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Home TREND Journal Games UNCHARTED 3
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Geschrieben von Matthias Haller
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Donnerstag, 03. November 2011 |
EIN SPIELBARER FILM

Der zweite Teil der«Uncharted»-Reihe war nicht nur in Sachen Grafik ein Meilenstein, sondern auch in Sachen Verschmelzung der Medien Spiel und Film. Mit «Uncharted 3» wird diese Grenze nun noch weiter aufgehoben und Entwickler Naughty Dog schafft es den genialen Vorgänger sogar nochmals zu toppen.
Nathan Drake jagt auch im dritten Teil noch immer den Geheimnissen seines Vorfahren Sir Francis Drake hinterher, und es scheint so, als sei er dieses Mal auf eine ganz heisse Spur seines berühmten Verwandten gestossen. Nathan erkennt, dass der Freibeuter im Auftrag der Queen unterwegs war, doch aus irgendeinem Grund einen Teil seiner Reise vertuscht hat. Wieso, weshalb, warum? Dies findet man in der gut 8 bis 9 Stunden langen Kampagne heraus, die Nathan und sein Team, u.a. seinen langjährigen Freund Sully, rund um den Globus führt. Ihnen auf der Spur ist die undurchsichtige Katherine Marlow, die nicht nur bestens über die Drakes und unseren Helden Bescheid weiss, sondern dem Abenteurer-Team auch immer einen Schritt voraus scheint, egal wo sie sich gerade befinden. Marlow, die der Schauspielerin Helen Mirren nicht unähnlich sieht, ist Mitglied eines 400 Jahre alten Geheimordens, uns hegt grosses Interesse daran, den verschollenen Schatz, oder was auch immer sich in der Wüste versteckt, zu finden und für sich zu beanspruchen.
Bin ich hier im Kino?
Im dritten Teil der «Uncharted»-Reihe fahren die Entwickler grosse Geschütze auf und präsentieren ihr Abenteuer als durch choreographierten Film, in dem der Spieler die Hauptrolle übernimmt. Jede Kameraeinstellung, jeder Dialog und jede Szene machen die Illusion hier gerade an einem Kinoabenteuer im Stil von «Indiana Jones» teilzunehmen, nahezu perfekt. Ein kleiner Tribut an diese Kinoillusion muss man jedoch zollen. So kommt es häufig vor, dass gewisse Events erst ausgelöst werden, wenn man exakt die Aktion ausführt, die das Spiel gerade für einen vorgesehen hat. So kommt es schon mal vor, dass man minutenlange umherirrt, bis man schliesslich den richtigen Punkt im Level erreicht hat, der die Story weiter voran treibt. Das passiert zum Glück nicht oft, aber kratz etwas am perfekten Gesamteindruck. Ausserdem gibt es mehr Try-&-Error-Stellen als in den Vorgängern. D.h. es kommt immer wieder vor, dass man urplötzlich eine bestimmte Aktion ausführen muss, die selten im ersten Anlauf zu schaffen ist. So probiert man letztendlich so lange aus, bist man es geschafft hat, und muss im dümmsten Fall die immer gleichen Kommentare der Protagonisten über sich ergehen lassen.
Aber damit wir uns nicht falsch verstehen, dass hier ist meckern auf hohem Niveau. Gerade weil das Spiel so perfekt daherkommt, fallen kleine Missstände eben umso mehr auf. Abgesehen davon leistet sich der Titel aber kaum Anlass zur Kritik und zieht einen mit seiner Mischung aus Kletter- und Geschicklichkeitseinlagen, Schiessereien und knackiger Rätselkost sofort in seinen Bann. Kommt man an einer Stelle nicht weiter, so darf man nach einer gewissen Zeit auf nützliche Hinweise zurückgreifen, die einem vom Spiel angeboten werden. Löblich, da so Frustmomente kaum eine Chance haben.
Eye Candy
Die «Uncharted»-Spiele waren auch schon immer Referenzen in Sachen Grafik und Nathan Drake’s drittes Abenteuer bildet da keine Ausnahme. Das Spiel sieht so unverschämt gut aus, dass man aus dem Staunen kaum mehr rauskommt. Die Detailverliebtheit der Entwickler, gepaart mit der unglaublichen Schärfe und den fantastischen Lichteffekten sorgt für runterklappende Kinnladen im Sekundentakt. «Uncharted 3» ist derzeit wohl das hübscheste Spiel, das für eine Konsole erhältlich ist und wer sich für Grafik erwärmen kann, der wird sich bei diesem Spiel vor Glück vermutlich die Hose nass machen. Als Sahnehäubchen gibt es oben drauf noch unglaubliche realistische Animationen, eine professionelle Synchronisation auf Spielfilm-Niveau und witzige Dialoge, die einem Kinofilm in nichts nachstehen. Schon alleine die Verfolgungsjagd zu Fuss durch eine arabische Stadt steht der ähnlichen Anfangsszene des James-Bond-Films «Casino Royale» in nichts nach. Wenn man auf der Jagd nach seinem Widersacher von Dach zu Dach springt, Fenster durchbricht und schliesslich in einem Faustkampf eine komplette Inneneinrichtung zu Kleinholz verarbeitet, ist das sprichwörtlich ganz grosses Kino… Kino dem man sich nicht mehr entziehen kann, weil man ja selbst die Hauptrolle spielt. Grossartig!
Fazit: «Uncharted 3» hält das hohe Niveau des Vorgängers locker und setzt sogar noch einen oben drauf. Selten waren Film und Spiel näher beieinander, selten wurde eine Geschichte in einem Videospiel auf so hohem Niveau erzählt. Die Grafik ist einfach eine Wucht und bietet Postkartenmotive im Minutentakt. Die perfekte Inszenierung gepaart mit der kinoreifen Machart, die einem «Indiana Jones»-Film locker das Wasser reichen kann, macht «Uncharted 3» nicht nur zum hübschesten, sondern wohl auch zum besten Action-Adventure, das derzeit zu haben ist. Ein absoluter Pflichtkauf für alle, die eine PS3 ihr Eigen nennen. Und sei es nur deshalb, um mit der opulten Grafikorgie zu protzen.
«Uncharted 3»; Action-Adventure; PLAYSTATION 3; (Naughty Dog / Sony)
Wertung: 95%
+ Ein Spiel wie ein Kinofilm
+ Gestochen scharfe Grafik
+ Details ohne Ende
+ Spannende Story
+ Perfekte Sychronisation
+ Gelungenes Kampfsystem
+ Atmosphärischer und dynamischer Soundtrack
+ Glaubwürdige Charaktere
+ Fordernde Rätsel
- Try-&-Error-Passagen
- Gescriptete Events lösen teils nicht aus
- Story hat ein paar Logiklöcher

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 03. November 2011 )
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