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Home TREND Journal Musik Musik
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Geschrieben von Rebecca Hügi
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Freitag, 07. Mai 2010 |
Nach mehr als 120 Konzerten und grossen Plattenerfolgen zeigt der 30-Jährige mit seinem neusten Werk «Tuesday Songs» einmal mehr, welch musikalische Vielfältigkeit er besitzt. Dass der Sänger Arbeiten mit Ohrwurmqualität abliefert, beweist bereits die Single «Losing». Diese wird nämlich in sämtlichen Schweizer Radiostationen rauf und runter gespielt. Am 15. April trat MARC SWAY im Zürcher MASCOTTE auf. In ausverkaufter Halle präsentierte er sowohl vor Freunden und Verwandten wie auch vor seinen Fans seine neuen Songs. Mit frechen Sprüchen und witzigen Tanzbewegungen begeisterte er die Zuschauer. Der ELVIS-PRESLEY-Hüftschwung hat jedoch noch nicht ganz gesessen, dafür gab’s eine echte Torrero-Geschichte zu hören. Die Palette seiner neuen Songs geht von ruhigen, romantischen Balladen bis hin zu peppigen Songs mit Latinoeinschlag. Nach fast zwei Stunden zeigte SWAY noch immer kein Anzeichen von Müdigkeit. Seine gute Laune schien unaufhaltsam. So liessen sich er und seine Band auch nicht lange um eine Zugabe bitten. Kurzum spielten sie einen Song, den MARC für seine Tochter geschrieben hat. «Eigentlich wäre der Song als Schlaflied gedacht gewesen. Meine Tochter fängt aber jedes Mal gleich an zu tanzen, anstatt zu schlafen», erzählte der stolze Papa dem Publikum.
Album: «Tuesday Songs» (Sony)
Live: siehe Seite 66
www.marcsway.com
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Geschrieben von Christos & Christos
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Freitag, 07. Mai 2010 |
Nach «Keep Cool» und «Hank Hoover» brachte MARCO RIMA mit «Die Patienten» einen multimedialen Showevent auf die Bühne, den die Schweiz so noch nicht gesehen hat. «Die Patienten» erzählt die irrwitzige Geschichte einer Band, die aus einer geschlossenen Anstalt ausbüxen möchte und dabei in die Fänge eines abgedrehten Radiomoderators gerät. MARCO RIMA hat sich hierfür einen Cast aus verschiedenen Schweizer Stars zusammengestellt: BO KATZMAN, MIA AEGERTER, ISABELLE FLACHSMANN, KATJA BRAUNEIS und RITSCHI. Gemeinsam hauchen sie den verrückten «Patienten» Leben ein und begeistern das Publikum mit zauberhaften Balladen, mitreissenden Rocksongs und einer gehörigen Portion Komik und Witz. Premiere der multimedialen Produktion war am 4. März in Cham. Dabei wurden neue Massstäbe gesetzt. Die Musik, die selbstverständlich auch auf CD erhältlich ist, wurde von DEREK VON KROGH in Stuttgart produziert. Zu dessen Referenzen gehören NENA, MONROSE, SILBERMOND, EISBLUME, KIM WILDE u.v.m. Texter FRANK RAMOND hat den begehrten «Echo»-Preis sowie viele Gold- und Platin-Auszeichnungen erhalten. ISABELLE FLACHSMANN liefert auf der ersten Radiosingle «Die Hölle sind die andern» eine eindringliche Vocalperformance mit Ohrwurmcharakter ab. Ebenso abgehoben ist das Bühnenbild. Ganze 72 m² misst die gigantische Rückwand dieses Spektakels. Knapp 1100 Gäste finden in der extra für dieses Musical konzipierten Zeltkonstruktion Platz.
