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ROBY ROB
Geschrieben von Markus Tofalo   
Montag, 08. Februar 2010
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ANTOINES STIMME EMANZIPIERT SICH

Die Vorwürfe wiegen schwer: Abzocke, Sex mit Minderjährigen, Ausnützung und Ideen­klau ohne Erwähnung und Ent­schädigung. MC ROBY ROB rechnet ab.


matic.jpgEin Mittwoch im Januar. Ich erhalte überraschend einen Anruf von ROBY ROB. ROBY ist MC, war MC für DJ ANTOINE, Produzent, auch DJ, singt und schreibt Texte selber, spricht sechs Sprachen, spielt vier Ins­tru­mente nach Noten und ist in leitender Po­si­tion bei einem grossen jüdischen Alter­nativ­energieunternehmen. Wir kennen uns schon seit Urzeiten. ROBY ROB MATIC hat einst für das TREND MAGAZIN gearbeitet. Er wolle auspacken. Er wolle die Wahrheit über DJ ANTOINE erzählen. Auch der Name AN­TOINE KONRAD stand schon in einem TREND-MAGAZIN-Impressum.
Es war noch vor dem Millenniumwechsel. ROBY schuf sich mit seiner MUSIC FAMILY
in der Ostschweiz zum Partykönig empor, ANTOINE war sein meistgebuchter Nicht-Ostschweizer. Die beiden verstanden sich gut. Auch nach einem Gefängnisaufenthalt MATICs wegen Betrugsdelikten dauerte die Zusammenarbeit an. Aus ROBY MATIC wurde ANTOINEs MC ROBY ROB. Das Dreamteam ergänzte sich. Saubermann ANTOINE legte seinen feinsten House auf, der Front heizte Badguy ROBY die Crowd mit seinen legendären und viel kopierten Sprüchen wie «Wo geht die Party ab?» oder «Wo sind meine Scheissausländer?» an. Letz­teren konnte ihm, dem selber als Jugo Bezeichneten, keiner verübeln. Auf den CDs des Hochglanz-DJs disste ROB die Kon­kurrenz und rappte in Englisch und Deutsch.
ROBY holt mich zum Essen ab. ANTOINE habe ihn all die Jahre verarscht, sagt er. Am 2. Dezember sei er ihm während eines Auf­tritts davongelaufen. Der DJ spielte einfach weiter... «Nicht einmal fünf Prozent von ANTOINEs Gage habe ich jeweils erhalten.» Dabei verdiene ANTOINE allein durch Auftritte eine siebenstellige Summe im Jahr und seit Neustem besitze er gar einen ROLLS-ROYCE.
ANTOINE ist ein Geschäftsmann. Wie kein anderer DJ der Schweiz versteht er es, sein Image zu pflegen, seine Flyer und CDs hochwertig zu gestalten und sich gut zu posi­ti­onieren. Wer in der SI eine Homestory bekommt, hat es in der Schweiz geschafft. ANTOINE bekam eine. Doch die heile Familienidylle trügt. MATIC erzählt während des Essens nicht nur von Seitensprüngen. Da ist von Sex mit 15-Jährigen die Rede. – Wirklich? «Ja, sicher! Die sah noch so jung aus!», ist sich ROBY über ihr Alter sicher. Ich höre Drogengeschichten und dass ANTOINE seinen Namen hinter Produktionen setze, an denen er keinen Strich gemacht habe. Das ist aber bei fast allen DJs so. ROBY beklagt sich, dass er für seine kreative Arbeit nie Geld erhalten habe, nicht mal die Erwähnung im CD-Booklet als Autor und somit auch keine SUISA-Gelder, z.B. für «Work your Pussy». Gecovert und geklaut ist tatsächlich so
einiges aus ANTOINE-CDs, ursprüngliche Autoren sind selten erwähnt, wie z.B. bei «Booty Purple Rain».
Das Telefon klingelt. Tatsächlich ist ein Ver­anstalter dran, der fragt, ob ANTOINE nun wirklich alleine kommen werde. In diesem Fall buche er ihn nicht. ROBY lächelt geehrt. Das sei kein Einzelfall, sagt er nach dem Telefonat zu mir. Die Anzahl internationaler Engagements sei eingebrochen. ROBY spürt die Sympathien auf seiner Seite. Er habe auch schon zahlreiche Anfragen von Ver­anstaltern für seine Soloshow und auch als MC für andere Schweizer DJ-Grössen.
Tage später. Ich lese im 20 MINUTEN von den beiden. «DJ ANTOINE ist ein egoistischer, geldgeiler Vogel, der mich abgezockt hat», meint ROBY ROB auf der Titelseite. ROBYs Anschuldigungen werden von ANTOINE natürlich widerrufen. Er habe ROBY entlassen, weil er «ein massives Drogen- und Lü­­­gen­­problem hat», so ANTOINE. Die Schlamm­­schlacht ist lanciert, ähnelt einem Zickenkrieg. Wem glaubt der Leser mehr? Im Umgang mit den Medien agiert er nicht sehr geschickt, hat Mühe, seine Behauptungen zu belegen – auch wenn sie durchaus glaubwürdig und plausibel sind. Viele Szenenkenner bestätigen seine Aussagen – bisher aber nur hinter vorgehaltener Hand. Da steht anscheinend etwas auf dem Spiel. Dass ROBY kokst, verneint er nicht. Doch ANTOINE sei auch kein Heiliger. Was kaum einer weiss, der Serbe hat es inzwischen auf legalem Weg beruflich zu etwas gebracht. Es gehe ihm daher im Streit mit ANTOINE nicht ums Geld an sich, aber um Fairness.
ROBY ist nicht der Einzige, der ANTOINE verliess. Auch REMADY und PABLO RODRIGUEZ (u.a. «This Time») seien definitiv weg. Und jetzt? ROBY macht weiterhin Partys, z.B. die «Face Control» jeweils im GLOW St.Gallen, ein sicherer Wert, auch wenn einmal kein Megastar auf dem Flyer steht. Und künftig möchte ROBY ROB auch wieder vermehrt als Einzelkünstler im Stil von FATMAN SCOOP in Erscheinung treten. Bookings hat er schon viele für sein aktuelles Showset.


Live: «Face Control», 13.2., St.Gallen, GLOW
www.robyrob.ch , www.blackfriday.ch
 
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