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RADIOHEAD
Geschrieben von Corinne Sutter   
Donnerstag, 31. März 2011
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MITSCHWINGEN, NICHT MITSINGEN
radiohead-gr.jpgDie britischen Alternative-Rocker lassen sich nicht gerne einordnen, legen sich auch gerne quer zu den üblichen Abläufen im Musikbusiness, streiten mit der Platten­firma oder halten sich wenig an Termine. Auch musikalisch überraschen sie gerne, so auch auf ihrem neuen Album.

Wenn sich so Wahnsinn anfühlt, verfalle ich ihm gerne. Das denke ich regelmässig beim Hören der Werke RADIOHEADs, in welchen sie gerne gängigen Song­kon­zep­ten trotzen. Wie bewusst sie das tun, kann man nur vermuten, aber spätestens, nachdem man sich Frontmann THOM YORKES’ kryptischen Tanz im Video zu «Lotus Flower» reingezogen hat, wird einem bewusst, wie diese Band keineswegs trotzt, sondern ihre Musik nicht anders denn authentisch auszudrücken vermag. YORKES schockiert und fesselt zugleich, wie er schamlos seine eigene Verrücktheit in Bewegungen transferiert, frei von jeglicher Scham und ohne dabei in plumpe Provokation zu verfallen.
Vom aktuellen Album «King of Limbs» enttäuscht sein dürften Fans, welche alte Hits wie «Creep» oder «Karma Police» rauf und runter spielen und an Konzerten vergebens auf deren Liveinterpretationen hoffen. Oder darauf, dass das neue Album wieder einer breiten Masse zugängliche Songs in sich berge. Beim ersten Mal durchhören der nur 38-minütigen Scheibe befindet man sich im luftleeren Raum. Wo bleiben die Perlen, die sich sofort im Gehör verankern, es infizieren und nach unentwegter Wie­der­ab­spielung lechzen las­sen?
Doch RADIOHEAD will die Massen nicht mit gefälliger Musik bedienen. Bei RADIOHEAD hat sich der Hörer einzulassen. Und das bedarf Geduld und vielleicht etwas Vertrauen in die Genialität der Band. Und zweierlei Einsichten: dass es sich mit den besten Songs verhält wie mit guten Freunden. Sie drängen sich nicht auf, überraschen mit immer wieder neuen Facetten, bleiben ihrem Charakter treu und strahlen doch immer eine gewisse Vertrautheit aus. Und dass RADIOHEAD Musik macht zum Mitschwingen und nicht zum Mitsingen.


Album: «The King of Limbs» (Musikvertrieb); www.radiohead.com
Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. April 2011 )
 
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