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PHILIPPE MERK
Geschrieben von Sandra-Bettina Müller   
Freitag, 04. November 2011
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«NEUI WÄLT» ODER AUF DEN ABWEGEN DER MUSIK
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Basel, Industriegebiet, Regen. An einem grauen Abend im Frühherbst trifft das TREND MAGAZIN das produzierende und schaffende Gesicht hinter BASCHIs neustem und wohl erfolgreichstem Album im Dreispitz.

Lachend und freundlich öffnet uns PHILIPPE MERK die Tore zum Studio. Ein sympathischer Mann mit kinnlangem Haar und Tattoos; er redet vom ersten Augenblick an sehr frei und offen, ist zuvorkommend und humorvoll. Wie MERK selber sagt, ist er mit Herzblut Musiker, war es schon immer und wird es auch immer bleiben.

Lass uns mit der Standardfrage beginnen. Wie bist du zur Musik gekommen? – Als ich 11 Jahre alt war, hatte ein Freund von mir ein Poster von ANGUS YOUNG in seinem Zimmer hängen, dem Gitarristen von AC/DC. Ich dachte mir, wenn du diesen Job hast, kannst du alle Frauen haben…
Wie hast du dieses ehrgeizige Ziel verfolgt? – Ich studierte vier Jahre Musik am ACM in Zürich mit Schwerpunkt Funk/Fusion. Die Schule ging noch vor meinem Abschluss Konkurs, so konnte ich das Studium nicht abschliessen. Von da an wusste ich, dass ich den Stock aus dem Allerwertesten ziehen muss, um mit Musik mein Leben bestreiten zu können. Ich war lange Gitarrenlehrer und hatte ein sicheres Einkommen. Nichtsdesto­trotz habe ich mich nach einiger Zeit gefragt, ob es das schon gewesen sein kann. Ich strebte nach mehr!
Was hast du dann gemacht? – Zuerst habe ich meinen Job als Gitarrenlehrer an den Nagel gehängt, danach habe ich mich selbstständig gemacht, was eigentlich ein grosses Risiko mit sich brachte. Als Gitarrenlehrer habe ich gut verdient, bin dann als freischaffender Künstler auch kurz eingebrochen. Da ich aber immer an mich geglaubt habe und an mir gearbeitet habe, bin ich zu dem geworden, was ich heute bin – Produzent und Komponist.
Du hast das ganze Album «Neui Wält» produziert. Eine neue Erfahrung? – Auf jeden Fall. Dieses Album war wie eine Feuertaufe für mich. Nach einigen kleineren und grösseren Projekten mit diversen Künstlern habe ich die Zusammenarbeit mit BASCHI intensiviert und mit ihm an den Sounds für dieses Album gebastelt. Wir haben das ganze Teil im Alleingang hingestellt.
Kamen während der Arbeit auch mal Zweifel auf? – Natürlich, ich war komplett über­lastet – aber habe es geliebt. Das Album zu produzieren, war eine riesige Verantwortung. Nachdem BASCHI und ich in Berlin waren, habe ich die Plattenfirma davon überzeugt, dass wir das nächste Album alleine machen werden. Aber ich habe mich oft gefragt – kann ich das? Werden sie zufrieden sein?
Wie lange arbeitest du schon mit BASCHI zusammen? – So richtig fix seit eben diesem Album. «Neui Wält» ist schon ein sehr bekennender Albumtitel, der für so vieles steht. Für neue Umstände, neue Konstellationen in der Band, neuen Sound… Unter anderem auch dafür, dass BASCHI und ich sehr selbstständig und unabhängig vom Label gearbeitet und unser Ding gemacht haben. Diese CD ist wirklich unser Baby.
Kannst du uns von BASCHI ein Geheimnis verraten? – BASCHI ist vor Auftritten sehr nervös. Er ist sehr menschlich und will seine Sache gut machen. Mehr sag ich nicht ohne meinen Anwalt (schmunzelt).
Zum Schluss noch die Gretchenfrage: Wenn du nicht mehr Musiker bist, was dann? – Keine Option! Die Gitarre kommt mit ins Grab!

www.philippemerk.com
 
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