOTYE (ausgesprochen: «Gauthier») katapultiert sich mit seinem Song «Somebody That Used To Know» gerade weltweit millionenfach in die Herzen aller Musikliebhaber. In seinem Heimatland macht sein Name schon seit Längerem die Runde, in Europa aber galt der multimedial denkende und arbeitende Kreativling bislang eher als Insidertipp.
Dies könnte sich mit seinem Album «Making Mirrors» rasch ändern. Die detailverliebten Arrangements ziehen einen in den Bann. Jeder kleine Augenblick, jeder Klang scheint wichtig. Die Stilbreite des Albums vereint Dub, Motown-Soul, Synth-Folk und Weltmusik. In Deutschland ist «Somebody That Used To Know» bereits schon länger in den Top 10.
GOTYE ist ein Soundtüftler, vergleichbar beispielsweise mit BRIAN ENO. Er entwickelt Sounds, aus denen er perfekte Popmusik kreiert. Die zwölf Stücke sind auf ihre eigene Art eine Form von elektronischer Musik, die voller Emotionen ist


Album: «Making Mirrors»
(Universal)
www.gotye.com
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MONOPHON
Geschrieben von Markus Tofalo   
Donnerstag, 02. Februar 2012
KONSEQUENT. MONOPHON.

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Ein britischer Sound, wie ihn einst DURAN DURAN und NEW ORDER spielten, ein deutsches Grafik-Artwork, das in Sachen Minimalismus und in seiner Konsequenz an KRAFTWERK erinnert und schliesslich Livedarbietungen mit einem technischen Aufwand, der alles andere als bescheiden schweizerisch daherkommt. Die Ostschweizer Band MONOPHON hat im letzten Sommer mit den Singles «Protection» und «Secret Island» gepunktet und Lust auf mehr gemacht. Der Release des ersten Albums wurde nochmals verschoben – jetzt ist es da – in bester Stereophonie.
Und nichts daran ist überflüssig. Keine unnötigen Füllertracks, um den Minutenpreis tief zu halten, keine Boni und Remixes – einfach Musik – plus die beiden vom Web bekannten Videoclips der beiden Singles. Unaufdringliche, aber bleibende Leadmelodien, klarer Beat, saitenbegleitet und gewürzt mit verspielter, sphärischer Elektronik. Die 80ies und der in einem Lied besungene CAPTAIN FUTURE grüssen. Eine Rockhymne und eine weibliche Stimme sorgen für viel Abwechslung. 2012 ist noch jung. Deshalb kann MONOPHONs Erstling nicht schon Schweizer Debüt des Jahres genannt werden. Aber vielleicht tut man das im Dezember.


Album: «Makeup and Beauty»
(Bakestone / Irascible)
Live: siehe Seite 65;
www.monophon.ch
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RED HOT CHILI PEPPERS
Geschrieben von Christos & Christos   
Donnerstag, 02. Februar 2012
DIE RED HOT CHILI PEPPERS KOMMEN NOCHMALS

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Was für ein Abend, was für ein Konzert, was für eine Show. Kein Wunder, die RED HOT CHILI PEPPERS rockten im Dezember wieder einmal die Schweiz.
Sie haben mehr als 60 Millionen Alben verkauft, fünf Mehrfach-Platin-Alben veröffentlicht, sechs «Grammy»-Awards gewonnen und innert kürzester Zeit das HALLENSTADION ausverkauft. Die RED HOT CHILI PEPPERS sind eine der erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte. Nach dem Ausstieg des Gitarristen JOHN FRUSCIANTE vor zwei Jahren entschied die Gruppe, die mit Hits wie «Under the Bridge», «Give it Away» oder «By the Way» zu den kommerziell erfolgreichsten Acts im Crossover-Genre gehören, mit JOSH KLINGHOFFER weiterzumachen.
Mit Songs aus ihrem neuen Album sowie ihren riesigen Hits aus der Vergangenheit haben sie im Dezember das HALLENSTADION gerockt. Nach 21 Uhr betraten sie vor einem jubelnden Publikum die Bühne und spielten rund zwei Stunden. Das Konzert war einsame Spitze. Ein fantastisches Publikum, perfekte Musik, eine geballte Ladung Crossoverrock und die CHILI PEPPERS mittendrin. Grossartig!  Wer keine Tickets für dieses ausverkaufte Konzert ergattern konnte, hat eine zweite Chance. Mit den neuen und griffigen Songs treten die RED HOT CHILI PEPPERS im Sommer noch einmal in der Schweiz auf – und das im grossen Stil im STADE DE SUISSE.