Live: bis 5.12. in der ganzen Schweiz. Soundtrack: «Die Patienten» (Sony)
www.diepatienten.com
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Geschrieben von Juerg Kilchher
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Freitag, 07. Mai 2010 |
Eine Platinauszeichnung, Kritikerlob, einen TV-Film und fast stets ausverkaufte Konzerte auf der laufenden Tournee durch Europa belegen, die Schweiz hat einen Star. Eineinhalb Jahre nach den «Mondays-Ghost»-Klangwelten überrascht SOPHIE HUNGER auf «1983» mit technischen Spielereien und viersprachigen Soundcollagen aus ihrer stets mit Intensität gelebten Welt, aufgenommen in einem gemieteten Haus in Paris, zusammen mit Soundingenieur STEFAN BRIAT (AIR, PHOENIX). Der in Zürich lebenden Bernerin gelingt es, wie einst BJÖRK, zwischen Drumcomputer und psychedelischen Verfremdungseffekten eine Zerbrechlichkeit zwischen Abgehobensein und Tieftrauer wiederzugeben. Der Sprechgesang fügt sich in den Klangteppich der Multiinstrumentalistin, ist flexibel, ohne zu experimentell zu sein. Über der ganzen Platte liegt das Mysterium einer Ausnahmesängerin, die ihr Geburtsjahr zum Albumtitel machte und von sich sagt, dass ihre Musik immer ungefragt und ungestört aus ihr fliesse. So ist «1983» nur für Hörer, die sich nicht davor fürchten, in der aufwendigen Produktion zwischen Kälte, Distanz einerseits und dem leisen Leiden oder zärtlichen Wünschen hin- und hergeworfen zu werden. SOPHIE HUNGER ist auch nach dem grossen Erfolg ihres Debüts eine Frau, die verblüfft, weil sie nicht Musik macht, sondern Musik ist.
Album «1983» (Two Gentlemen); Live: 14.5., Chur, STADTTHEATER
www.citylightsforever.ch
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Geschrieben von Juerg Kilchher
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Freitag, 07. Mai 2010 |
WIEDER MIT STINKEFINGER
Mal war er Hopper, dann Romantiker und zuletzt Hippie. Jetzt ist er nach Tumoroperation, Psychiatrie, Drogenproblemen und Karrieretief wieder da, wo er am erfolgreichsten war, als rüpelhafter Rapper.
Als Churer Jugendarbeiter musste GIAN MARCO SCHMID alias GIMMA die sprunghafte Gefühlswelt seiner Jugendlichen aushalten. Unlogische Entschlüsse, wie es musikalisch nach «I gega d’Schwiiz» (2006) in GIMMAs Karriere weiterging, mussten auch seine Fans in den letzten Jahren in Kauf nehmen.
«Unmensch» macht da weiter, wo er mit «Panzer» 2007 aufhörte. Die Raps sind Ohrfeigen, denn hier wird geflucht, provoziert, ausgeteilt. GIMMA mit dem teuflischen Lachen zeigt der Schweiz den Stinkefinger. Was früher vom Seelendoktor als Verhaltensauffälligkeiten einer widersprüchlichen Persönlichkeit notiert wurde, bricht nun wieder voll durch, seine Wut auf die äusseren Umstände.
In GIMMAs Welt ist viel kaputt und es scheint, dass seine Musik die einzige Linderung von seinen Dämonen ist. «Unmensch» ist vor allem Kraft, die Beats hämmern, die Raps stechen. Die Machowelt feiert sich selbst und würde man sie in die Wirklichkeit loslassen, würde ein Flächenbrand ausbrechen. GIMMA macht also nicht da weiter, wo sonst erfolgreiche Rapper dem Publikum Zucker geben, indem sie Pop in Raps einfliessen lassen. Nein, GIMMA nimmt seine Mitmusiker SHUKO, YAN und SAD in den dunklen Wald und wütet wild. Da hat’s viel Schatten und dem einen oder anderen Hörer geht’s zwischen all dem akustischen Schmerz und der Wut wohl zu weit. In der Zeit der kommenden Openairs mit Schlamm und Erotik wird GIMMAs «Unmensch» die Massen wieder im Griff haben.
Album «Unmensch» (Equipe Music, ab 14.5.)
Live: 11.7., «Openair Frauenfeld»
www.gimmasworld.ch
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Geschrieben von Dominique Zahnd
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Freitag, 07. Mai 2010 |
«ICH LIEBE BUNGEE-JUMPING UND TAUCH-TRIPS»
KATIE MELUA war bisher eine Garantin für zuckersüssen Kuschelpop. Dank MADONNA-Produzent WILLIAM ORBIT geht die 25-Jährige nun aber neue Wege. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, mit der das vermeintliche Schmusepüppchen ihre Fans verblüfft.
