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Geschrieben von Juerg Kilchher
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Freitag, 07. Mai 2010 |
 Eine Platinauszeichnung, Kritikerlob, einen TV-Film und fast stets ausverkaufte Konzerte auf der laufenden Tournee durch Europa belegen, die Schweiz hat einen Star. Eineinhalb Jahre nach den «Mondays-Ghost»-Klangwelten überrascht SOPHIE HUNGER auf «1983» mit technischen Spielereien und viersprachigen Soundcollagen aus ihrer stets mit Intensität gelebten Welt, aufgenommen in einem gemieteten Haus in Paris, zusammen mit Soundingenieur STEFAN BRIAT (AIR, PHOENIX). Der in Zürich lebenden Bernerin gelingt es, wie einst BJÖRK, zwischen Drumcomputer und psychedelischen Verfremdungseffekten eine Zerbrechlichkeit zwischen Abgehobensein und Tieftrauer wiederzugeben. Der Sprechgesang fügt sich in den Klangteppich der Multiinstrumentalistin, ist flexibel, ohne zu experimentell zu sein. Über der ganzen Platte liegt das Mysterium einer Ausnahmesängerin, die ihr Geburtsjahr zum Albumtitel machte und von sich sagt, dass ihre Musik immer ungefragt und ungestört aus ihr fliesse. So ist «1983» nur für Hörer, die sich nicht davor fürchten, in der aufwendigen Produktion zwischen Kälte, Distanz einerseits und dem leisen Leiden oder zärtlichen Wünschen hin- und hergeworfen zu werden. SOPHIE HUNGER ist auch nach dem grossen Erfolg ihres Debüts eine Frau, die verblüfft, weil sie nicht Musik macht, sondern Musik ist.
Album «1983» (Two Gentlemen); Live: 14.5., Chur, STADTTHEATER
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