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RESISTANCE 3
Geschrieben von Matthias Haller   
Mittwoch, 07. September 2011
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FORDERNDER ÜBERLEBENSKAMPF
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Mit „Resistance 3“ verabschiedet sich Entwickler Insomniac Games vom grellbunten Ein-Mann-Armee-Konzept des Vorgängers und versetzt den Spieler in eine Welt, in der die Bestien den Planeten beinah eingenommen haben. Wir übernehmen die Rolle von Joe Capelli, der für sich und seine Familie ums nackte Überleben kämpft. Ob das neue Konzept selbst Überlebenschancen hat oder zum Tode verurteilt ist, erfahr ihr in diesem Review.

Es sieht nicht gut aus für die Menschheit, die Bestien haben den Planten beinah überrannt und machen gnadenlos Jagd auf die restlichen Verbliebenen. Die wenigen Überlebenden haben sich in geheime Verstecke unter der Erde zurückgezogen, doch auch hier sind sie nicht mehr sicher. Mittels Terraformer beschwören die Invasoren eine neue Eiszeit herauf und bereiten den Planten für die Ankunft einer noch grösseren Bedrohung vor. Dr. Malikov, ein Experte auf dem Gebiet der Bestien, sieht nur eine Möglichkeit das Unheil abzuwenden. Er überredet Joe ihn nach New York zu begleiten, wo es möglich sein soll, die Todesmaschine der Bestien zu deaktivieren. Mit einem unguten Gefühl im Bauch und der Waffe im Anschlag begeben sich die Beiden auf eine abenteuerliche Reise, bei der die Überlebenschancen genauso ungewiss sind, wie das, was sie in New York letztendlich erwartet. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, ein Weg auf dem ungeahnte Gefahren auf das Duo wartet.


Standard aber gut

„Resistance 3“ ist ein Shooter in klassischer Tradition. Will heissen, man bewegt sich durch streng lineare Levels, ballert sich von einer Konfrontation zur nächsten und darf zwischendurch auch mal in ruhigeren Abschnitten an Gegnern vorbeischleichen. Hin und wieder wird das Ganze durch Fahrzeugsequenzen aufgelockert, in denen ihr euch zum Beispiel auf einem Boot gegen ganze Hundertschaften von Bestien zur Wehr setzen oder auf einem fahrenden Zug Angreifer abwehren müsst. Das grosse Plus des Spiels ist, wie das Ganze verpackt wurde. In Sachen Inszenierung fährt der Titel grosse Geschütze auf, so dass einem gar nicht auffällt wie altbacken die Spielmechanik eigentlich ist. Wer es gerne kinoreif mag, der ist bei „Resistance 3“ an der richtigen Stelle.


Abgefahrene Feuer-Power

Ein Markenzeichen der Serie waren schon immer die ausgefallenen Waffen, die man zur Verfügung hat. Selbst Standardwummen, wie die Shotgun oder das MG bekommen Sekundärfunktionen spendiert, die es so sonst nirgends gibt. Durch häufiges benützen levelt man seine Lieblingswaffen sogar noch zusätzlich auf, wodurch neue Funktionen oder mehr Power freigeschalten werden. So richtig interessant wird es aber bei den Alien-Waffen, mit denen man z.B. durch Wände oder um Ecken schiessen, Gegner einfrieren oder mutieren kann. Per Schnellauswahl hat man jederzeit bequem Zugriff auf sein komplettes Arsenal, damit hat Joe einen deutlichen Vorteil im Vergleich zu Genre-Kollegen, die maximal zwei Waffen bei sich tragen können. Angesichts der schieren Übermacht, der man sich gegenüber sieht, ist aber jede Patrone und Granate nötig, um nicht alle 5 Meter ins Gras zu beissen. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Gegner verschiedener Klassen auftreten. Während einen Fusstruppen flankieren und überrennen, positionieren sich flinke Scharfschützen so, dass man kaum eine Chance hat. Da man nicht wie heute meist üblich, Energie von alleine regeneriert, sondern wie zu guten alten Zeiten Heilpackungen aufnehmen muss, schmerzt jeder Treffer umso mehr. Dies unterstreicht aber auch die Tatsache, dass Joe ein Mensch ist, der verwundet werden und sterben kann. Entsprechend nervenaufreibend gestalten sich die Shoot-outs mit den zähen Gegnern, die sich oftmals über mehrere Minuten hinziehen können. Lobenswerterweise gibt es faire Checkpoints, die einem in der Regel ersparen, komplette Abschnitte nach dem Ableben nochmals durchspielen zu müssen.



Beklemmend schön

„Resistance 3“ baut von der ersten Sekunde an eine unglaublich beklemmende Stimmung auf, die einem deutlich macht, dass es da draussen ums nackte Überleben geht. Der Grundtenor wirkt wie eine Mischung aus „Krieg der Welten“ und „Terminator Salvation“, einfach in einer alternativen Version der 40er-Jahre. Unterstrichen wird die bedrückend-bedrohliche Stimmung durch eine deutlich reduzierte Farbgebung, die sich hauptsächlich auf blasse Grau- und Brauntöne beschränkt. So entsteht ein fantastischer Look, der deutlich an „Killzone 3“ erinnert. Und auch wenn der Insomniac-Shooter der Grafikorgie „K3“ nicht ganz das Wasser reichen kann, so gehört er dennoch zu den hübscheren Genre-Vertretern, die derzeit am Markt sind. Vorallem in Sachen Lichteffekten lässt die Optik hier die Muskeln spielen. Aber auch Partikel- und Raucheffekte sehen fantastisch aus. Insgesamt wirken die Levels sehr detailreich und plastisch. Nur die Gesichtsanimationen sind nicht mehr ganz up to date. Dafür entschädigt eine sehr gute deutsche Synchronisation, die zwar nicht immer mit den Lippenbewegungen übereinstimmt, dafür sehr authentisch rüber kommt. Insgesamt wirkt die Aufmachung von „Resistance 3“ stimmig und wie aus einem Guss. Eye Candy gibt es weiss Gott genug, sei es nun in der Einöde, in einer Sumpflandschaft oder im wildesten Schneegestöber.


Fazit: Die Kampagne von „Resistance 3“ hat alles was es zu guter Unterhaltung braucht: Action, Drama und spektakuläre Momente im Minutentakt. Das neue Setting tut der Serie sichtlich gut und bringt frischen Wind in das angestaubte Ein-Mann-Armee-Sci-Fi-Genre. Dank der tollen Präsentation fällt auch kaum auf, dass eigentlich nicht viel Neues geboten wird. Auf Grund der tollen Spielbarkeit und der durchdachten Steuerung machen die Positionskämpfe gegen die Bestien unglaublich Spass, und wer sich an den zähen Gegner doch mal die Zähne ausbeisst, der darf sich Unterstützung im On- oder Offline-Koopmodus holen. „Resistance 3“ ist nicht nur der bisher beste Teil der Serie, sondern einer der besten Shooter, die aktuell zu haben sind. Action-Liebhaber mit einer PS3 am Start dürfen hier bedenkenlos zugreifen.


„Resistance 2“; Action, First Person Shooter; PLAYSTATION 3; (Insomniac Games / Sony)

Wertung: 90%

+ Tolle Amtmosphäre
+ Kinoreife Inszenierung
+ Grosse und ausgefallene Waffenauswahl
+ Spannende Story
+ Fordernde Kämpfe
+ Gelungene Synchro und Musikuntermalung

- Streng linear
- Wenig Gegnertypen
- Nicht immer Lippensynchron
- Unausgewogener Schwierigkeitsgrad
Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. September 2011 )
 
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