Ihre Anhänger haben ungeduldig auf das neue Album gewartet. Anders würde es klingen, hiess es im Vorfeld – und viel experimenteller. Kurz vor der Veröffentlichung verriet dann Soundtüftler WILLIAM ORBIT (PINK, SUGABABES, SEAL) via TWITTER: «Das, was wir hier machen, entwickelt sich zu etwas vom Besten, in das ich je involviert war. Was ich gerade höre, kann man nur als magisch bezeichnen.» Die Spannung stieg damit ins Unermessliche. Doch wie sehen die Fakten aus? Als die neue Scheibe «The House» endlich im Schlund der Stereoanlage verschwindet, blubbert da feinster Pop, garniert mit allerlei originellen Einfällen, aus den Boxen. MELUA hat sich zweifellos ein Stück weit neu erfunden – und dies ohne ihre alten Fans zu vergraulen. Schmachtende Feuerzeugschwenk-Balladen inklusive gestreichelter Gitarren und schlurfender Percussion? Die gibt es immer noch, wie «I’d Love to Kill You» oder «The One I Love Is Gone» beweisen. Aber da sind eben auch die vielen anderen Tracks. Das von einem pumpenden Moogbass vorwärtsgetriebene «Twisted» erinnert an KATE BUSH. «The Flood» entführt in ein Märchen aus «Tausend und einer Nacht», hat dabei allerdings die Schwere einer NICK-CAVE-Nummer. Und «Tiny Alien» gefällt mit seinem unterlegten Hiphop-Beat und ist gespickt mit allerlei Elektrospielereien.
Sie steht auf düstere Horrorfilme. «Die Sounds sind inspiriert von DAVID LYNCHs Film ‹Eraserhead›», erklärt KATIE MELUA beim Interview. Dass sich die grosse Romantikerin solch schräge Kinokost reinzieht, überrascht. Die Sängerin lacht: «Alles, was an Romantik in mir steckt, lebe ich in meinen Liedern aus. Privat bin ich in dieser Hinsicht fast schon langweilig.» Jetzt wird’s interessant. Wie lebt Singlefrau KATIE MELUA denn so abseits des Scheinwerferlichts? «Ich treffe mich gerne mit Freunden zum Essen und wir besuchen gemeinsam Konzerte von Newcomern. Ausserdem liebe ich es, verrückte Sachen zu tun – vom Bungee-Jumping bis zum Tauchen in englischen Seen.» Wer hätte das gedacht? Doch KATIE hat noch mehr Überraschungen auf Lager. So kann sie im Kino zum Beispiel mit typischen Liebesschnulzen wenig anfangen, ihr Herz schlägt vielmehr für harte Horrorkost. «Ich liebe Vampirfilme. Aber nicht so Sachen wie ‹Twilight›, das ist was für kleine Mädchen. Der letzte Streifen, der mich zu Tode erschreckt hat, hiess ‹The Orphanage›. Ich kriege jetzt noch
Hühnerhaut, wenn ich daran denke …»
Album: «The House» (Phonag)
Live: «10.11., Genève, Arena; 11.11., Zürich, Hallenstadion
TV: 8.5., SF1, «Mister-Schweiz-Wahl»
www.katiemelua.com
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Geschrieben von Shqipe Sylejmani
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Freitag, 07. Mai 2010 |
DAS SCHÖNSTE ABSCHIEDSGESCHENK
SENS UNIK verabschieden sich auf besondere Art: Mit seinem neuen Album «Generation» beendet das Westschweizer Quartett ein Stück Hiphop-Geschichte. CARLOS LEAL, Rapper und Lyriker der Band, erzählte dem TREND MAGAZIN, bei wem die Band sich schon immer bedanken wollte und wieso Musik Freude und Trauer zugleich bringt.
Sechs Jahre lang hatte sich CARLOS LEAL von der Musik verabschiedet, um seine Schauspielkarriere voranzutreiben. Diesen Sommer kehrt er zusammen mit DEBORA, BIO und JUST ONE, zurück zu den Schweizer Bühnen. Der Startschuss fiel an den «Swiss Music Awards», als die Band ihre erste Singleauskopplung «Dream» präsentierte. Die Mischung aus Bekanntem und neuen Elementen zog das Publikum wieder in den selben Bann, in den es schon während der Blütezeiten von SENS UNIK in den Neunzigern gezogen wurde: die unverkennbare Stimme CARLOS’, der eingeführte Soul DEBORAs und die klanglichen Eigenheiten – Hiphop im anderen Sinne.
