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ULTRAVOX
Geschrieben von Markus Tofalo   
Freitag, 07. Mai 2010
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DIE ROMANTICPOP-PIONIERE SPIELTEN IN ORIGINALBESETZUNG

Sie waren Pioniere des Romanticpop. Charakteristisch war die Ansteuerung von Synthesizern durch E-Gitarren und E-Violinen. ULTRAVOX als Achtziger-Synthipopper zu bezeichnen, wird der britischen Band, deren Wurzeln im Punk und Wave liegen, nicht gerecht.


ultravox.jpgImmerhin – und das war am Konzert Mitte April im zu zwei Drittel gefüllten VOLKSHAUS für jeden zu erleben – standen für ihren grössten Hit «Dancing with Tears in my Eyes» neben dem Bass zwei Gitarren im Einsatz! Und der Sound klang ziemlich ähnlich wie die Platte. Fürs «ähnlich» bin ich besonders dankbar, denn «gleich» hätte am Livespiel Zweifel aufkommen lassen, denn die ergrauten Herren, inzwischen 50 und 60, musizierten perfekt, etwas kühl im Auftritt, aber mit sichtlicher Freude ihre grössten Hits. Der Sound war satt, teilweise notwendigerweise extern eingespielt wie z.B. bei «Vienna» die Donner oder die Elektronikwand bei «White China». Sänger MIDGE URE hatte mit den Höhen altersbedingt etwas zu kämpfen, was aber sicher verzeihbar ist.
Von 1980 bis 1984 brachten ULTRAVOX alle ihre Singles in die Charts. 1985 löste sich die Band auf, Sänger MIDGE URE feierte grosse Soloerfolge. BILLY CURRIE reaktivierte in den Neunzigern die Band mit drei neuen Leuten. Die MUSIK war okay – aber, obwohl so angeschrieben, nicht mehr ULTRAVOX. Die Freude unter den Fans war riesig, als die laufende Tour «Return to Eden» angekündigt wurde. Es waren denn auch nur echte Fans am Konzert – und die kannten fast jeden Song! Fast zwei Stunden dauerte der Best-of-Gig, während dem man den Schreiber schon mal in Trance den Flieger machen sah vor Extase. Danach stand man Schlange am CD-Stand, denn die remasterten und mit sehr viel Bonusmaterial angereicherten CDs der Band gelten – obwohl soeben erst in dieser Form erschienen – im leider reduzierten Plattenmarkt bereits als Rarität.
ULTRAVOX’ Anziehungskraft hält gegen jene der ’80ies-Kollegen DEPECHE MODE nicht stand. Künstlerisch und pophistorisch sind sie ihnen aber ebenbürtig. Und darum war es wichtig, dass ihre Tour sie ihne in die Schweiz führte, auch wenn das Konzert für den Veranstalter nicht einen gesicherten Gewinn versprach. Und dafür gebürt GOOD NEWS Dank.


Live-Album: «Return to Eden» (Chrisalys / EMI)
www.ultravox.org.uk

 
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