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X-MEN: DESTINY
Geschrieben von Matthias Haller   
Mittwoch, 05. Oktober 2011
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SCHICKSALSSCHLAG FÜR COMIC-FANS
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Schon die ersten Bilder von «X-Men: Destiny» stiessen bei Comic-Fans auf wenig Gegenliebe. Doch es blieb die Hoffnung, dass bis zum Release noch am Erscheinungsbild gefeilt wird. Und da Grafik nicht alles ist, hätte es auch ein ordentliches Gameplay rausreissen können. Ob dies geglückt ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Was die Entwickler geritten hat ein «X-Men»-Spiel auf den Markt zu werfen, in dem man tatsächlich keinen einzigen der beliebten Comic-Helden selbst spielen kann, bleibt ein unverständliches Geheimnis. In «X-Men: Destiny» schlüpft man nämlich nicht in die Rolle von Wolverine, Mangneto & Co. sondern übernimmt die Kontrolle über einen von drei Teenie-Nachwuchsmutanten. An Klischees wird dabei nicht gespart: Der Sportlertyp, der Standard-Highschool-Bubi und das Power-Girlie stehen zur Auswahl. Hat man sich für eine der drei Nasen entschieden, sieht man sich auch schon in einen Konflikt verwickelt, in dem sich Mutanten und Menschen bis aus Blut bekämpfen. Als unser Held in Lebensgefahr gerät, entdeckt er, dass er selbst auch Mutantenkräfte. Gleich zu Beginn des Spiels, muss man sich dann auch für eine Art von Superkräften entscheiden. Auf der einen Seite stehen defensive Kräfte, wie die Fähigkeit in sich zu teleportieren, auf der anderen Seite, und auf dieses fällt unsere Wahl, stehen offensive Kräfte, wie die Fähigkeit seine Fäuste in Kristall zu hüllen und damit ordentlich zuzulangen.


Seitenwechsel

Im Laufe der Story trifft man immer wieder auf Mutanten, sowohl von Seiten der X-Men, als auch von der bösen Seite, angeführt durch Oberschurke Magneto. Die Mutanten haben jeweils Aufträge parat, die man schlicht als gut und böse bezeichnen könnte. Durch erledigen dieser Aufgaben entscheidet man sich nicht nur für eine Seite, sondern beeinflusst auch den Verlauf der Handlung und welche Kräfte man freischaltet. Unterm Strich kommt es aber nicht wirklich drauf an, den im Endeffekt läuft es immer drauf raus, so viel Gegner wie möglich zu Brei zu kloppen. Auch die freischaltbaren Kostüme sind nicht wirklich gelungen, den das Wolverine-Kostüm ohne Maske und Klauen wirkt so nur wie ein billiger Strampelanzug in Gelb.


XL-Buttonmashing

«X-Men: Destiny» verlangt von euch weder grosses taktisches Geschick noch ein Gefühl für Timing. Wenn ihr Gegnerwelle um Gegnerwelle abwehrt führt vor allem stupides Buttonmashing zum Ziel. Zwar darf man dabei gewonnen Erfahrungspunkte in neuen Fähigkeiten und Kombos investieren, doch anspruchsvoller werden die Auseinandersetzungen mit den immer gleichen Halunken deswegen auch nicht. Anspruchslos ist auch das Kontersystem, einfach nur die Block-Taste halten und egal woher der Angriff auch kommt, wird er sofort gekontert. Timing ist hier niemals gefragt.


Technisch schwach

Grafik ist, wie schon erwähnt nicht alles, aber die Optik von «X-Men: Destiny» ist schon sehr bescheiden. Zu sagen, es sieht aus wie ein besserer Gamecube-Titel wäre zwar etwas übertrieben, aber viel besser kommt da Ganze nicht rüber. Klar, haben wir es hier mit einer Comic-Vorlage zu tun, aber die verwaschenen Texturen, immer gleichen Gegner, komischen Animationen, Clipping-Fehler und die hakelige Steuerung hätten wirklich nicht sein müssen. Wir ordentliche Comic-Optik aussieht, hat z.B. «Borderlands» mehr als eindrücklich vorgemacht. Hier und da bekommt man ein paar nette Effektspielereien zu sehen, wie z.B. eingeblendete Kombo-Hinweise, die im Raum zu schweben scheinen, oder ein paar nette Explosions- und Raucheffekte. Alles in allem kann sich der Titel auf technischer Seite aber mit aktuellen Spielen, wie z.B. dem ähnlich gestrickten «InFamous 2», nicht annähernd messen. Weshalb das Spiel eine FSK-16-Freigabe erhalten hat, die uns in der Schweiz ja sowieso nicht interessieren muss, ist auch ein Rätsel, denn der Gewaltgrad ist doch sehr moderat, anders als in den Comic-Vorlagen, wo an Blut nicht gespart wird.


Fazit: «X-Men: Destiny» lebt von seiner starken Lizenz und dem Superheldenbonus. Das reicht jedoch nicht aus um darüber hinwegzutäuschen, dass die spielerischen Qualitäten sich auf unterem Niveau bewegen, genauso wie die Technik. Alles wirkt irgendwie unfertig und lieblos zusammengebastelt, dabei scheint hier und da durchaus Potenzial durch, das aber nicht konsequent umgesetzt wurde. Alles in allem ist «X-Men: Destiny» eine herbe Enttäuschung, die keinen Comic-Fan wirklich glücklich machen wird. Einzig jüngere Spiel könnten mit der anspruchslosen Klopperei noch ihren Spass haben, aber offenbar ist das Spiel, wieso auch immer, für ein jüngeres Publikum nicht geeignet.


«X-Men: Destiny»; Action-Adventure; XBOX 360-Version (PS3, DS, Wii); (Silicon Knights / Activision)

Wertung: 55%

+ Superkräfte ausbaubar
+ Gute englische Sprecher
+ Teils nette Grafikeffekte
+ Viele bekannte Superhelden

- Unsympathische Charaktere
- Monotoner Spielablauf
- Technisch nicht auf der Höhe
- Hakelige Steuerung
- Buttonmashing ohne Ende
- Superhelden sind nicht spielbar
- Teils zu unübersichtlich
- Wirkt insgesamt unfertig



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