Album: «I’m with You»
(Warner)
Live: 3.7., Bern, STADE DE SUISSE
www.redhotchilipeppers.com
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
TWEEK
Geschrieben von Kilian Messerli   
Donnerstag, 02. Februar 2012
DIE DRITTE VON VIER ECKEN

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2004 fanden sich eine instrumentale Funkband und ein Rapduo. Daraus wuchs inzwischen TWEEK. Die Westschweizer Crossover-Band hat Ende 2011 mit der dritten EP einer vierteiligen Reihe auch in der Deutschschweiz für Aufsehen gesorgt.

Nach «Bottom Left» 2009 und «Top Left» 2010 hat sich TWEEK der dritten Ecke ihres virtuellen Raums, «Bottom Right», zugewandt. Dieses setzt sich aus vier Titeln zusammen und ist eine dynamische Mischung aus Hiphop und dazu Rock, Groove und Elektro.

TREND MAGAZIN: Wie seid ihr auf den Namen TWEEK gekommen? – Tweek bedeutet, etwas zu modifizieren oder abzuändern, was tatsächlich unsere Geschichte beschreibt. 2006 hatten wir Hornbläser und einen Sänger, dazu kam dann noch ein Sänger, aber die Bläser fielen weg, dafür ist ein Beatboxer zu uns gestossen, was 2009 zu unserer aktuellen Formation, dem Vier-Teile-Projekt «Bottom Left» führte.
Was war der Grundgedanke, ein vierteiliges Album zu machen? – Unser Hauptziel war zu Beginn, live aufzutreten und unsere Musik zu promoten. Also kamen wir zum Schluss, ein Album auf ungewöhnliche Art und Weise herauszubringen. Jeder Teil steht für eine Ecke des Raums. Jedes Jahr wird ein Teil des Albums veröffentlicht, wofür wir die Musik jedes Mal speziell komponieren, sodass die EPs jeweils eine Weiterentwicklung mit sich bringen. Dadurch konnten wir die letzten drei Jahre durch die ganze Schweiz touren und an Festivals wie dem «Paléo», dem «Caprice» oder dem «Rock Oz’Arènes» auftreten.
Wie habt ihr Euch gefunden? – Unsere Musiker waren zu der Zeit eine rein instrumentale Funkband und wir ein Rapduo. 2004 luden sie uns als Gäste zu einer ihrer Auftritte ein. Wir begannen damit, einen Song pro Auftritt zu performen, später komponierten wir dann weitere gemeinsame Stücke, bis wir dann 2005 vom «Caribana Festival» eine spezielle Anfrage bekamen: Wir sollten ein exklusives Konzert spielen. So hat alles angefangen.
Wie schwierig ist es, als Romands in der Deutschschweiz Bekanntheit zu erlangen? – Die Energie des Publikums dort ist einfach erstaunlich. An der Sprachbarriere arbeiten wir. Ausserdem gibt es zu viele Veranstaltungsorte und Festivals, dass der Netzwerkaspekt eine ausschlaggebende Rolle spielt, um gebucht zu werden.
Auf welchem Openair würdet ihr am liebsten auftreten? – In Frauenfeld, St.Gallen oder auf dem Gurten, um nur einige zu nennen. Es wäre für uns eine Ehre.
Wolltet ihr schon immer diese Art von Musik machen? – Um ehrlich zu sein, wir wollten niemals etwas Spezielles machen. Wir wollten verschiedene Einflüsse wie Rap, Rock, Funk, Elektro usw. mischen. Deshalb fällt es den meisten auch so schwer, uns einzuordnen.


EP: «Top Right» (Disques Office)
www.tweek.ch
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
AL PRIDE
Geschrieben von Rebecca Hügi   
Donnerstag, 02. Februar 2012
MEHR ALS NUR EIN POPSONG

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Einen richtigen Ohrwurm produzieren – das ist sicherlich der Traum von jeder Band. Den Mitgliedern von AL PRIDE ist dies mit dem Titel «Popsong» durchaus gelungen. Auf ihrem Debutalbum vermischen sie Pop mit Indie und einem Hauch Folk. Frische, fröhliche und doch nachdenkliche Musik, die unter die Haut geht.

