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Geschrieben von Matthias Haller
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Montag, 24. Oktober 2011 |
BÖSE KIRCHE, BÖSE VAMPIRE

Während in «Twilight» weichgespülte Vampire zu liebeskranken Teenies degradiert werden, zeichnet die Comic-Adaption «Priest» ein weitaus düsteres Bild von den Blutsaugern. Und im Vergleich zur realen Welt, sind hier tatsächlich Priester die letzte Hoffnung der Menschheit. Im Kino ging «Priest» zwar etwas unter, weshalb Genre-Fans sich den Film aber evtl. auf DVD oder Blue-ray anschauen sollten, verraten wir in diesem Artikel.
Inhalt: Priester, Monster und die böse Kirche
«Priest» zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft, in der der Krieg gegen die Vampire dazu führt, dass sich die wenigen Überlebenden hinter die gewaltigen Mauern einer letzten Bastion zurückziehen. Ein Teil der Menschen lebt in zu Wüsten verkommenen Einöden, mehr schlecht als recht, doch es reicht gerade so um durchzukommen. Auch die einstmals strahlenden Helden der Kirche, die Priester, fristen nach dem Krieg ein Schattendasein, da die hochspezialisierten Kämpfer nach Kriegsende nicht mehr gebraucht werden. Die Kirche und der vom ihr propagierte Glaube beherrschen den Alltag der Menschen, Erinnerungen an einen totalitären Staat kommen nicht von ungefähr. Doch eines Tages verschleppen Vampire die Nichte eines der letzten Priester, der sich daraufhin trotz Verbots aufmacht, diese zu retten. Ihm auf den Versen sind drei weitere Priester, mit dem Auftrag den aufständischen Kirchenmann zurückzuholen. Doch das ist nicht das einzige Problem unseres namenlosen Helden, den wie sich herausstellt steckt hinter der Entführung weit mehr, als er je hätte erahnen können.
Fazit: Postapokalyptisches Action-Spektakel
Ein bisschen «Van Helsing», ein wenig «Blade Runner» und eine Priese «Book of Eli» – «Priest» bedient sich hier und da bei bekannten Genre-Kollegen und mischt das Ganze zu einer kurzweiligen Comic-Verfilmung, die der Vorlage jedoch nicht ganz gerecht wird. Neben dem Look gilt dies vor allem für den Gewaltgrad – dennoch geht es hier alles andere als friedliebend zu. Obwohl der Film zuerst verschoben wurde und dann im Kino etwas unterging, was meist kein gutes Zeichen ist, liefert «Priest» überraschender Weise solides Popcorn-Kino, mit einer ansehnlichen Bildsprache, guten Special Effects und flotten Action-Sequenzen. Auch wenn PAUL BETTANYs Darstellung frappierend an seinen Auftritt in «Legion» erinnert, der ebenfalls von Regisseur SCOTT CHARELES STEWART inszeniert wurde, so mimt er den wortkargen Antihelden doch mit einer Konsequenz, dass man mit der Hauptfigur immer irgendwie mitleidet. «Priest» ist mit Sicherheit kein Film, denn man sich in der Hoffnung auf tolle Dialoge oder eine tief schürfende Charakterzeichnung ansieht, sondern hier geht es ausschliesslich um den Schauwert. Und was das angeht bekommt der Zuschauer auch Einiges geboten. Selten hat man Vampire so blutrünstig gesehen, mit den «Twilight»-Nerds haben diese Biester nichts mehr gemein. Die Blutsauger erinnern zwar ein bisschen zu sehr an die Höhlenmonster aus «The Descent», doch dies liegt wohl auch im Auge des Betrachters. Action- und Comic-Fans kann man «Priest» durchaus ans Herz legen. Und wer Filme im Stil von «Ultraviolet» mag, der wird diesen Film mit Sicherheit lieben.
Originaltitel: „Priest“; Fantasy, Action, Horror; USA 2011 (Sony); Regie: Scott Charles Stewart; Darsteller: PAUL BETTANY, KARL URBAN, CAM GIGANDET, MAGGIE Q; Dauer: 84 min; Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1); Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1),Englisch für Sehgeschädigte (Dolby Digital 5.1); Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Englisch für Hörgeschädigte ; Bonusmaterial: Entfallene Szenen und Erweiterte Szenen, Die blutige Grenze: Erschaffung der Welt von Priest, Handwerkszeuge: Die Waffen und Fahrzeuge, Kommentar der Filmemacher und Darsteller; Offizielle Website
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 11. Januar 2012 )
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