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Geschrieben von Dominique Zahnd
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Freitag, 06. Februar 2009 |
EIN VAMPIR ZUM KNUTSCHEN
Erst auf Platz eins in Amerika – und jetzt auch in Deutschland an der Spitze der Kinocharts. Der Teeniestreifen «Twilight» bricht alle Rekorde. Das TREND MAGAZIN hat die Hauptdarsteller in München getroffen: die hübsche KRISTEN STEWART (18) und ihren Vampirlover ROBERT PATTINSON (22).
Über Nacht zum Star: Das ist KRISTEN STEWART und ROBERT PATTINSON passiert. Seit «Twilight» in den USA James Bond von der Spitze der Kinohitparade verdrängt hat, können die Shootingstars nur noch mit Bodyguards auf die Strasse. Kein Wunder: Die Fans verfolgen ihre Idole hartnäckig überall hin. Selbst quer durch Europa. In München, wo die «Twilight»-Hauptdarsteller im Rahmen ihrer Promotour für drei Tage Halt machen, campieren kleine Mädchen aus Schweden und Italien vor dem Hotel. Und das bei eisiger Kälte. Doch einen schnellen Blick auf die neuen Leinwand-Ikonen zu erhaschen ist gar nicht so einfach. Das prominente Duo wird wie Super-VIPs abgeschirmt. Überall im Fünf-Sterne-Haus sind schrankbreite Schlipsträger postiert. Eintritt in die abgesperrte Etage, wo sich KRISTEN und ROBERT aufhalten, erhält nur, wer offiziell angemeldet ist.
Warum diese Aufregung und dieser Hype? Ein Erklärungsversuch. «Twilight» basiert auf einer Bestseller-Romanserie von STEPHENIE MEYER. Deren gefühlvolle Vampir-Stories wurden in 37 Ländern über 17 Millionen Mal verkauft. In der ersten Kinoadaption verschlägt es die schöne Bella (KRISTEN STEWART) in eine verregnete Kleinstadt. Dort trifft sie auf den geheimnisvollen und attraktiven Edward (ROBERT PATTINSON). Der bleiche Jüngling fasziniert sie, obwohl irgendetwas mit ihm nicht zu stimmen scheint. So gut aussehend und stark wie er kann kein gewöhnlicher Mensch sein…
Ob in Los Angeles, Roma oder London – jede Filmpremiere endete bisher im Chaos. Der Hauptgrund? ROBERT PATTINSON. Der 22-Jährige muss einfach nur dastehen – schon kreischen die Teenager. Er wird gefeiert wie LEONARDO DI CAPRIO vor zehn Jahren beim «Titanic»-Launch. Warum? Weil PATTINSON in der Rolle des Edward eine Figur verkörpert, die die Projektionsfläche für ungezählte Fan-Sehnsüchte ist. So richtig an den Rummel gewöhnen, kann er sich nur schwer. «Egal, wo ich hinkomme, die Leute schreien…», sagt ROBERT und fährt sich verlegen durch die Wuschelmähne. Am Anfang fragte er seine PR-Betreuer noch, ob er irgendetwas sagen oder tun sollte. Aber die meinten nur: «Nein, steh einfach nur da.»
Wenn er so vor einem sitzt, wirkt der Schauspieler etwas verloren. «Es fühlt sich komisch an, ein Teenie-Idol zu sein. Ich hätte nicht erwartet, dass es so schnell passiert…» Mit dem Erfolg kommen auch die seltsamen Erlebnisse. «Viele Mädchen wollen keine Autogramme, sondern von mir gebissen werden…», sagt ROBERT PATTINSON. «Ist das nicht merkwürdig?» Seine Co-Partnerin KRISTEN STEWART ist ebenfalls etwas überrumpelt vom «Twilight»-Boom. «Manche Mädchen beginnen zu weinen, wenn sie mich sehen. Es ist, als könnten sie nicht glauben, dass diese Figuren aus den Büchern, die sie so toll finden, Wirklichkeit geworden sind», sagt die Schauspielerin und wirkt sehr nachdenklich dabei. KRISTENs Leistung in «Twilight» ist beachtlich. Wie sie die innere Zerrissenheit und das Gefühls-Chaos in Bellas Herz darstellt, ist «Oscar»-reif. Kein Wunder, die 18-Jährige verfügt auch schon über jede Menge Erfahrung im Entertainment-Business. Ob als zuckerkranke Tochter von JODIE FOSTER («Panic Room», 2002), als frühreifes Früchtchen neben MEG RYAN («In the Land of Women», 2006) oder als liebessüchtige Camperin im SEAN-PENN-Film «Into the Wild» (2007): KRISTEN ist facettenreich und beweist ihr enormes Talent immer wieder aufs Neue. Was denkt Sie, erwarten die Fans jetzt von Ihr? «Ich weiss nicht, ob sie wirklich sehen, wie begeistert ich bin. Ich kann nämlich nur in einem Film mitspielen, wenn er mich in seinen Bann zieht», stellt KRISTEN STEWART klar.
Mit 37 Millionen Dollar war das Budget von «Twilight» verhältnismässig bescheiden. Bisher eingespielt hat der Film allein in den USA mehr als 289 Millionen Dollar. Logisch, ist die Fortsetzung bereits in Vorbereitung. Was aber macht den immensen Erfolg des Streifens aus? Die Mischung aus grosser Lovestory und einer Prise Horror ist es. Ausserdem bewies CATHERINE HARDWICKE («Thirteen») bei der Inszenierung viel Einfühlungsvermögen und ein Gespür für atmosphärische Dichte. Die düsteren Wälder, der Bodennebel, der Regen: Hauptdarstellerin Bella verschlägt es in eine Welt von trügerischer Ruhe. Dann kommt er: Der Mann, den ganz offensichtlich ein dunkles Geheimnis umgibt. Die Liebe der zwei ist verboten – und gerade deswegen so unendlich tief. Das spürt man auch beim Zuschauen. Die Gefühle wirken echt und nachvollziehbar. «Twilight» ist ein Liebesfilm von Frauen für Frauen. Die Romanvorlage stammt von einer, der
Film selber auch. Und
die Fanbasis setzt sich – hauptsächlich – aus jungen Mädchen zusammen. Das heisst aber nicht, dass einem der Streifen nicht auch als Mann Spass machen kann.
Horror-Romanze; (Summit) USA 2008
Titel dt.: «Twilight – Biss zum Morgengrauen»
Kinostart: 5.2.2009
Regie: CATHERINE HARDWICKE
Darsteller: KRISTEN STEWART, ROBERT PATTINSON
Dauer: 122 min
Web: www.twilightthemovie.com
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