TREND MAGAZIN: Beschreibt eure Band kurz. – Wir sind zu fünft und kommen aus Baden. Zuerst war alles nur ein Schülerbandprojekt. Später sind dann weitere Mitglieder hinzugekommen und wir haben auch nach der Schulzeit weiter musiziert.
Und wie hört sich die Musik von AL PRIDE an? – Sicherlich sagt jede Band gerne, dass man ihren Musikstil nicht richtig einordnen kann. Doch unsere Songs gehören effektiv zu keiner bestimmten Kategorie. Wenn wir trotzdem eine nennen müssten, dann wäre es Indiepop mit Einflüssen von Folk.
Warum habt ihr gerade Indie gewählt? – Die stilistische Prägung kam erst, nachdem wir Musik gemacht haben. Bei den meisten Bands ist das wohl umgekehrt. Da wir uns zuerst musikalisch noch etwas selbst finden wollen, war Indie für uns die passende Richtung für das erste Album.
Wie war das Gefühl, das Album zum ersten Mal in den Händen zu halten? – Sehr schön. Vor etwa einem Jahr haben wir 30 Tage lang ununterbrochen aufgenommen. Das alles war mit sehr viel Arbeit und Fleiss verbunden, da wir von A bis Z alles selbst gemacht haben. Da ist man anschliessend schon stolz.
Das Album heisst «Hello Blue Light». Was hat es mit diesem blauen Licht auf sich? – Der Titel entstand nach einem Auftritt, als eine Frau auf uns zukam und sagte, dass unser Konzert «wie blaues Licht abgegangen» wäre.
«Popsong» ist ein richtiger Ohrwurm. Wie ist er entstanden? – In gerade mal 90 Minuten (lacht). Zuerst hatte ich diese eingängige Melodie im Kopf. Der Text entstand erst später. «Popsong» heisst er, weil wir damit keine Berührungsängste mit Popmusik haben.
Welche Ziele verfolgt ihr mit dem Album? – Die sind nicht sehr hoch gesteckt. Wir wollten einmal schauen, welchen Erfolg wir erzielen können, wenn wir alles selbst und mit viel Herzblut machen. Umso schöner ist es nun zu sehen, dass es auch funktioniert.


Album: «Hello Blue Light»
(Rockarchive)
www.alpridemusic.ch


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DEATH BY CHOCOLATE
Geschrieben von Rebecca Hügi   
Donnerstag, 02. Februar 2012
«KEINE LAUE LIFTMUSIK!»

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Beim Bandnamen denkt man zuerst an eine grosse Schokoladentorte und nicht an Rockmusik. Doch genau das macht das Quintett aus dem Seeland mit grossem Erfolg. Als Supportact von BON JOVI rockten sie be­reits das  LETZIGRUND und nach 140 Auftritten können sie bereits auf eine grosse Por­tion Bühnenerfahrung zurückblicken.

