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THE EXPENDABLES
Geschrieben von Matthias Haller   
Mittwoch, 18. August 2010
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Die Stars des Films im Interview

In den USA ist "The Expendables", der neue Film von und mit Sylvester Stallone, bereits erfolgreich angelaufen, hierzulande müssen wir uns noch bis zum 26. August gedulden.


expendables.jpgDie Hommage an die Krach-Bumm-Filme der Achtzigerjahre vereint so ziemlich alles was in Hollywood in Sachen Action Rang und Namen hat. So stehen neben Stallone auch Jason Statham, Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Bruce Willis, Jet Li und Eric Roberts vor der Kamera. Sogar Arnold Schwarzenegger hat sich zu einem Cameo-Auftritt überreden lassen, wofür er in den USA unverständlicher Weise heftige Kritik einstecken musste.

Der Film handelt von einer Gruppe schlagkräftiger Söldner, die sich auf eine riskante Missionen begeben. Ihr Ziel: In einem südamerikanischen Staat sollen sie einen skrupellosen Diktator stürzen, doch ihr Auftraggeber treibt ein doppeltes Spiel. Da hat er die Rechnung aber ohne die Expendables gemacht, die sich als hartnäckiger erweisen als gedacht.

Sylvester Stallone hat gesagt, dass er den Film auch als Gegenpol zum momentan vorherrschenden Superhelden-Boom konzipiert hat. Er will der jüngeren Generation zeigen, dass es auch noch andere Helden aus Fleisch und Blut gibt, die zwar nicht über Superkräfte verfügen, sich aber dennoch zu helfen wissen. In den Achtzigerjahren, als man noch nicht auf so ausfeilte CGI-Effekte wie heutzutage zurückgreifen konnte, waren dies die Helden des Kinos. Und der Erfolg gibt ihm einmal mehr Recht, es scheint so als hätten sich die Leute schon beinah nach guter, handfester Action der alten Schule gesehnt, ansonsten wäre der Film in den USA nicht auf Platz 1 der Kinocharts geklettert.

Aber auch ein Starensemble wie diese gibt es nicht alle Tage in einem Film zu sehen. Stallone hat jedem seine Rolle quasi auf den Leib geschrieben, weshalb die gerne bereit waren im Film mitzuwirken, teilweise sogar mehr oder weniger umsonst. Und wie war es am Set mit so viel Testosteron-Muselpaketen? "Stallone war der Captain, und wir haben gemacht was er gesagt hat. Er hatte ein sehr genaues Bild von der Richtung, in die der Film gehen sollte. Da war kein Platz für Ego-Trips", so Jason Statham über die Dreharbeiten. Stallone, der nach eigenen Aussagen jeden Film so angeht als wäre es sein letzter, hatte die Macho-Truppe also bestens im Griff. Mehr über den Film und die Dreharbeiten erzählt er uns im Interview:

INTERVIEW MIT SILVESTER STALLONE
Wie würden Sie den Film 'The Expendables' beschreiben?
Es ist ein ergreifender Film, der jedoch nicht moralisierend ist. Es ist eine schwarze Komödie. Der Film nimmt ebenfalls die Stereotypen der harten Männer auf, so wie  die Leute uns wiedererkennen, zeigt aber dennoch  eine andere Seite, wie zum Beispiel Jasons Rolle und seine Probleme mit Frauen. Aufgrund all dieser Dinge kann der Zuschauer sagen, “Auf eine Art identifiziere ich mich mit ihnen.” Diese Jungs sind sehr, sehr hart in ihrer Welt und äusserst schwach in der realen Welt.

Wie haben Sie eine solche beindruckende Besetzung zusammengebracht?
Ich habe versucht Rollen zu schreiben, die sie interessieren würden und an ihren Konkurrenzgeist apelliert. Ich musste nur ihr Interesse gewinnen, das war alles. Alle sind sie Stars auf ihrem Gebiet. Insofern verdienen sie es, gleichberechtigt behandelt zu werden. Gleichzeitig muss ich sagen, dass sie sich alle untergeordnet und ihr Ego zurückgestellt haben. Alle haben sich hundertprozentig für ihre Rolle eingesetzt. Das machte mir die Arbeit leicht.

Warum haben Sie Mickey Rourke für die Rolle des Tätowierers Tool gewählt?
Ich bin etwas älter als er, aber wir sind in der Branche praktisch zusammen aufgewachsen. Wir beide haben in unserem Leben Höhen und Tiefen erlebt. Er ist ein sehr sensibler, aussergewöhnlicher Typ – deshalb dachte ich mir: Wenn er genau diese aussergewöhnlichen Eigenschaften in die Figur des Tool einbringt, wäre das spitzenmässig.