Zum 20. Bandgeburtstag hat SENS UNIK seine Stifte gepackt und sich an Neues herangewagt. «Den ersten Song zu schreiben, fiel mir nicht ganz einfach – es gab so viel zu sagen, und die richtigen Worte zu finden, fiel mir schwer. Ich musste in mich hineinschauen, um zu sehen, was ich mitteilen wollte, und konnte.» Dann folgten drei weitere Songs – CARLOS hatte sein Element wieder gefunden, das Wort.
In «Generation» trifft Old School auf Erfahrung, die widergespiegelt wird. 16 Hits der Band, vereint mit vier neuen. «Generation» soll nicht nur die alte Fangemeinde ansprechen, sondern den neuen Generationen eines vermitteln: Nichts berührt die Seele so sehr wie die Musik. «Hiphop ist heute anders als früher. Wir haben Themen aufgegriffen, die uns wichtig erschienen, die polarisierten. Heute wird Hiphop als Gangster-Rap abgehandelt, und das ist sehr schade.» Ob «Charlie» oder «C’est la vie», SENS UNIK packten in ihre Trickkiste und zogen einen Hit nach dem anderen heraus – entstanden ist eine Zusammenstellung, die sich hören lassen kann. «Sur tes andes», die zweite Singleauskopplung, zeigt, worin sich die Band verändert hat, und Features mit STRESS («Si tu aimes») oder den FANTASTISCHEN VIER («Original») sind nicht vergessene Abräumer, die Worte noch treffender, die Texte unverblümt. «Wir wollten die Leute mit den alten Songs einfach glücklich machen. Ein Lied ruft Erinnerungen hervor, vielleicht an den ersten Kuss oder an jenen Tag, an dem man beschliesst, keine Drogen mehr zu nehmen. Wir wollten mit diesem Album unseren Fans Erinnerungen zurückgeben, die sie mit unserer Musik verbunden haben. Dafür machten wir die Musik ja schliesslich!»
Auftritte, Openairs und Tourneen – für eine kurze Zeit bietet sich die Gelegenheit, ein Stück Schweizer Kultur näher zu erleben. Die letzten Seiten des Buchs «SENS UNIK» finden ihr Ende, das Abschiedsgeschenk ist wohl noch das einzig Schöne. «Wir möchten uns einfach diesmal bei allen bedanken, was wir vor sechs Jahren schon hätten tun sollen. Bei unseren Fans, die uns heute mit offenen Armen empfangen, bei uns gegenseitig für die Freundschaft und Treue. Natürlich auch bei den Organisatoren, den Produzenten und denen, die uns immer unterstützt haben. Dies ist nun für euch! Wenn ihr an unsere Konzerte kommt, lose your mind and dance with us!» Vielen Dank, SENS UNIK, für die vergangenen Erinnerungen und die Möglichkeit, neue zu schaffen.
Best-of-Album: «Generation» (TBA)
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Geschrieben von Corinne Sutter
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Freitag, 07. Mai 2010 |
DANCE IST MEHR ALS ELEKTRONISCHE MUSIK
Das mit Dancetracks erfolgreich gewordene britische Trio kehrt nach Ausflügen in andere Stilrichtungen wieder zur Tanzfläche zurück. Das TREND MAGAZIN sprach mit SISTER BLISS am Telefon.
TREND MAGAZIN: Der FAITHLESS-Sound ist unverkennbar. Hattet ihr, als ihr 1992 mit FAITHLESS gestartet seid, ein bestimmtes Bild vor Augen, was ihr kreieren wolltet? – SISTER BLISS: Das ist eine gute Frage. Es gibt auf jeden Fall keine Regeln. Ich glaube, was wir zusammen geschaffen haben, war die Verschmelzung all unserer oft gehörten Stile. ROLLO und ich mögen House, MAXI mag Reggae. Und dies führte zu Ambientmusik, meistens Dance. Jedes Album wurde mit dem selben Geist geschaffen, ist jedoch voller unterschiedlichster Stile, was auch zeigt, dass wir wohl mehr sind als einfach eine Danceband.