TREND MAGAZIN: Ihr seht nicht so aus, als würdet ihr übermässig viel Schokolade essen. Woher kommt der Bandname? – Nein, wir essen wirklich nicht so oft Schokolade. Wir haben damals einfach einen Namen gebraucht und haben auf einer Dessertkarte «Death By Chocolate» gesehen.
Ihr habt im vollen LETZIGRUND-Stadion gespielt. Wie ist das noch zu toppen? – Das hat sich für uns etwa so angefühlt, als würde man als kleines Kind zum ersten Mal in den EUROPAPARK gehen. Alles war riesig und spannend. Wenn dieses Erlebnis nicht mehr zu toppen wäre, dann könnten wir auf der Stelle aufhören, Musik zu machen. Wir sind noch lange nicht angekommen und denken, dass noch Vieles auf uns zukommt, das uns genauso viel bedeutet wie der Auftritt im LETZIGRUND.
Ihr sagt, dass ihr die Menschheit aus der lauen Welt der Fahrstuhlmusik reissen wollt. Was ist an Liftmusik denn so schlecht? – Diese Art von Musik hat keine Ecken und Kanten. Man kann dazu gemütlich essen, ohne sich dabei gestört zu fühlen. Wir wollten gezielt ein ungeschliffenes Album machen, dessen Songs zwischendurch auch anecken sollen.
Warum kommt im Albumtitel das Wort «Beerdigung» vor? – Weil es ein Teil des Lebens ist und unsere Songs grösstenteils aus dem Leben gegriffen sind. Der Tod gehört einfach dazu. Zudem ist «From Birthdays To Funerals» auch eine Zeile eines unserer Songs.
Nennt uns drei bedeutende Dinge, die zwischen Geburt und Beerdigung geschehen. – Liebe, Durchdrehen und vom Durchdrehen wieder zurück in die Normalität gelangen.
Eure Texte sind aus dem Leben gegriffen. Ihr selbst seid noch recht jung. Entstanden die Texte trotzdem aus eigenen Erlebnissen? – Nein, wir haben nicht alles selbst erlebt. Aber wir beobachten, was um uns herum geschieht. Man muss doch nicht alles selbst erlebt haben.
Welcher Song auf eurem neuen Album mögt ihr am liebsten? – Das ist eindeutig «When You Bleed». Dieser Titel strahlt eine ganz besondere Energie aus, die eigentlich erst durchs Aufnehmen entstanden ist. Diese unbeabsichtigte Magie macht den Song zu etwas ganz Besonderem.


Album: «From Birthdays To Funerals» (Deepdive); 
www.deathbychocolate.ch
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
THE BEAUTY OF GEMINA
Geschrieben von Markus Tofalo   
Donnerstag, 02. Februar 2012
DIE REVOLUTION BEGANN
AM FREITAG, DEM 13.

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Seit ihrem Debüt vor fünf Jahren sind die Platten der Schweizer Rockwave- und Gothicband wahre Exportschlager.


Im Radio hört man sie nie, in offiziellen Verkaufscharts stehen andere Schweizer Künstler viel weiter vorne. In ihrer Szene sind THE BEAUTY OF GEMINA jedoch Megastars – und das rund um den Globus, nicht zuletzt dank des Internets.
Auf ihrem neuen Album «Iscariot Blues», das am Freitag, dem 13. Januar, erschienen ist, zelebrieren sie wieder ihre dunklen Lieblingsthemen. Iscariot war der zweite Name des JESUS-Verräters JUDAS. Verrat, Befreiung und Aufbruch sind die zent­ralen Themen des Albums. Songwriter und Sänger MICHAEL SELE, der selber auch düstere Werke der Klassik von BACH und WAGNER liebt, wird auch mal politisch und verkündet die Revolution.
Musikalisch öffnen sie sich – sind etwas stilbreiter und zugänglicher. THE BEAUTY OF GEMINA werden mit «Iscariot Blues» auch melancholische Rockfans ausserhalb der Gothicszene ansprechen und so neue Fans gewinnen.

Album: «Iscariot Blues» (Universal);
Live: 10.3., Zürich, X-TRA;
www.thebeautyofgemina.ch
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
PETE DOHERTY
Geschrieben von Corinne Sutter   
Donnerstag, 02. Februar 2012
BÜHNENINVASION BEI PETE DOHERTY

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Einen Musiker, der während und seit seiner Beziehung zu einem Model – in PETEs Fall KATE MOSS – bekannt wurde, geht man mit gemischten Gefühlen hören. Gut möglich, dass ihm ohne die seiner Exfreundin zu verdankende Publicity die Türen nicht im selbigen Masse offen stünden, ihn seine musikalischen Fertigkeiten weniger weit gebracht hätten.


