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Geschrieben von Nico Cavelti, Christos & Christos
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Freitag, 04. November 2011 |
MEHR ZUSCHAUER UND MEHR STARS

Bereits zum siebten Mal fand Ende September 2011 das «Zurich Film Festival» statt. Diesmal gab es wieder mehr Filme, mehr Säle, mehr Zuschauer und auch mehr Stars.
Unter anderem holte ROMAN POLANSKI seinen bereits zugesprochenen Preis ab. LAURENCE FISHBURNE war als Jurypräsident während des ganzen Festivals anzutreffen. Ein Coup ist den Festivalmachern sicher auch gelungen mit dem Auftritt von SEAN PENN, welcher zu Recht mit dem «Golden Icon Award» geehrt wurde. Was PENN als Schauspieler, Regisseur und mit echtem sozialem Engagement leistete und leistet, ist wirklich einzigartig. Man denke nur an die überragende Darstellung eines zum Tode verurteilten Vergewaltigers im Film «Dead Man Walking» oder an seinen Film «Into the Wild» über den Aussteiger John Krakauer.
Hauptsache Promis. Mitunter treibt die Freude an den Stars der Festivalmacher aber auch seltsame Blüten. So ist es schlicht nicht nachvollziehbar, wieso der Regisseur ALEJANDRO GONZALES INARRITU den «Career Achievement Award» erhielt. Der Regisseur begeisterte mit seinem Erstling «Amores Perros». Die erst drei weiteren Filme dieses Regisseurs sind aber ziemlich dröges Betroffenheitskino, mit dem vielleicht soziales Engagement demonstriert werden soll, der Zuschauer aber letztlich nur gelangweilt das Kino verlassen wird, im Wissen, dass halt alles irgendwie zusammenhängt und die Welt und die Menschen schon ziemlich böse sind.
Witzige deutsche Filme. Zudem geht ab all der Freude an den vielen Promis manchmal fast vergessen, dass es auch tolle Filme anzusehen gibt. Speziell gefallen haben uns die beiden deutschsprachigen Filme «Eine ganz heisse Nummer» und «Lanzelot». Im ersten Film droht dem kleinen Tante-Emma-Laden das Aus, weil das ganze Dorf lieber bei ALDI im Nachbardorf einkauft. Was tun, fragen sich die Verkäuferinnen und versuchen es halt mit Telefonsex. Im erzkonservativen Kaff kommt das nicht bei allen gut an. Der Plot ist zwar hinlänglich bekannt, die Spielfreude der Schauspielerinnen macht dies aber mehr als wett. Offensichtliche Freude, auch am politisch nicht immer Korrekten, hat auch OLIVER RHIS. In «Dating Lanzelot» organisiert der WG-Kumpel Milan für Lanzelot Verabredungen mit Internetbekanntschaften. Lanzelot erlebt dabei so manches Abenteuer mit teils doch sehr speziellen Frauen. Der Film ist wahnsinnig lustig. Manch einer wird nach diesem Film jedoch sein Internetprofil löschen.
Partys und vier Wettbewerbe. Preise werden in Zürich vergeben für den besten internationalen und den besten deutschsprachigen Spiel- sowie Dokumentarfilm. Abends erfreuen Galapremieren mit Vorpremieren von Filmen, welche bereits andernorts für Furore gesorgt haben. So wurde beispielsweise in Anwesenheit von JEREMY IRONS der spannende Bankenthriller «Margin Call» gezeigt. Wer nach der Kinovorstellung jeweils noch mochte, konnte das Nachtleben geniessen, indem er zum Beispiel in einer Lounge Livemusik genoss oder eine der zahlreichen Partys besuchte. (nc)
Roter Teppich und Glamour? Am «Zurich Film Festival» ist der Teppich grün, aber an Glamour fehlte es überhaupt nicht. Auf der 750 Personen umfassenden Gästeliste des Eröffnungsabends standen Namen aus der Politik wie etwa die Nationalräte MARIO FEHR und FILIPPO LEUTENEGGER, aus der Wirtschaft etwa BEAT CURTI, HANSUELI LOOSLI, THOMAS SCHMIDHEINY, HERBERT BOLLIGER, JÜRG MARQUARD oder ELLEN RINGIER und aus dem Showbusiness etwa VICTOR GIACOBBO, BEAT SCHLATTER oder SABINA SCHNEEBELI.
Mit rund 51’000 Zuschauern und Zuschauerinnen (Vorjahr: 39’500) in 98 Kinofilmen und insgesamt 235 Vorstellungen ist das «Zurich Film Festival» deutlich gewachsen. Festivalleiterin und Geschäftsführerin NADJA SCHILDKNECHT: «Es war ein verflixt gutes siebtes Jahr! Wir hatten ein höheres Budget, zeigten mehr Filme in mehr Kinos. Das Festivalfieber war bei den 200 geladenen nationalen und internationalen Regisseuren und Gästen wie auch bei den vielen Besuchern spürbar, somit sind wir definitiv im Herzen von Zürich angekommen.» (cc)
Verspätete Ehre für ROMAN POLANSKI
Mit zwei Jahren Verspätung hat der Starregisseur seinen «Tribute Award» am «Zurich Film Festival» abgeholt. «Besser spät als nie», sagte ein sichtlich bewegter POLANSKI, nachdem er das «Goldene Auge» für sein Lebenswerk entgegengenommen hatte. Die Sache vor zwei Jahren sei ein Schlag für ihn, seine Familie, aber auch für das Festival gewesen. Der Schweiz gegenüber hege er keinen Groll. POLANSKI hätte 2009 den Preis entgegennehmen sollen. Bei der Ankunft in Zürich wurde er aber wegen eines US-Haftbefehls festgenommen.
www.zurichfilmfestival.org



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