Seltsame Einsatzgebiete für künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenzen könnten die Zukunft sein

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Einfache Formen künstlicher Intelligenz kommen heute an vielen Orten zum Einsatz. Diese Beispiele sind allerdings besonders skurril.

Segen oder womöglich gar Gefahr? Darüber wird im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) schon lange diskutiert. Einfache Formen von KIs kommen mittlerweile in der Industrie und auch im privaten Leben an vielen Stellen zum Einsatz. Es gibt aber auch Gebiete, in denen eine KI nichts verloren hat – könnte man meinen. Bei diesen fünf skurrilen Beispielen hat man sich wohl nicht mehr gefragt, ob man sollte, sondern nur, ob man künstliche Intelligenz einsetzen kann.

Whisky aus dem Mainframe

Die Ursprünge des Whiskys liegen Jahrhunderte zurück, doch 2019 erreicht das Genussmittel womöglich eine neue Evolutionsstufe. Microsoft hat in der vergangenen Woche den ersten Whisky vorgestellt, der von einer KI entwickelt wird. Die 1999 in Schweden gegründete Destillerie Mackmyra arbeitet mit Microsoft und Fourkind zusammen, um der Welt KI-Whisky näherzubringen. Mit allen nötigen Daten gefüttert, ist die eingesetzte KI unter anderem dazu in der Lage, rund 70 Millionen unterschiedliche Rezepte zu generieren, von denen sie glaubt, dass das Endprodukt bei Kunden beliebt sein dürfte.

Wer in der Bar den Whisky stehen lässt und lieber ein paar Frauen oder Männer anflirtet, der könnte vielleicht auch auf Anmachsprüche zurückgreifen, die von einer KI erdacht wurden. Janelle Shane, die künstliche neuronale Netzwerke trainiert, veröffentlichte in ihrem Blog einige der Ergebnisse eines entsprechenden Versuchs. Diese reichen von einem fast schon fatalistischen „Ich kenne dich nicht“ bis hin zu einem stümperhaft-charmanten „Du bist so wunderschön, dass Du weisst, was ich meine“.

Da ist Walter!

Nicht mehr nur Kleinkinder suchen in der beliebten britischen Buchreihe „Wo ist Walter?“ nach dem namensgebenden Weltenbummler, der sich in Wimmelbildern versteckt. Die Kreativagentur redpepper hat 2018 einen kleinen Roboter gebaut und mit den Fähigkeiten von Googles AutoML Vision bestückt. So wurde maschinelles Lernen benutzt, um dem Roboter beizubringen, dass er Walter suchen und finden soll. Die Lebensaufgabe des Geräts besteht also nur darin, Bücher nach Walter zu durchforsten.

Apropos Bücher… Nachdem die Botnik Studios eine KI mit den sieben „Harry Potter“-Romanen gefüttert hatten, liessen sie diese ein mögliches neues Kapitel aus dem Leben des jungen Zauberers schreiben. Das Ergebnis nennt sich „Harry Potter and the Portrait of What Looked Like a Large Pile of Ash“. Wie sinnvoll das alles ist, darüber lässt sich bestimmt streiten – witzig ist es aber allemal. Kleine Kostprobe? „Harry wusste, dass Voldemort direkt hinter ihm stand. Er konnte eine grosse Überreaktion spüren. Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie in den Wald.“

Überraschend tiefsinnig wird das Ganze ab und an beim sogenannten Inspirobot, einer KI, die immer wieder neue Motivationsposter erfindet. Zu einem Bild mehrerer Hanfblätter heisst es dort: „Du bist hungrig.“ Einem Mann vor einem Wasserfall wird unterdessen ein „Ignoriere den Plan, nicht den Erfolg“ angedichtet. Und nicht vergessen: „Fürchte die Einzelgänger.“