Andererseits hat sich nicht irgendein Model in ihn verliebt, nein, KATE MOSS, welche sich kaum über Auswahl beklagen dürfte. Diese Tatsache, gepaart mit jener, dass PETE in KATEs Branche wohl nicht mit Aufträgen überhäuft würde, oder zu gut Deutsch, aussieht wie die meisten Sterblichen, spricht doch wieder für ihn als Person und somit vielleicht auch Musiker.
Was man von einem Musiker, der durch Skandale internationale Bekanntheit erlangte, erwarten kann, lässt seine verstorbene und einst viel gelobte Kollegin AMY WINEHOUSE vermuten. Ihre Konzerte bewiesen, dass ihre Skandale keineswegs der Mediengeilheit wegen he­raufgespielt, sondern eiskalte Realität waren. So waren denn viele Fans enttäuscht über ihre Performance, da sie halt doch an die übliche marketingkonforme Übertreibung der in der Klatschpresse publizierten Tatsachen geglaubt hatten, während sich andere vielleicht sogar gerade der Sehenswürdigkeit wegen für den Konzertbesuch entschieden hatten. Zumal ich nicht letzterer Gruppe angehöre und bei Konzerten primär von der Musik berührt und erst sekundär von der Person des Musikers aufgewühlt werden möchte, hatte ich am 21. Januar den für eine Grösse wie PETE DOHERTY doch sehr kleinen, 300 Personen fassenden Club BRIXTON JAMM in London mit gemischten Gefühlen betreten.
Diese blieben denn auch bestehen – anfangs. Doch keineswegs wegen der musikalischen Darbietung des erstaunlich vital aussehenden PETEs. Nein, diese sollte ich gar nicht erst mitbekommen. Der visuelle Zugang zum etwa vier Meter vor mir stehenden Musiker war behindert durch eine Wand in die Luft gehaltener Smartphones. Mit den aus meiner Sicht doch zu kleinen Screens und meist verwackelten Fotos oder Videos vorliebzunehmen, kam nicht infrage. Da das Gedränge gross war, versuchte ich mich, auf der Suche nach einer Ecke mit Publikum höheren Alters, ganz auf die Musik zu konzentrieren. War diese bei den Vorbands noch ohrenbetäubend laut, so galt dieses Attribut nun dem Livegesang der vor und vor allem hinter mir stehenden jungen Männer, welche voller Inbrunst mitlallten. Dank der kurzen zeitlichen Verzögerung ihres Chors drang immer wieder kurz DOHERTYs echte Stimme zu mir durch und ich hatte somit zwei Gründe, einen neuen Stehplatz zu suchen. Bier sei Dank, musste regelmässig ein Zuhörer seinen Platz verlassen, weshalb ich mich bald noch näher vor der Bühne befand und die Sicht auf den Akteur vor mir kaum mehr gestört wurde. Von diesem Moment an konnte ich seine von Melancholie, Abgründen und Sensibilität geprägte Stimme sowie sein versiertes Gitarrenspiel, welches meine Erwartungen weit übertraf, voll geniessen.
Die Dauer des Konzerts entsprach in etwa einem üblichen Set, der Preis der Tickets der Hälfte eines normalen – nur war das Konzert alles andere als normal. Nachdem THE FRANCIS JETTY – leider viel zu laut gepegelt – vielversprechende Songs performten, betrat PETE DOHERTY die Bühne. Er nahm von Beginn weg viel Augenkontakt, darunter auch verschmitzten, zum Publikum auf. Innig spielte er seine Songs – so lange, bis er nicht mehr spielen konnte. Begonnen hat das Chaos, als PETE seine Gitarre einem Zuschauer übergeben hatte, welcher interessanterweise mithilfe eines Typen der Crew auf die Bühne hochklettern konnte. Der junge Mann klimperte auf der Gitarre, PETE trommelte auf das Schlagzeug und warf sich dann ins Publikum. Darauf kroch auch der ziemlich betrunkene und sprichwörtlich grosse Fan, der direkt neben uns und somit auch gerade bei der Bühne stand, auf die Bühne. Obschon dann auch die Bodyguards eingriffen, galten fürs Publikum von diesem Moment an keine Gesetze mehr. So tummelten sich zahlreiche Fans auf der Bühne, jetzt allerdings unter etwas strengerer Beobachtung der überforderten Bodyguards. Wer ganz ausfällig wurde, wurde wieder runtergestossen, andere wie wir durften auf Augenhöhe geniessen. Dies schien ganz nach PETEs Geschmack zu sein, welcher nicht nur sich mehrmals, sondern am Ende des Konzertes auch seine Gitarre ins Publikum schmiss.
PETE DOHERTY spielt nicht nur regelmässig im besagten JAMM, sondern auch sonst in kleinen, intimen Clubs in London, wo sich der Musiker sichtlich wohlfühlt. Meine Empfehlung habt ihr.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 02. Februar 2012 )
 
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