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Geschrieben von Dominique Zahnd
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Mittwoch, 02. Juni 2010 |
AUF INS LAND DER TRÄUME
Australien gab uns KYLIE MINOGUE, INXS und die BEE GEES. Und jetzt gesellt sich SARAH BLASKO dazu. Eine Frau, die in der KATIE-MELUA-Pop-Ecke zu Hause und in ihrer Heimat bereits ein Superstar ist. Nach unserem Treffen mit der Sängerin war uns klar, wieso.
Es gibt einfach Leute, die haben sie: diese hell leuchtende Aura. Und die sehen auch aus und sprechen wie ein Star. SARAH BLASKO ist so ein Mensch. Ihr Lächeln ist derart unverschämt süss, dass man sie auf der Stelle heiraten möchte. Dann sind da die braun gesprenkelten Augen und diese Haare, die sich irgendwie nicht richtig zähmen lassen. Dazu trägt sie ein Kleid, das ausschaut, als hätte sie es einer Magd aus dem
18. Jahrhundert abgekauft. Wenn ein normaler Mensch sowas in dieser Art anzieht, sieht er einfach nur nach Müll aus. Aber Stars steht so etwas eben. In Australien füllt SARAH BLASKO Stadien. Dabei macht sie weder BON-JOVI-Rock noch MADONNA-Pop. Nein, ihr Sound ist ein Zwischending aus Theater-Pomp, NICK CAVEscher Schwermut und einem Schuss Melancholie der Marke MUSE. Und dennoch hat das Ganze auch etwas von der Leichtigkeit und der Popsensibilität einer KATIE MELUA. Kurz und knapp: SARAH BLASKO ist einfach gut.
Um Europa zu erobern, wird nun ihr drittes Album «As Day Follows Night» auch in unseren Breitengraden veröffentlicht. Und es ist nichts weniger als ein kleines Meisterwerk. Aufgenommen hat sie es in Schweden. Dort, wo die Götter des Pop schon immer etwas grosszügiger bei der Talentvergabe waren. Die Leute in der Heimat von ABBA & Co. haben nämlich ein spezielles Händchen dafür, Standards zu nehmen, sie ein bisschen durch die Luft zu wirbeln und sie dann etwas verschoben vom Original zu platzieren. Genau das ist auch mit SARAH BLASKOs Demos passiert, als sie sich mit BJÖRN YTTLING (vom gefeierten Indierock-Trio PETER, BJORN AND JOHN) im Studio einschloss. Darum klingt ihre Musik auch keine Spur nach sonnenverwöhnten, australischen Stränden, sondern eher nach schneereichen, schwedischen Wintern.
Die erste Singleauskopplung «We Won’t Run» könnte auch von der Britin KATIE MELUA stammen. BLASKO bringt insgesamt allerdings mehr Power als MELUA mit und nähert sich stilistisch eher der Amerikanerin NORAH JONES an. Fast alle Songs haben eines gemein: ein ausgeklügeltes, instrumentales Melodiemotiv, das sich wie ein roter Faden durch den jeweiligen Track zieht. Um das herum sind Streicherensembles, Bläser und ganz sachtes Schlagzeug aufgebaut. Noch etwas vergessen? Ach ja, die Stimme. Wer sie zum ersten Mal hört, ist ihr bereits nach wenigen Takten verfallen. Ihr unglaublich verhaltenes, weiches und verträumtes Organ transportiert die ganz grossen Gefühle. Sich darauf einzulassen lohnt sich.
Album: «As Day Follows Night» (Dramatico / Phonag)
www.sarahblasko.com
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