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Home TREND Journal Musik OWL CITY
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Geschrieben von Rebecca Hügi
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Freitag, 04. November 2011 |
«ICH WILL KEINESFALLS ETWAS PREDIGEN!»

Mit dem Hit «Fireflies» eroberte das US-amerikanische Synthiepop-Musikprojekt die Herzen der Europäer. Mit seinem neuen Album zeigt ADAM YOUNG, Kopf des Projekts OWL CITY, wie schön Träume sein können und wie man verschiedene Musikrichtungen geschickt mit
einander verschmelzen lässt.
Eigene Träume hat der Musiker jedoch selten, da er von klein auf an einer Schlafkrankheit leidet. Umso mehr kann er sich dadurch nächtelang mit seinen Songs beschäftigen und bringt so musikalische Kreationen hervor, die eine ganz eigene Sprache sprechen. Im Internet gelang ihm der Durchbruch. Nun tourt der Amerikaner durch ganz Europa.
TREND MAGAZIN: Man hört oft, dass du sehr introvertiert bist. Ist es für dich denn nicht schwierig, vor so vielen Leuten auf der Bühne zu stehen? – ADAM YOUNG: Ja, es ist oftmals schwierig für mich. Aber wenn man etwas wirklich will, dann kann man die Angst überwinden. Ich kann mich noch an meinen ersten Auftritt erinnern, als ich so verängstigt war, dass ich es kaum bis auf die Bühne geschafft habe. Als ich jedoch mit meinem ersten Song begonnen hatte, wollte ich fast nicht mehr von der Bühne herunter. Ich habe meinem Manager damals gesagt, dass ich das noch sehr oft wiederholen möchte. Und so stehen wir heute sogar in der Schweiz und können ein Konzert spielen. Das ist wirklich cool.
Bist du heute zum ersten Mal hier in der Schweiz? Was fasziniert dich an unserem Land? – Ja, ich bin heute das erste Mal in der Schweiz. Ein paar Crewmitglieder haben heute einen Tagesausflug in die Berge gemacht. Leider hat es mir zeitlich nicht mehr gereicht. Ich will das aber unbedingt noch nachholen, da ich die Berge sehr faszinierend finde.
Dein Musikstil ist einzigartig und fast mit keinem anderen vergleichbar. Wie beschreibst du ihn selber? – Mit meiner Musik möchte ich gerne andere inspirieren und einfach die Welt ein wenig fröhlicher gestalten. Wenn man einen meiner Songs hört, soll man hinausgehen können und alles mit offenen Armen empfangen. Aus diesem Grund lege ich auch bewusst Wert darauf, dass sich meine Musik hell und glücklich anhört.
Dein neues Album heisst «All Things Are Bright And Beautiful». Warum denkst du, dass alles auf der Welt fröhlich und schön ist? – Ich bin ein Mensch, der immer versucht, in allem das Gute zu sehen. Ich kann das nicht verstehen, wenn jemand mit gesenktem Kopf durchs Leben geht. Mit meinem neuen Album möchte ich genau diesen Leuten zeigen, dass es doch so viel Schönes um uns herum gibt.
Lass uns über deinen Song «Honey And The Bee» sprechen. – Die Produktion war sehr lustig. Wir wollten einfach einmal einen richtig süssen Song machen. Die charmante Stimme meiner Kollegin passte perfekt dazu und so haben wir das Duett aufgenommen. Dass im Titel das Wort Honig vorkommt, passt also sehr gut. Denn genau so süss hört er sich auch an.
Das Cover deines neuen Albums sieht aus wie eine Traumwelt. Wie würde deine perfekte Vorstellung davon aussehen? – Ziemlich ähnlich wie diejenige auf dem Cover. Ich liebe das Meer, den Wald und die Berge. Dort, wo ich aufgewachsen bin, war das Meer Tausende Kilometer weit weg und auch Berge konnte man keine sehen. Deshalb blieb mir nichts anderes übrig, als es mir in meinen eigenen Träumen auszumalen.
Deine Songs schreibst du immer zu Hause im Keller. Was inspiriert dich in einem dunklen Raum ohne Fenster? – Ich weiss, es hört sich wirklich nicht so an, als hätte es dort unten irgendetwas Inspirierendes. Ausserdem wohne ich in einem sehr alten Haus und der Keller ist wirklich sehr unfreundlich. Während meiner Schulzeit war der Keller aber eine Art Rückzugsort, wo ich mich voll und ganz auf die Musik konzentrieren konnte und den Alltag hinter mir gelassen habe. Eigentlich ist es ja schon sehr ironisch, dass solch fröhliche Musik in einem total dunklen Raum entsteht. Aber es war der einzige Ort, in dem ich für mich selbst sein konnte.
Stellen wir uns vor, es würde das Internet noch nicht geben. Wie wärst du berühmt geworden? – Hätte es das Internet nicht gegeben, dann würde ich heute definitiv nicht hier sitzen. Ich wäre viel zu schüchtern gewesen, um einfach eine Band zu gründen und durch die Städte zu touren. Mit dem Internet konnte ich meine Songs hochladen und mich trotzdem in den Schatten meines Kellers zurückziehen.
Viele deiner Songs sind ein Resultat deiner Schlaflosigkeit. Was wäre geschehen, wenn du diese Krankheit nie gehabt hättest? Würde OWL CITY trotzdem existieren? – Vielleicht wirklich nicht. Ich hatte viele schlaflose Nächte und mir war während dieser Zeit natürlich immer fürchterlich langweilig. Irgendwann habe ich begonnen, Aufnahmen auf meinem Computer zu machen. Plötzlich hat es mich richtig mitgerissen und ich konnte nicht mehr aufhören damit. So entstanden die Nächte hindurch unzählige Songs, die wohl kaum entstanden wären, wenn ich geschlafen hätte.
Die Öffentlichkeit weiss kaum etwas über dein Privatleben. In deinem Booklet schreibst du aber eine Danksagung an JESUS. Warum kommunizierst du gerade deine religiösen Ansichten öffentlich? – Die Religion ist für mich sehr wichtig. Ich will keinesfalls etwas predigen oder so, aber der Glaube ist ein grosser Teil von mir und macht in gewisser Weise auch meine Musik aus. Aus diesem Grund finde ich es nicht verkehrt, wenn ich einer meiner Inspirationsquellen Danke sage.
Und wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? – Zuerst freue ich mich nun einmal darauf, für einige Monate auf Tour zu sein. Danach werde ich an einem neuen Album arbeiten. Dafür muss ich mich aber natürlich wieder zu Hause in meinen dunklen Keller verziehen (lacht). Ich hoffe einfach, dass ich diesen Traum noch lange weiterleben darf und viele Leute meine Musik mögen.
Album: «All Things Are Bright And Beautiful» (Universal)
www.owlcitymusic.com
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 04. November 2011 )
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