Tragischer Tod von Brandon Lee: „The Crow“ wird 30 Jahre alt

Unvergessen: Brandon Lee in

Quelle: imago images/Everett Collection

Vor 30 Jahren startete „The Crow“ in den Kinos. Der Film erlangte traurige Berühmtheit durch den Unfalltod von Hauptdarsteller Brandon Lee. Produzent Jeff Most blickt auf die tragischen Ereignisse zurück.

Vor 30 Jahren, am 13. Mai 1994, startete „The Crow“ in den US-amerikanischen Kinos. Die Comic-Verfilmung erlangte zuvor tragische Berühmtheit. Während der Dreharbeiten starb Hauptdarsteller Brandon Lee bei einem bizarren Unfall. Am 31. März 1993 wurde er von einer Pistolenkugel in den Bauch getroffen, die sein Kollege Michael Massee (1952-2016) versehentlich abgefeuert hatte.

Das vielversprechende Talent starb im Krankenhaus. Der Sohn der ebenfalls früh verstorbenen Martial-Arts-Legende Bruce Lee (1940-1973) wurde nur 28 Jahre alt. „The Crow“ ist ihm und seiner Verlobten Eliza Hutton (60) gewidmet, die nach dem Dreh heiraten wollten.

Anlässlich des Jubiläums erinnerte sich Jeff Most (63) im Gespräch mit „The Guardian“ an die Entstehung des Kultfilms, der in Deutschland am 28. Juli 1994 startete. Der Produzent erzählte etwa, dass ihm Brandon Lee kurz vor seinem Tod zugewunken habe, als ob er sich für immer verabschieden wollte.

Produzent erinnert sich an Brandon Lee

Most hatte sich am Set mit seinem Star angefreundet. „Er war grosszügig und fürsorglich“, erinnert sich der Produzent. „Eine Person, die sich jeder auf der Welt als besten Freund wünschen würde“. Für Most verkörperte Brandon Lee „alle wunderbaren Eigenschaften eines Menschen“. Er bezeichnet den Schauspieler als „klug und intuitiv“.

Auch aus professioneller Sicht schwärmte Jeff Most von dem Darsteller. Er erzählte, wie Lee jeden Morgen um 5:30 Uhr aufstand und sich ohne zu essen ins Training stürzte. Da er einen Rockstar spielte, bestand er darauf, Gitarre spielen zu lernen. „Man hätte ihm nicht mehr Dinge zumuten können, aber er hat alles aufgesaugt wie ein Schwamm.“

Brandon Lee trug keine kugelsichere Weste

Doch dann ereignete sich der Unfall am Set. Dessen Ausmass wollte Jeff Most zunächst nicht wahrhaben. Er dachte, dass die Kugel von Brandon Lees Schutzweste abgefangen wurde. Schliesslich sei kein Blut zu sehen gewesen. Doch dann kam die Nachricht von Lees Tod.

Am nächsten Morgen erfuhr Jeff Most von der Schauspielerin Sofia Shinas (56), dass Brandon Lee keine kugelsichere Weste getragen hatte. Er dachte, dass man sie im Film sehen könnte. „Ich mache mir keine Sorgen“, soll Lee zu Shinas gesagt haben, als sie ihn auf das Fehlen der Weste ansprach. „Wenn es an der Zeit ist zu gehen, dann gehe ich“, habe er geantwortet.

Geschichte wiederholt sich bei „Rust“

Der tödliche Unfall bei „The Crow“ sorgte dafür, dass bei Dreharbeiten strenge Regeln für den Umgang mit Schusswaffen eingeführt wurden. Doch fast 30 Jahre nach Brandon Lees Tod scheinen sie in Vergessenheit geraten zu sein. 2021 löste sich bei den Dreharbeiten zu dem Western „Rust“ ein Schuss aus einer Pistole, die Alec Baldwin (66) in der Hand hielt. Er traf Kamerafrau Halyna Hutchins, sie starb mit 42 Jahren.

Sofort wurden in der Presse Verbindungen zu „The Crow“ gezogen. Für Jeff Most, der mit Halyna Hutchins befreundet war, war der Unfall bei „Rust“ ein Flashback.

Darum wurde „The Crow“ zum Kultfilm

Aber nicht nur wegen der traurigen Entstehungsgeschichte ist „The Crow“ zu einem Kultfilm geworden. Der Soundtrack spiegelte damals perfekt den Zeitgeist wider. Auf ihm ist etwa die Grunge-Band Stone Temple Pilots zu hören, dazu Grössen aus der Alternative-Rock-Szene wie Rage Against the Machine, Nine Inch Nails und Helmet.

Mit seiner düsteren Ausstattung gilt der Film als eine der besten, weil werktreusten Adaptionen eines Comics. Basierend auf der gleichnamigen Vorlage von James O’Barr (64) erzählt „The Crow“ von dem Rockmusiker Eric Draven. Er und seine Verlobte werden kurz vor ihrer Hochzeit ermordet – eine unheimliche Parallele zum Tod von Brandon Lee. Mit einer Krähe als Lotse kehrt Eric von den Toten zurück. Ausgestattet mit übernatürlichen Kräften rächt er sich an den Killern.

Dreissig Jahre nach dem Original steht ein Remake von „The Crow“ in den Startlöchern. Diesmal verkörpert der „Es“-Horrorclown Bill Skarsgård (33) den Rächer. Seine ermordete Partnerin spielt die Musikerin FKA Twigs (36). Im ersten Trailer wirkt die Neuauflage weniger düster als das Gothik-Original. Die darin entworfene Welt erscheint heller und realistischer.

Der neue „The Crow“ startet am 23. August 2024 in den US-Kinos. In Deutschland läuft er am 12. September 2024 an.

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