Alexa vor Gericht? So sieht Amazon die Angelegenheit

Der Echo-Lautsprecher von Amazon nutzt die Sprachassistentin Alexa

Quelle: Juan Ci/Shutterstock.com

Könnten von Sprachassistenten aufgezeichnete Daten vor Gericht Verwendung finden? Das sagt Amazon zu einem aktuellen Vorschlag aus der Politik.

Von Smart-Home-Geräten, darunter Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Apples Siri, gesammelte Daten könnten unter Umständen bald von den Sicherheitsbehörden ausgewertet werden dürfen und vor Gericht zum Einsatz kommen. Das sieht eine entsprechende Beschlussvorlage des Innenministeriums Schleswig Holstein für die anstehende Innenministerkonferenz vor, wie unter anderem „tagesschau.de“ berichtet.

Derzeit muss Amazon entsprechende Daten nicht offenlegen. Der Internetriese betont in einem aktuellen Statement: „Wir geben keine Kundendaten an Behörden weiter, ohne dass uns eine gültige, rechtlich verbindliche Anordnung dazu verpflichtet. Zu weit gefasste oder sonst unangemessene Anforderungen weisen wir zurück.“

Das müssen Nutzer wissen

Wer bereits ein entsprechendes Alexa-Gerät benutzt, der sollte folgende Hintergründe und Informationen kennen. Amazon versichert, dass etwa smarte Lautsprecher wie der Echo nicht ständig die Gespräche des Users aufzeichnen. Die Geräte haben zwar – wenn nicht extra abgeschaltet, was auch möglich ist – ein Mikrofon, das mithört, Sprache wird allerdings erst aufgezeichnet, wenn der Sprachassistent mit dem Kommando „Alexa“ aktiviert wird.

Damit die folgende Anfrage verarbeitet werden kann, wird diese in die Cloud transferiert. Alle Aufnahmen und Kundendaten werden allerdings verschlüsselt gespeichert, wie das Unternehmen erklärt. Sämtliche Aufzeichnungen lassen sich zudem über die App oder per Browser einsehen und einzeln oder gesammelt löschen. Zudem soll es bald möglich werden, Kommandos wie „Alexa, lösche alles, was ich heute gesagt habe“ zu verwenden. In den USA soll dieses Feature bereits implementiert sein.

Im April hatte ein „Bloomberg“-Bericht für Aufsehen gesorgt, laut dem tausende Mitarbeiter sich Alexa-Aufnahmen anhören und transkribieren. So solle unter anderem der Spracherkennungsalgorithmus verbessert werden. Um dies als Nutzer zu umgehen, muss die Option deaktiviert werden, dass die eigenen Aufnahmen „zur Entwicklung neuer Funktionen“ verwendet werden dürfen. Im Hilfebereich auf der Website von Amazon finden sich entsprechende Anleitungen, wie die Datenschutzeinstellungen für Alexa angepasst werden können.