Du hast ja auch klassisch Klavier studiert. – Oh, das waren bloss einige Stunden in der Pubertät. Nach vier Jahren war aber klar, dass mir die Klassik nicht allzu sehr entspricht. Man braucht viel Disziplin und das Musizieren ist mir zu engstirnig. Ich liebe Jazz, programmierte Drums. Überhaupt die Zusammenarbeit mit MAXI JAZZ, seiner Philosophie, zu produzieren, ist unglaublich erfüllend, was erklärt, weshalb ich seither nichts als Musik mache.
Was muss ich mir unter dieser Philosophie vorstellen? – Oh, damit ist der ganze Prozess gemeint, wie wir gemeinsam ein Album entwickeln. Aber auch dieser ist nicht einfach immer gleich. Wir probieren bei jedem Album etwas anderes aus. Anfangs entstanden die Songs eher aus einer gewissen Ungläubigkeit, Frustration von MAXI JAZZ – weshalb wir überhaupt FAITHLESS hiessen. Einmal schrieben wir das Ganze in nur einer Tonart und versuchten, Musik nach unsern eigenen Regeln zu schreiben. Das letzte Album, «To All New Arrivals», ging vom Titel aus. Das aktuelle jedoch ist eher wieder wie das erste Album. Wir schrieben einfach Musik, frei vom Musikstil. Wir hatten für längere Zeit nicht einmal Songtitel.
Was der vermutlich natürlichste Weg ist. Musik zu machen ohne einen grösseren Plan. – Da gab es einen Plan; überhaupt ein Album zu machen, und zwar ein gutes. Wir haben vier Jahre keines mehr rausgegeben, darum war es uns wichtig. (Baby schreit.) Hör auf zu schreien, ich bin am Telefon. – Du brachtest dein Kind mit auf die Tour? – Ja, sie ist erst halbjährig und kann sich noch nicht beschweren. Nein, im Ernst, sie liebt es, unterwegs zu sein. – Ja, wir haben uns für dieses Album viel Zeit genommen und es langsam immer weiterentwickelt. Und es ist eine gute Zeit für Dancemusik, sie war global nie stärker. Die 35-Jährigen hören uns immer noch und bringen ihre Kids mit an die Konzerte. Wir haben ein riesiges Netzwerk an DJs auf der ganzen Welt, auf welches wir uns verlassen können. Dancemusik wird nicht im Radio gespielt, wenn es nicht billiger Kommerz ist. Ja, und jetzt hoffen wir, dass das Album gefällt. Es ist klanglich sehr farbig und trägt eine positive Message in sich.
Und diese Message bildet die Basis, auf welcher anschliessend die Musik komponiert wird? – Nein. Der Prozess spielte sich wie gesagt bei jedem Album anders ab. Bei diesem hatten wir lange überhaupt keinen Text und lange am Sound rumgefeilt. Das veränderte dann auch die Beziehung zu SONY. Sie haben uns bisher super Dienste erwiesen, doch jetzt hat es nicht mehr gepasst, wir brauchten Zeit, was uns zu einem unserer besten Entscheide führte, das Album selbst zu produzieren. Nun kann uns niemand sagen, wir sollten uns aufs Album fokussieren. Denn das fiel uns unter Zeitdruck schwer. Ich habe gerade ein Baby gekriegt und ROLLO hat zwei Kinder. Ja, und jetzt ist es an der Zeit, dass wir unsere eigenen Fehler machen (lacht). Aber als Risiko sehen wir es nicht, denn die ganze Szene ist ein grosser Freundeskreis, den zusammenhält, dass wir lieben, was wir tun. Es ist nicht so kompetitiv wie die Popmusik. Die Leute hören Dancemusik wegen des überwältigenden Gefühls, das sie überkommt, wenn sie in einen Club treten. Dance ist viel mehr als bloss elektronische Musik. Er erschafft ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Leuten – und auch mit uns: Wir haben eine treue Fangemeinde, auf die wir uns verlassen können. Das haben wir am vergangenen Dienstag im VOLKSHAUS gespürt und freuen uns jetzt schon, bis wir im Sommer wieder zurück sind!