Sie haben auch Schauspieler der neuen Generation gecastet, wie zum Beispiel Jason Statham, den Hauptakteur in der bezeichnendsten Actionszene des Filmes, dem Flugzeug-Stunt.
Die Besetzung von Jason war in gewisser Weise Glückssache, denn man weiss vorher nie, ob die Chemie auch stimmt. Er stammt aus einer ganz anderen Kultur als ich, und er ist erheblich jünger. Persönlich fand ich, dass er in seinen bisherigen Filmen noch nicht alle seine Fähigkeiten voll ausschöpfen konnte – die wollte ich jetzt in die Gestaltung seiner Rolle einbringen. Bei mir darf er Gefühle zeigen, optimistisch sein. In der Flugzeugszene wollte ich nicht nur das Benzin ablassen, sondern schlug vor, dass wir Jason in den Bug des Flugzeugs stecken. Plötzlich herrschte Stille im Raum. Er hat das sensationell absolviert. Ich weiss, dass er seine Leistung herunterspielen wird, aber es war gefährlich, und trotzdem hat er begeistert mitgemacht. So waghalsig hatte ich das gar nicht geplant. Der Stunt entpuppte sich als sehr gefährlich.

Verschafft der Film Einblick in Actionhelden und deren Ikonographie?
Actionhelden haben sich über die Jahre sehr geändert. In meiner Generation waren wir die starken Jungs und bis auf Vietnam gab es nichts was mit uns in Verbindung gebracht werden konnte. Somit hatten wir alle unsere Komplexe. Wir waren Amerikas Aussenseiter. Dann kam der neue Actionheld, der für neue Technologie und Spezialeffekte steht. Die Zeit ist vergangen, aber wir sind dabei, das sehr körperbetonte Alpha-Tier wiederzuentdecken. Natürlich haftet dem Ganzen die Vergangenheit an, wir versuchen jedoch politisch korrekt damit umzugehen. Mit diesem Film haben wir die wahren Action Heroes wiederauferstehen lassen und ihnen einen weiteren Dreh verschafft. Diese Jungs passen nicht in diese Welt; sie sind die 'Expendables', deshalb werden sie auch so genannt.

Action ist ein Genre mit strengen Regeln. Was unterscheidet diesen Film von anderen Actionfilmen?
Ich wollte mich auf ein bestimmtes Gefühl, auf eine bestimmte Art des Filmemachens, auf eine bestimmte Mentalität zurückbesinnen. Es geht um Männer, die nicht mehr im Einklang mit der Welt sind, die in ihrem Leben aber feste Regeln befolgen. Sie haben keine Familien, ihr Privatleben ist ein einziges Chaos – sie können sich nur aufeinander verlassen. Ich möchte den Zuschauern zeigen, was in solchen Männern vorgeht. Ich habe mir vorgenommen, einen Film zu machen, wie es ihn nur alle paar Jahre einmal gibt: Ich benutze eine bewährte Formel und bringe sie auf die Höhe der Zeit. Ich finde, dass uns das gelungen ist: Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Film.


INTERVIEW MIT JASON STATHAM
Wie war die Stimmung am Set mit diesen testosterongeladenen Jungs?
JS: Grossartig. Es hat alles mit dem Regisseur (Sylvester Stallone) zu tun. Es kommt darauf an, dass er relaxed und gefasst ist – Sly ist genau das. Es gab auch keinerlei Probleme mit den einzelnen Stars, jeder brachte den anderen grossen Respekt entgegen. Sly hatte einen grossen Bildschirm am Set und meinte oft: „Komm, schau dir das mal an. Genau so hätte ich es gerne.“

Wie würdest du Sylvester Stallones Arbeitsweise als Regisseur beschreiben?
JS: Er hat eine sehr entspannte Art. Er vertreibt jeglichen Stress, ganz ohne Druck. Seine Art zu arbeiten ist einzigartig – das kommt wohl von seinen eigenen Erfahrungen, die er als Drehbuchautor und Filmregisseur gemacht hat. Ich bin übrigens sicher, wenn er die Schnittsoftware bedienen könnte, würde er sogar den Schnitt selbst machen.

Und es kam wieder zu einer Zusammenarbeit mit Jet Li …
JS: Ja, Jet und ich sind alte Freunde. Wir haben einige Filme zusammen gedreht. Ich war irgendwie mit allen, die für diesen Film gearbeitet haben, recht vertraut. Ich war jahrelang grosser Fan von UFC -Kämpfen (UFC = Ultimate Fighting Championship, Anm. d. Red) und dann solch grossartige Jungs wie Randy Couture, Terry Crews und Mickey Rourke am Set zu haben, ist einfach fantastisch.

