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RATCHET & CLANK: ALL 4 ONE
Geschrieben von Matthias Haller   
Freitag, 21. Oktober 2011
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NUR FÜR KOOP-FREUNDE?
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Die «Ratchet & Clank»-Serie stand bisher für witzige Action-Adventure-Kost auf Animationsfilmniveau. Einige Dinge sind im neusten Ableger erhalten geblieben, dafür müssen sich Fans des Lombax an anderen Stellen auf einschneidende Änderungen gefasst machen. Welche das sind und ob diese was taugen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Der Titel «All 4 One» deutet es schon an und Insider wissen es sowieso schon längst, der neuste «R&C»-Titel ist ein Koop-Abenteuer für bis zu vier Spieler. Die dürfen sowohl on- als auch offline mit Lombax Ratchet, Roboter Clank, Tollpatsch Captain Qwark und Oberbösewicht Dr. Nefarious auf die Suche nach Bolts und und Upgrades gehen. Moment mal, Dr. Nefarious? Ja, genau, der Erzfeind unserer Titelgebenden Helden gesellt sich nämlich in diesem Abenteuer auf unsere Seite, nachdem die vier Protagonisten vom Kreaturensammler gekidnappt und auf deinen fremden Planten verschleppt werden. Gemeinsam stark lautet das Motto, doch gerade wenn man solo unterwegs ist, trifft das leider nicht immer zu.


Vier gewinnt

Jeder Pixel in «All 4 One» schreit es geradezu heraus: «Ich bin ein Koop-Spiel!». Wie gesagt kann man das Abenteuer auch im Alleingang angehen, die KI übernimmt dann die Kontrolle der Mitspieler, aber wie so oft ist eine KI halt kein Ersatz für einen Menschen. Zwar lässt sich das Abenteuer auch gut so bewältigen, in manch kritischen Situationen merkt man aber einfach, dass man mit einem ansprechbaren Mitstreiter einfach besser dran ist. Für diesen Test waren wir also zu zweit unterwegs, genauer gesagt als Ratchet und Clank, ganz klassisch eben. Die anderen Figuren tauchen dabei nur in den Zwischensequenzen auf, während des Spiels bleiben sie unsichtbar. Auf den ersten Blick wirkt alles wie gehabt, doch der Teufel liegt im Detail. Anders als in den Vorgängern kann bewegt man sich in «All 4 One» durch Schlauch-ähnliche Levels, mal von links nach rechts, mal von oben nach unten, frei begehbar sind die Areal nicht mehr. Auch die Kamerawinkel sind fix vorgegeben, was hier und da für erhebliche Problem sorgt. Bewegt man sich nicht nahe beieinander, dann kann es zu erheblichen Sichtproblemen kommen, die dazu führen, dass man blind in einen Abgrund hüpft oder von einem Gegner malträtiert wird ohne es zu merken. Absprache ist also das A und O.


Sammeln, Ballern, Springen

Kenner der Vorgänger werden sich bei der Steuerung sofort heimisch fühlen, Springen, Schlagen, Schiessen funktioniert wie gehabt. Neu ist eine Art Greifhaken, mit dem man sich an vorgegebenen Objekten oder seinen Partner hängen kann. So erreicht man durch Schwingen sonst unerreichbar Plattformen oder rettet sich bei einem Absturz vor dem sichern Tod. Für die Serie typisch waren und sind schon immer die ausgefallenen Ballermänner. Neben der Standardwumme erhält man im Laufe des Spiels immer neue Waffen, die auch mit Upgrades ausgestattet werden können. Als Währung dienen in den Level verteilte Orbs, die in den zahlreichen Kisten und Gegnern versteckt sind. Um einige der Waffen, wie z.B. die Saugkanone, sind dann auch kleine Rätseleinlagen gestrickt, die aber kaum einen Herausforderung bieten. Abwechslung vom Kampf bieten kleinen Rutscheinlagen und Fahrzeugsequenzen, wo es vor allem auf einen gute Reaktion ankommt. Die Steuerung ist dabei sehr exakt und insgesamt geht das Spiel flott von der Hand. Viele Elemente kennt man so schon aus den Vorgängern, halt nur nicht in so gradliniger Form.


Grafischer Rückschritt

Optisch waren die letzten «Ratchet & Clank»-Teile ein wahres Fest für die Augen und auch «All 4 One» kann zumindest in den Zwischensequenzen punkten. Die bewegen sich auf sehr hohem Niveau, wirken wie ein Animationsfilm aus der Pixar-Schmiede. Leider sieht das Ganze im Spiel dann nicht mehr so überragend aus, die Hintergründe wirken verwaschen und auch sonst ist ein wenig vom Glanz alter Tage verloren gegangen. Hässlich ist das Spiel deswegen noch lange nicht, aber die Messlatte hat sich die Serie mit den Vorgängern selbst so hoch gehängt. Dafür ist die Synchronisation wieder top, der Humor stimmt, auch wenn er hier und da zu sehr ins Slapstick-Fach abdriftet. Leider konnten wir den 3D-Modus nicht ausprobieren, aber man merkt schon anhand der Zwischensequenzen, dass hier einige nette Spielereien für Besitzer einer 3D-Glotze angedacht sind.


Fazit: «Ratchet & Clank: All 4 One» ist voll und ganz als Koop-Abenteuer konzipiert, und mit Mitspielern ist der Titel durchaus kurzweilig. Im Vergleich zu den bisherigen Teilen fällt dieser hier aber etwas ab und kann das hohe Niveau der Vorgänger nicht halten. Ausserdem sorgen technische Macken, wie die manchmal sehr suboptimalen Kameraeinstellungen für Frust und Ärger. Fans des Lombax sollten sich bewusst sein, dass dies hier keine klassisches «R&C»-Abenteuer ist, auch wenn viele Elemente der Serie auch in «All 4 One» verwendet werden. Alles in allem bietet der Titel solide Koop-Action, die zwar ganz nett ist, hinter den Erwartungen aber dennoch zurückbleibt.


«Ratchet & Clank: All 4 One»; Koop-Action; PS3; (Insomniac Games / Sony)

Wertung: 70%

+ Solide Koop-Action für  bis zu 4 Spieler
+ On- und Offline jederzeit Eintritt möglich
+ Hübsche Zwischensequenzen
+ Gute Synchronisation
+ Rasanter Ablauf, mit viel Abwechslung
+ Neue Waffen und Gadgets
+ Abwechslungsreicher Spielablauf

- Kamera nicht immer ideal
- Sehr linear
- Spielgrafik überzeugt nicht vollends
- Humor teils zu plump
- Für Einzelspieler weniger geeignet


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