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Home TREND Journal Musik PAUL VAN HAVER alias STROMAE
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PAUL VAN HAVER alias STROMAE |
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Geschrieben von Christine Kern
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Mittwoch, 02. Juni 2010 |
TRÄGT NUR BILLIG-SONNENBRILLEN
Der smarte Belgier mit rwandischen Wurzeln stürmt zurzeit europaweit die Chartspitzen mit einem französisch gesungenen Titel – etwas, das in der Popmusikgeschichte Seltenheitswert hat.
PAUL VAN HAVER alias STROMAE war Mitte Mai für seinen ersten Auftritt in der Schweiz zu Gast im GLOW Club in St.Gallen. Trotz seinem Erfolg mit «Alors on danse» stieg ihm der Ruhm kein bisschen zu Kopf. STROMAE ist ein ehrgeiziger junger Musiker, der nichts von Klischees hält. Sein Name ist ein Verlan von «Maestro». Verlans sind ein bei der französischen Jugend verbreitetes Sprachspiel, bei dem die Silben vertauscht werden. Nach seinem Auftritt im GLOW sprach der 25-Jährige über das kommende Album, Billig-Sonnenbrillen und wie wichtig für ihn Kreativität ist.
TREND MAGAZIN: Bist du das erste Mal in der Schweiz? – STROMAE: Nein, ich war schon ein paar Mal hier, allerdings ist das schon lange her. Wir waren früher schon mal in Lausanne und mit etwa 12 Jahren kam ich in die Schweiz zum Skifahren.
Mit 18 Jahren hast du schon mit J.E.D.I. zusammen unter dem Namen SUSPICION Musik gemacht. Nach nur einem Song stieg er bereits wieder aus. Habt ihr heute noch Kontakt? – Ja, er ist mein bester Freund! Wir hatten einfach verschiedene Ziele und ich wollte die Musik zu meinem Beruf machen. So trennten sich zwar unsere Wege in diesem Bereich, aber privat haben wir immer noch viel Kontakt.
Alle warten bereits auf musikalischen Nachschub. Arbeitest du an einem Album? – Ja, demnächst kommt das Album raus. Nach «Alors on danse» warten alle auf neue Songs, die ich schnellstmöglich liefern muss. Deshalb bin ich momentan voll im Stress, da die Songs und die Texte dazu wirklich alle von mir selbst kommen. Dieser Aspekt ist mir wichtig, aber es ist auch sehr ermüdend.
Früher hast du stark auf Hiphop und Rap gesetzt. Die neueren Songs haben viele elektronische Elemente drin. Woher dieser Wandel? – Kreativität ist für mich am wichtigsten. Ich will etwas Neues machen und mische deshalb Hiphop, Elektro und ein wenig Volksmusik. Alle diese Musikbereiche sind bereits extrem durch Klischees behaftet. Bei Hiphop denkt man an nackte Frauen, bei Elektro an Drogenkonsum im Club. Ich probiere, etwas völlig Neues daraus zu machen. Auf dem Album geht es auch um Dinge, die man bei solcher Musik nicht erwartet, wie etwa Frieden.
Gibt es jemanden, mit dem du gerne zusammenarbeiten möchtest? – Nein, momentan gibt es da niemanden. Ich möchte nicht mit jemandem arbeiten, nur weil er bekannt ist oder es mir vom Label vorgeschrieben wird. Leute, die an meiner Musik mitwirken, will ich mir selbst aussuchen.
Bekommst du mehr Angebote von Frauen, seit du berühmt bist? – Es sind schon einige mehr, ja. Das wirkt sich aber nicht auf mein Privatleben aus, denn seit zwei Jahren habe ich eine Freundin. Eine Beziehung zu haben ist aber sowieso nicht einfach, ob man berühmt ist oder nicht. Vielen Leuten ist nicht klar, dass man auch schlechte Zeiten miteinander durchmachen und an einer Beziehung arbeiten muss. Meine nächste Single «Te quiero» handelt genau davon.
Auf Fotos sieht man dich oft mit Sonnenbrille. Könnten das die neuen RAY-BAN-Modelle sein? – Nein, die hat doch jeder! Ich möchte mit meinen Auftritten keine Werbung machen und setze darum nicht auf Markenartikel. Ich kaufe mir ganz billige Sonnenbrillen, die nur ein paar Euro kosten. Ich habe sehr viele zu Hause, aber da ich sie oft verliere und mir ständig wieder neue zulege, habe ich den Überblick komplett verloren.
Im Videoclip «Up Saw Liz» fährst du ein ganz altes Auto. Bist du ein Autonarr? – Ich bin einfach ein Fan von speziellen und schönen Dingen, die nicht klischeebehaftet sind. Im Clip ist ein alter CITROËN 2CV («Deux Chevaux») zu sehen, der hat Charme! Ein LAMBORGHINI ist zwar auch ein schönes Auto, aber das typische Klischee von Hiphop und teuren Autos will ich ja nicht erfüllen. Ich will kreativ sein – aber nicht dank viel Geld.
Der Text von «Alors on danse» klingt ziemlich pessimistisch! Ist da was dran? – Absolut, ich bin ein Pessimist! So kann ich von jedem Tag nur positiv überrascht werden. Die meisten Leute sind ständig gut drauf. Aber wenn du genau hinsiehst, merkst du, dass die Fröhlichkeit nur gespielt ist. Viele Menschen tragen eine Art Maske und lachen ständig. Wenn du ihnen dann tief in die Augen schaust, erkennst du die Traurigkeit dahinter.
Album: «Cheese»
(Universal, ab 18.6.)
www.stromae.net
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 08. September 2011 )
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