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Geschrieben von Matthias Haller
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Montag, 20. Dezember 2010 |
HÖHER, WEITER, SCHNELLER
Wer’s gern schnell und heftig mag, für den könnte „Nail’d“ genau das Richtige sein. Der Offroad-Racer von Entwickler TECHLAND macht nämlich ordentlich Dampf und liefert Rennaction am Rande des Wahnsinns.
Mit ihren ersten Rennspielversuchen „Xpand Rally“ legte Entwickler TECHLAND eine Bauchlandung hin, dies soll mit „Nail’d“ nun alles besser werden. Und die Zutaten stimmen: Auf völlig abgedrehten und verwinkelten Kursen liefert man sich Hochgeschwindigkeitsrennen mit ordentlich Boost. Sprünge über hunderte Meter gehören schon beinah zur Tagesordnung, und dass man dabei auch schon mal über Windkrafträder, einen Baukran oder Helikopter hinwegfliegt, macht das Ganze erst richtig interessant. Hier und da kommt einem auch schon mal ein Zug oder LKW entgegen, oder man findet sich in Schräglage einen Staudamm entlang düsen, den tiefen Abgrund immer vor Augen.
Ihr merkt schon, mit Simulation hat „Nail’d“ nichts am Hut. Dies gilt für das Aushebeln jeglicher physikalischer Gesetze genauso wie für die Fahrphysik an sich. Die Quads und wahlweise auch Motocrossmaschinen reagieren extrem direkt, was bei den unglaublich verwinkelten Kursen und teils halsbrecherischen Streckenführung auch dringend nötig ist. Zu Beginn kracht man quasi im Sekundentakt in Felsen und sonstige Randbebauungen, weil man teils sprichwörtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Pfeile weisen in alle Himmelsrichtungen und es dauert schon ein paar Rennen, bis man das System der Streckenführung in „Nail’d“ verinnerlicht hat. Dann kommt aber richtig Freude auf und die Rennen fühlen sich an wie der Ritt auf einer Kanonenkugel.
Dafür sorgt auch der begrenzte Boost, der einen auf Knopfdruck mit Highspeed über die Strecken katapultiert. Durch eine saubere Landung nach einen Sprung oder dem Durchfahren bestimmter Tore auf den Strecken, lässt sich der Turbo immer wieder aufladen. Tricks sucht man hingegen vergeblich, dabei hätten sich die doch geradezu aufgedrängt. Mehr als ein Wheelie liegt nicht drin – sehr schade.
Insgesamt bewegt sich „Nail’d“ im grafischen Mittelfeld der Rennspiele und punktet vor allem mit viel Drumherum auf den Kursen. Die unterscheiden sich jedoch mehr oder weniger nur durch ihre Farbgebung. Sprich in Arizona seit ihr auf in Orange- und Brauntönen gehalten Strecken unterwegs, im Griechenland wird einem das Selbe in Grün serviert. Dazu kommt noch, dass man einige Herausforderungen auf den gleichen Kursen absolvieren muss, wodurch Abwechslung nicht gerade gross geschrieben wird. Aber durch unterschiedliche Streckenführungen und viel Rambazamba während der Rennen kann man darüber, zumindest in den ersten Spielstunden, grosszügig hinwegsehen.
Schade ist, dass der Sound etwas flach ausgefallen ist. Während es in den Menüs und im Hintergrund während der Rennen ordentlich Heavy-Metall-Mucke auf‘s Ohr gibt, hören sich Motoren-, Boost und Crash-Sounds an, als hätte man ihnen einen Schalldämpfer verpasst. Vor allem das Säuseln des Boosts kommt einem völlig deplaztiert vor und will so gar nicht zur Geschwindigkeit passen, die er auslöst.
Fazit: „Nail’d“ bietet kurzweiligen Rennspielspass mit jeder Menge Action auf unglaublich abgedrehten Kursen und vielen alternativen Routen. Der Einstieg gestaltet sich angesichts der verwirrend Streckenführung teils etwas frustig, dennoch fährt man eigentlich von Beginn an auf die Pole Position. Dies liegt auch daran, dass ein Bug dafür sorgt, dass man nach einem Crash teils zehn Sekunden vor den Gegnern abgesetzt wird. Auch sonst haben sich hier und da ein paar technische Macken eingeschlichen und optisch reisst der Titel ebenfalls keine Bäume aus. Wundern kann man sich auch über ein fehlendes Tricksystem, dass sich in einem solchen Spiel ja mehr oder weniger aufdrängt. Trotzdem macht „Nail’d“ unterm Strich Spass, und alle Fans von Spielen wie „Burnout“, „Pure“ oder auch „SSX“ sollten sich den Titel mal näher ansehen.
„Nail’d“; Rennspiel; XBOX-360-Version (PS3, WIN PC); (Techland / Deep Silver); offizielle Website
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Dezember 2010 )
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