Q: Wen spielst du?
Ich spiele Lee Christmas, einen Typen der sehr begabt mit seinem Messer umzugeht, nicht aber mit seinen Beziehungen. Er wird auf seiner eigenen Türschwelle verlassen – ohne nun zu viel zu verraten. Damit hadert er. Er hofft auf Ratschläge durch seinen Mentor, wodurch eine Konstellation zwischen den beiden Typen entsteht, die nicht zuletzt auch sehr witzig ist.

Erzähle uns von deinem Stunt im Albatross.
JS: Ja, das war nicht ohne! Das, was ich an Sly besonders schätze, ist sein Verzicht auf Special Effects aus dem Computer. Er macht sein Ding, er schlägt sich selbst bewusstlos und verprügelt in einer sehr glaubwürdigen, realistischen Art jeden um sich herum. Und solange es nicht genau so  rüberkommt, will er es nicht für den Film verwenden. Da gab es diese grosse Action-Szene, für die wir ein Flugzeug benötigten. Er wollte, dass ich meinen Kopf vorne aus dem Flugzeug strecke, während wir einen Sturzflug machen – bei wer weiss wie vielen Meilen pro Stunde! Dann übergossen wir die Landebahn mit Treibstoff und starteten eine Schiesserei, so dass alles in Flammen aufging. Wir haben das alles tatsächlich gemacht! Für mich gibt es nichts Grösseres, als so realitätsnah zu arbeiten. Wenn du es schliesslich auf der grossen Leinwand siehst, dann denkst du: „Yeah, das haben wir gemacht!“ Das ist old-school, etwas, das ich schon immer an Actionfilmen bewundert habe. Und genau deshalb lieben wir, was Sly macht.



INTERVIEW MIT JET LI
Du und Sly, ihr seid beide weltberühmte Action-Helden – wie passen eure zwei Figuren in diesem Film zusammen?
Jet Li: Ich denke, er ist der internationale Superstar. Als ich jung war, habe ich all seine Filme gesehen. Ich kann mich sogar immer noch an die Filmmusik von „Rocky 3“ erinnern. Er ist nicht nur ein grossartiger Action-Held oder Schauspieler, er ist auch ein herausragender Drehbuchautor und Regisseur für Action-Filme. Der typische Action-Film dreht sich ums Kämpfen – von Anfang bis Ende. Seine Filme hingegen, finde ich, zeigen dir ausserdem immer viel über die Charaktere. Es scheint mir so, als sei ich hier her gekommen, um mich mit neuen Freunden zu beschäftigen oder Freundschaften zu knüpfen. Ich sehe mich selbst in erster Linie als Unterstützung für Sly. Er hat ein tolles Gespür für die Charaktere.

Kannst du uns etwa über die Rolle des Ying Yang erzählen?
Jet Li: Er ist ein vietnamesischer Amerikaner, Single, ohne Familie, der von der Zukunft träumt. Er hofft darauf, eines Tages eine wundervolle Frau, einen wunderbaren Sohn und mehr Geld zu haben. Er spricht andauernd davon: „Ich muss meinen Sohn auf eine bessere Schule schicken, ich muss ihn auf die Universität schicken ….“.

Hat Sly etwas an deiner Filmfigur entdeckt, was du dir nicht unbedingt zuschreiben würdest?
Jet Li: Ich finde er hat mir sehr geholfen, da er die Geschichte kannte – er hat sie ja schliesslich geschrieben. Er hat alles zusammengefügt – es ist nicht nur ein Kampf, es ist ebenso eine Geschichte über Beziehungen, über das, was in den Köpfen der Leute vorgeht. Es ist wunderbar mit ihm zu arbeiten.

Du hast mit Jason Statham bereits früher gearbeitet – wie ist es, ihn wieder am Set zu treffen?
Jet Li: Oh – cool. Er ist ein sehr umgänglicher Typ, wir kennen uns beinahe zehn Jahre. Wir haben drei Filme miteinander gedreht – er ist wie ein Bruder für mich!

Kannst du uns ein bisschen über den Film aus deiner Sichtweise erzählen?
Jet Li: Ich schätze jeden Einzelnen, der an diesem Film mitgearbeitet hat, da waren einige tolle Action-Jungs dabei – nicht nur wir drei, da waren ja noch mehr Leute. Jede Person hat eine einzigartige Rolle, sodass ich natürlich hoffe, dass der Film ein grosser Erfolg wird. Schau dir den Film an und ich denke du wirst Spass daran haben!



"The Expendables" Website
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 03. September 2010 )
 
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