Tattoo-Designs: Emotionale „Pink Vernissage“ in München

Marie Amière

Quelle: Alexa Gams für ghd

Tattoos sind en vogue – auch bei Promis und Influencern. Viele Körperverzierungen erzählen eine Geschichte, oft auch eine traurige. So auch die Tattoos von Künstler David Allen, der Krebsnarben verziert. Seine Werke zeigte er auf der „Pink Vernissage“ in München.

Cara Delevingne hat eines, Bella Hadid und Lena Gercke auch: Tattoos sind en vogue. In der Fashion-Branche gelten sie als Zeichen von Individualität, für Stars erzählen sie oft persönliche Geschichten – Kylie Jenner hat sich den Namen ihrer Grossmutter Mary Jo stechen lassen, in der Handschrift ihres Grossvaters. Um Kunst auf der Haut drehte sich auch alles bei der Pink-Vernissage des Hair-Styling-Spezialisten ghd und der gemeinnützigen Organisation für Knochenmarkspenden, DKMS Life.

Die langjährigen Partner hatten zu einer Vernissage der besonderen Art geladen, um gemeinsam mit dem Tattoo-Künstler David Allen zu zeigen, wie Frauen die Kraft der Farben nutzen können, um aus Narben Kunst werden zu lassen. Allens Kreationen bestaunten Stars wie die Models Cathy Hummels, Anna Hiltrop, GNTM-Finalistin Sayana Ranjan, TV-Moderatorin Marie Amiere, die Influencer Marlene Bierwirth, Suzanna Wassel, Julia Fröhlich Xlaeta, Jessy Hartel sowie Sängerin Shary Osman, die dem Abend einen musikalischen Rahmen gab, etwa mit einer Cover-Version von Lady Gagas „Shallow“ aus dem Blockbuster „A Star Is Born“.

Cathy Hummels: „Starke Frauen, starke Botschaft. Be brave, be beautiful“

Cathy Hummels (31), Influencerin und Unternehmerin, hat zwar selbst keine Tattoos, findet die kreative Seite davon aber faszinierend: „Ich würde mir aktuell keines stechen wollen, aber ich find’s cool. Ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, denen das sehr steht. Viele Tattoos von Freunden haben eine tiefgreifende, oft emotionale Bedeutung, die etwas mit ihrer Familie zu tun hat. Dann finde ich das toll.“ Könnte sie sich auch selbst eines vorstellen? „Das Geburtsdatum meines Kindes vielleicht, aber nur versteckt und sehr dezent.“

Beeindruckt ist sie auch von den Kreationen von Künstler David: „Ich finde, es ist ein sehr berührender Abend. Du schluckst schon, wenn du die Bilder siehst von Frauen, die den Brustkrebs durchlitten haben. Aber Du spürst und siehst einfach, dass es [die Tattoos, Anm.d.Red.] diesen Mädels ihr Selbstwertgefühl zurückgegeben hat.“

Kleinere Veränderungen stehen auch im Hause Hummels an: Ehemann Mats (30) wechselt zurück zu Borussia Dortmund, die Familie zieht wieder ins Ruhrgebiet. Cathy möchte sich aber nicht verrückt machen: „Mit Kind kannst du nicht einfach mal umziehen, uns ist es super wichtig, Ludwig ein schönes Umfeld zu bieten. Aber es muss sich darum wirklich keiner Sorgen machen – wir werden ein schönes Zuhause finden und uns eine zweite Heimat aufbauen.“

Model Anna Hiltrop: „Es ist schön, für ein Produkt zu werben, das Gutes tut“

Anna Hiltrop (24), Gesicht der neuen Kampagne und derzeit eines der gefragtesten Models Deutschlands, ist glücklich, mit ihren Shootings Gutes tun zu können: „ghd spendet je verkauftem Gerät an die DKMS Life, woraus dann wiederum kostenlose Workshops finanziert werden, die zeigen, wie man sich schminkt und stylt, wenn etwa die Wimpern nach einer Chemo ausfallen. Das ist kein leichtes Thema und man hat schon auch mal eine Träne in den Augen, wenn man diese Bilder hier sieht und die Geschichten dahinter hört. Aber ich finde es wunderbar, dass ich mit meiner Community auch in den Dialog über dieses Thema treten kann.“

GNTM-Finalistin Sayana über das Modeln und Heidi Klum

Für Sayana Ranjan (20) war „Germany’s Next Topmodel“ eine „fantastische Erfahrung, die mir allerdings sehr viel abverlangt hat.“ Wie sie im Gespräch verrät, war insbesondere das heisse Shooting mit einem männlichen Model nicht so einfach für sie: „Es ist eine Kusspose, du trägst Dessous und hast einen Freund. Das war im ersten Moment schon komisch, aber dann denkst du dir ‚Hey, es ist dein Job. Zieh das jetzt durch und sei dankbar, mit solchen grossen Fotografen zu shooten.'“ Bis ins Finale geschafft habe sie es vor allem auch durch wertvolle Tipps von Chef-Jurorin Heidi Klum: „Sie hat mir verraten, dass sie bei solchen Shoots überlegt, welche Rolle sie spielt und in diese wie eine Schauspielerin schlüpft. Danach fiel es leichter.“

Besonders wichtig ist der 20-Jährigen, ihre Kultur immer bei sich zu tragen, und zeigt stolz ihr erstes Tattoo: „Das hier ist ein Ohm-Zeichen, was für den Hinduismus steht. Darüber wird der Rüssel unseres Elefantengottes Ganesha symbolisiert sowie unsere Göttin der Frauen.“ Sie findet es cool, dass heute Tattoos längst auch in der Modewelt angekommen sind: „Bella Hadid hat eines und viele, viele andere. Wir hatten ja in der Show auch eine Kandidatin, die ein riesengrosses ‚Precious‘ auf dem Bauch trägt, was mit ihrer Familienvergangenheit zu tun hat.“ Von dem Event ist sie begeistert, „weil die Kunst eine Geschichte erzählt und den Frauen sehr viel Kraft gibt.“

Tattoo-Designer David Allen: „Ich möchte, dass sich Frauen wieder lieben lernen“

Allen ist ein besonderer Künstler, denn er hat sich darauf spezialisiert, Frauen zu tätowieren, die ihre Brust verloren haben. „Wenn wir uns das erste Mal treffen, sehen sie sich als dieser Mensch, dem etwas fehlt. Und dann geht man auf eine Reise zusammen, ich lerne sie kennen und versuche, diese Stelle ihres Körpers, die ihnen so viel Traurigkeit bereitet, in ein Kunstwerk zu verwandeln. Ich möchte, dass sich Frauen wieder lieben lernen.“

„Es kann jeden Menschen treffen, und wir sollten mehr darüber sprechen“, findet DKMS-Life-Geschäftsführerin Ruth Neri. „Persönlich bin ich fasziniert davon, wie viel Social Media bewirken kann. Es gibt Frauen wie Marlene Bierwirth, die sich der Welt in Videos und Tagebucheinträgen geöffnet hat, heute schauen ihr 160’000 Menschen zu. Du denkst, du bist allein und merkst dann: ‚Wow, so viele Menschen sind für dich da, die du vorher noch nie getroffen hast.'“ Das bekräftigt auch Tanja Lösching, PR Managerin von ghd: „Für uns ist das ein Herzensprojekt seit 2012, und es ist einfach schön zu sehen, wie viel Interesse hier in Gesprächen von Journalisten und Influencern an diesem Thema entsteht. Ich glaube, der Mensch muss wieder öfter im Vordergrund stehen.“