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PLEROMA
Geschrieben von Stefan Imobersteg   
Donnerstag, 31. März 2011
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WIE NONNAS SUGO
pleroma1-gr.jpgPLEROMA bedeutet auf Griechisch «Fülle», steht für «Glanz- und Lichtermeer», für die Verbreitung des Guten. Die neue Ethik braucht den Begriff, um die Erschütterung des modernen Men­schen zu beschreiben; der Mensch, der sich im Strudel der politischen, körperlichen und historischen Gegebenheiten zurechtfinden muss.

Welche Hebel will eine Band in uns modernen Menschen ziehen und welche Rädchen will sie in den Köpfen der Zuhörer in Bewegung setzen, die sich den Namen PLEROMA gibt? Eine Antwort findet, wer bei einem guten Glas Rotwein, am besten bei Sternenhimmel und 25 Grad einen Schluck aus der Stereoanlage nimmt. Die Musik von PLEROMA ist Emotion pur, sie ist klar, herb und ehrlich süss im Abgang. Italienische Pasta ist das einfache, sinnliche Gericht, mit dem die Künstler ihre Musik vergleichen und mit dem sich die «Song-Köche» in der Öffentlichkeit anpreisen. Trotzdem ist «Spa­ghet­ti-Rock» ein zu simpler Begriff für die Arrangements, denen sich die fünf Künstler auf «Rosso Colore D’Amore» mit Leidenschaft hingeben. Würde man einen Teller Pasta ablichten, mit einem Bild­bearbeitungsprogramm um 180 Grad drehen, einen Strudel einbauen und das Ganze in Neonlicht tauchen, käme man schon eher an die Kunst ran, mit der die selbst ernannten Spaghetti-Rocker daherkommen. Wer einen echten italienischen Sugo kennt, einen, der 5 Stunden lang liebevoll von der Nonna geköchelt und mit verschiedensten geheimen Gewürzen versehen wurde, hat schon eher eine Ahnung davon, was Songs wie «Una Questione Di Dignità» oder die scharfe Version «Vaffanculo» auf ihrer neuen CD ausmacht. Um den Sinn in den italienischen Texten zu finden, braucht man zum Glück nicht unbedingt Italienisch zu verstehen; die Melodien fliessen ungebremst ins Bauchgefühl und erzeugen wohlige Wärme und heisse Explosionen. PLEROMA steht also für ehrliche Leidenschaft, die sich nicht scheut, einfach zu sein und ein bisschen Emotion in jedem komplizierten, rational denkenden modernen Menschen weckt.

Album: «Rosso Colore D’Amore» (K-tel); www.pleroma.ch
Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. April 2011 )
 
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