Album: «The Dance» (Musikvertrieb)
Live: «Zürich Openair», 27. bis 29.8.
www.faithless.co.uk
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Geschrieben von Juerg Kilchher
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Freitag, 07. Mai 2010 |
DER VULKAN
Während Islands Vulkan Asche in die Luft schleuderte, explodierte ein anderer im HALLENSTADION. NENA, das Fräuleinwunder sprühte mit Farben aus Licht dem vollen Saal eine Lava aus Rock, Techno, Pop und Schlager um die Ohren, als wären 50 Lebensjahre nicht der Rede wert. Das Wechselbad der genannten Musikstile war für viele der Familien ein Plus, gabs doch dem Konzert über zwei Stunden eine Dynamik, aber auch ein Minus für Leute, die das Handgemachte an den alten Hits mochten. Denn es braucht schon eine Offenheit, um «Nur geträumt» im Elektrolook anzuhören und dabei die gleiche Romantik zu fühlen, wie als Junger in den 1980er-Jahren. Doch NENA zeigte mit diesem Konzert, dass sie nicht stehen geblieben ist. Denn neben dem Kinderbuchschreiben, Kindergrossziehen, Grossmutterwerden und Gründen von alternativen Schulen hatte NENA auch den Mut, sich Musiktrends anzuschliessen oder sie für sich zu interpretieren. Leider gingen bei solch einem Stilmix oft ihr Gesang und ihre kleinen Geschichten unter, ausser beim Akustikteil mit «Wunder geschehn» zusammen mit Sohn und Tochter, dem Höhepunkt des Konzertes. Hier zeigte NENA Herz und liess spüren, wie sehr sie doch das Publikum in den letzten 30 Jahren an ihrem glücklichen Leben teilhaben liess mit Liedern, die stets einfache Poesie waren, aber etwas Wahres für jedermann hatten.
Album: «Made in Germany» (Musikvertrieb)
www.nena.de
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Geschrieben von Christos & Christos
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Freitag, 07. Mai 2010 |
Erstes echtes Soloalbum
Die Gitarrenlegende SLASH ist mit einem fantastischen und neuen Soloalbum zurück. Auf dem grossartigen Rockalbum sind ganz viele illustre Gastsänger mit von der Partie. Von KID ROCK über ADAM LEVINE, von MAROON 5 bis hin zu IGGY POP sind alle vertreten.
Seit er in den 1980ern mit seiner bahnbrechenden Band GUNS’N’ROSES in die erste Riege der Rock-Ikonen aufgestiegen ist, ist er einer der begehrtesten Gitarristen der Welt geworden. Viele bekannte Musiker wenden sich an SLASH, um ihren Aufnahmen diesen ganz speziellen Touch zu verleihen: von MICHAEL JACKSON («Black or White») über RAY CHARLES und STEVIE WONDER bis hin zu den Regisseuren QUENTIN TARANTINO und DARREN ARONOFSKY (SLASH war massgeblich am Soundtrack zu «Jackie Brown» und dem Titeltrack zu «The Wrestler» beteiligt).
Nur ganz wenige Künstler können es sich leisten, mit nur einem einzigen Namen, der auch noch ein Spitzname ist, erfolgreich zu werden. SLASH ist definitiv einer davon. Und nur ganz wenige Gitarristen geniessen derartigen Respekt. Als er anfing, die Liste der Wunschsänger für sein neues Album abzutelefonieren, hörte er kein einziges «Nein». OZZY OSBOURNE, IGGY POP, KID ROCK, DAVE GROHL und FERGIE – allesamt Künstler, die den Luxus geniessen, Kollaborationen dieser Art abzulehnen – antworteten sofort mit einem klaren «Ja». SLASH verbrachte fast ein Jahr im Studio.
Album: «Slash» (Musikvertrieb)
www.slashonline.com
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Geschrieben von Markus Tofalo
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Freitag, 07. Mai 2010 |
DIE ROMANTICPOP-PIONIERE SPIELTEN IN ORIGINALBESETZUNG
Sie waren Pioniere des Romanticpop. Charakteristisch war die Ansteuerung von Synthesizern durch E-Gitarren und E-Violinen. ULTRAVOX als Achtziger-Synthipopper zu bezeichnen, wird der britischen Band, deren Wurzeln im Punk und Wave liegen, nicht gerecht.
