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NORA TSCHIRNER
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Donnerstag, 02. Dezember 2010
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VERLIEBT IN ZÜRICH

Mit ihrer niedlichen Tolpatschigkeit hat sie uns in TIL SCHWEIGERs-Hitkomödie «Keinohrhasen» die Herzen gestohlen. Jetzt meldet sich NORA TSCHIRNER mit ihrer neuen Romanze «Bon Appétit» zurück. Wir wünschen en Guetä!


nora-face-5.jpgEin verregneter Nachmittag, vor ein paar Jahren. Schlecht gelaunter Wind pustete das letzte Laub von den Bäu­men. Re­gentropfen zerplatzten einen stillen Tod sterbend an der Fenster­scheibe. Welt­untergangsstimmung. Ein seufzendes Sich-fallen-lassen auf die Couch und der einprogrammierte Griff zur Fern­bedienung. Asoziale schreien sich ge­gen­seitig an. Zapp! Irgendeine Frau gebärt live Zwölflinge. Zapp! Auf MTV klingt gerade ein Musikvideo aus. Und dann kommt sie: Stupsnasig, braune Haare, grosse Klappe. Die Worte blubbern nur so aus ihr raus. Kein Zapp mehr, hier sind wir zu Hause, bei ihr: NORA TSCHIRNER – erst MTV-Kultmo­de­ra­torin und TV-Serien-Star. Später dann Lein­wandgöttin und Covergirl. Vor der frechen Berliner Göre gibt es kein Entkommen.
Hat sie einen neuen Film am Start, schnüren sich ihre Fans die Turnschuhe und sprinten ins Kino. Denn wo NORA drauf steht, muss was Gutes drin stecken. Das trifft auch in den meisten Fällen zu. Ihre Komödien «Keinohr­hasen» und «Zweiohrküken» zählen zu den erfolgreichsten, deutschen Filmen der letzten Jahre. Und wie steht es mit ihrem neusten Streich? «Bon appétit» spielt grösstenteils in Zürich, wo die Wein­­spe­zialistin Hanna (TSCHIRNER) in einem Nobelrestaurant für verdrehte Köpfe sorgt – bei ihrem Boss und dem spanischen Koch Daniel (UNAX UGALDE).

«Wir haben eine Woche in Zürich gedreht und dabei habe ich mich in die Stadt verliebt», sagt die Schauspielerin. Vor allem unser Dialekt hat es der Berlinerin angetan. «Schwyzerdütsch klingt so niedlich, es gibt keine freundlichere Sprache», schwärmt NORA TSCHIRNER. «Bon appétit» ist ein Film übers Kochen. Kann sie das auch? Sie schüttelt den Kopf: «Mir fehlt meistens die Zeit dazu. Ich stehe da noch ganz am Anfang.»
Diese grünen Augen, das schöne Ge­sicht und ihr unwiderstehlicher Charme – NORA TSCHIRNER ist zweifellos für so manchen eine Traumfrau. Genau darum wählte das renommierte GQ-Magazin sie vor Kurzem wohl auch zur «Frau des Jahres». Für die Fotostrecke liess sich spärlich bekleidet, aber dennoch sehr stilvoll ablichten. Schaut man sie sich ihre Filme an, beweist sie dort ebenfalls ab und zu Mut zur Freizügigkeit. Wo liegen ihre Grenzen? «Das kann ich erst sagen, wenn ich sie erreicht habe», sagt die Schau­spielerin. «Aber grundsätzlich finde ich es langweilig, wenn eine Sex­szene nur dazu da ist, zwei Menschen beim Vögeln zu zeigen. Wird damit aber eine Geschichte weitererzählt und ist es sinnvoll inszeniert, kann das ganz wichtig sein.»
Durch ihren rapide angestiegenen Be­kannt­heits­grad hat NORA nun auch eine Vor­bildrolle. Im Alltag blendet sie das bewusst aus. «Andernfalls würde ich sonst irre werden», sagt sie und grinst. Aber ihren Pro­mi­status für Projekte, denen sonst einen Platt­form fehlt, einzusetzen – das macht sie gerne. Die Schauspielerin sagt: «Ich halte es da wie Spider-Man und sein Motto: Aus grosser Kraft folgt grosse Verant­wor­tung.»
NORA TSCHIRNER ist ein Phänomen. Und ihr Terminkalender dementsprechend gefüllt mit Drehterminen. Wenn sie mal frei hat, geht sie gerne in den Wald spazieren – der Ruhe wegen. Schauspielern kann sie also. Singen auch. Und moderieren. Gibt es da noch irgendwelche versteckten Talente? Sie holt tief Luft und rattert in gespieltem Ernst drauflos: «Ich bin froh, dass du das ansprichst. Also das wären Springreiten, Geländewagen-Fahren, Schminken und Seilhüpfen – obwohl man mir kürzlich gesagt hat, dass es da auch Bessere gäbe. Ach ja, und ich kann toll Rasen­mähen. Reicht das?»


«Bon Appétit»; Liebeskomödie; Kinostart: 16.12.; CH 2010;
Regie: DAVID PINILLOS; Darsteller: NORA TSCHIRNER,
UNAX UGALDE, HERBERT KNAUP, SABINA SCHNEEBELI,
VIRGINIA GOMÉZ; www.liebling-derfilm.ch
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 15. Dezember 2010 )
 
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