Immerhin – und das war am Konzert Mitte April im zu zwei Drittel gefüllten VOLKSHAUS für jeden zu erleben – standen für ihren grössten Hit «Dancing with Tears in my Eyes» neben dem Bass zwei Gitarren im Einsatz! Und der Sound klang ziemlich ähnlich wie die Platte. Fürs «ähnlich» bin ich besonders dankbar, denn «gleich» hätte am Livespiel Zweifel aufkommen lassen, denn die ergrauten Herren, inzwischen 50 und 60, musizierten perfekt, etwas kühl im Auftritt, aber mit sichtlicher Freude ihre grössten Hits. Der Sound war satt, teilweise notwendigerweise extern eingespielt wie z.B. bei «Vienna» die Donner oder die Elektronikwand bei «White China». Sänger MIDGE URE hatte mit den Höhen altersbedingt etwas zu kämpfen, was aber sicher verzeihbar ist.
Von 1980 bis 1984 brachten ULTRAVOX alle ihre Singles in die Charts. 1985 löste sich die Band auf, Sänger MIDGE URE feierte grosse Soloerfolge. BILLY CURRIE reaktivierte in den Neunzigern die Band mit drei neuen Leuten. Die MUSIK war okay – aber, obwohl so angeschrieben, nicht mehr ULTRAVOX. Die Freude unter den Fans war riesig, als die laufende Tour «Return to Eden» angekündigt wurde. Es waren denn auch nur echte Fans am Konzert – und die kannten fast jeden Song! Fast zwei Stunden dauerte der Best-of-Gig, während dem man den Schreiber schon mal in Trance den Flieger machen sah vor Extase. Danach stand man Schlange am CD-Stand, denn die remasterten und mit sehr viel Bonusmaterial angereicherten CDs der Band gelten – obwohl soeben erst in dieser Form erschienen – im leider reduzierten Plattenmarkt bereits als Rarität.
ULTRAVOX’ Anziehungskraft hält gegen jene der ’80ies-Kollegen DEPECHE MODE nicht stand. Künstlerisch und pophistorisch sind sie ihnen aber ebenbürtig. Und darum war es wichtig, dass ihre Tour sie ihne in die Schweiz führte, auch wenn das Konzert für den Veranstalter nicht einen gesicherten Gewinn versprach. Und dafür gebürt GOOD NEWS Dank.
Live-Album: «Return to Eden» (Chrisalys / EMI)
www.ultravox.org.uk
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Geschrieben von Michael Moser
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Freitag, 07. Mai 2010 |
GEREIFT
Bereits zum dritten Mal beehrte die 22-Jährige das Schweizer Publikum. Mit im Gepäck trägt RIHANNA ihr viertes Studioalbum «Rated R», welches sie an die Spitze der Schweizer Charts brachte. So überrascht es kaum, dass ihr Konzert ausverkauft war.
Nach gut 20 Minuten Verspätung und einem eher enttäuschenden Support Act eines DJs stürmte Rihanna die Bühne des HALLENSTADIONs mit ihrem aktuellen Hit «Russian Roulette». In den folgenden 90 Minuten gab die Schönheit aus Barbados ihre grössten Hits zum Besten, unter anderem «Disturbia», «Unfaithful», «Please Don’t Stop the Music», und präsentierte sich in vielfältiger Kostümierung. RIHANNA hat sich musikalisch wie auch persönlich stark weiterentwickelt, so wirkte sie einiges selbstsicherer auf der Bühne. Vielleicht zu selbstsicher. Ihr Tourthema «Last Girl on Earth» ist wohl ein wenig zu hoch gegriffen. Ihre Videoeinspieler während des Kostümwechsels lauteten «Your only chance, your only choice, the only voice, your only solution». RIHANNA sagt von ihrer Tour, dass diese einen ganz neuen Level erreicht habe. Dies mag wohl im Vergleich zu ihren bisherigen Shows zutreffen, im Vergleich zu anderen Künstlern stellt ihre Show nichts Aussergewöhnliches dar. Trotzdem war es ein durchaus unterhaltendes Konzert, jedoch nicht spektakulär. Zu guter Letzt gab es noch den Superhit «Umbrella», sodass der grösste Teil der Zuschauer beglückt nach Hause reisen konnte.
Album: «Rated R» (Universal);
www.rihannanow.com
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 07. Mai 2010 )
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