Caroline Chevin: «Die Liebe zur Musik treibt mich an»

Caroline Chevin: «Die Liebe zur Musik treibt mich an»

Ein Album, das musikalisch praktisch alles zusammenfasst, was die menschliche Gefühlswelt so zu bieten hat. Höhen, Tiefen, Zwischentöne, plötzliche Ausbrüche, schmerzhaften Verlust – über all dies singt Caroline Chevin auf ihrem dritten Soloalbum „Hey World“.

Unbewusst sind die 13 Songs, die Chevin innerhalb des letzten Jahres gemeinsam mit Texter Sékou Neblett (Freundeskreis, Joy Denalane) und Produzent Philipp Schweidler (Seven, Marc Sway) geschrieben und ausgefeilt hat, so zu einer Gesprächsgrundlage über Gott und die Welt, Verantwortung, Beziehungen und deren Wendungen und Enden geworden – auch wenn oder gerade weil Chevin selber sagt, sie habe nie bewusst ein Panoptikum solcher Emotionen oder ein zeitgeistiges Album erschaffen wollen. Es sind Songs, in denen sich jeder irgendwo wiederfinden kann. Die 38-Jährige, in Weggis aufgewachsen und nun seit bald sechs Jahren im Raum Zürich wohnhaft, blickt aber schon auf eine weitaus längere musikalische Karriere zurück. Im Laufe der letzten 20 Jahre stand sie bereits auf so mancher Bühne und probierte sich in verschiedenen Musikstilen.

Das trend magazin traf Caroline Chevin in St. Gallen zum Interview.

Hallo Caroline, willkommen in St.Gallen. Wie geht es dir?

Caroline Chevin: Sehr gut! Endlich wieder in St. Gallen, ich bin schon länger nicht mehr hier gewesen – shame on me!

Was kannst du uns über die Entstehung deines Albums „Hey World“ berichten?

Chevin: Ich habe im Herbst 2011 mit der Arbeit daran begonnen und habe es innerhalb von einem Jahr fertiggestellt. Dafür habe ich mich in eine Hütte zurückgezogen und hatte auch einige Songwriting-Sessions mit anderen Musikern.

Wie war die Zusammenarbeit mit Sékou Neblett?

Chevin: Mit ihm hatte ich schon bei „Back in the Days“ zusammengearbeitet. Das Songwriting ist etwas sehr Persönliches. Sobald du mit jemandem zusammen an den Texten arbeitest, muss er dich und das, was du ausdrücken willst, verstehen. Sékou beherrscht das sehr gut und hilft mir, indem er die richtigen Worte für meine Geschichten findet.

Worauf freust du dich jetzt am meisten beim Release?

Chevin: Zuerst auf den Release selber. Das Album ist bereits seit Ende September fixfertig, was eine lange Zeit ist. Als Künstler möchtest du dein Werk am liebsten gleich der Welt präsentieren.

Im Radio spielen sie „Hey World“ täglich. Was empfindest du dabei?

Chevin: Die Nervosität, die Aufregung in dem Moment, als „Hey World“ erstmals im Radio gespielt wurde, und die Hoffnung, dass es den Leuten gefällt, waren enorm gross. Jetzt zu sehen, dass es gut ankommt und in den Airplay-Charts immer weiter steigt und sich die Leute dafür interessieren, ist einfach unglaublich und erschlägt mich fast.

Was war bis jetzt dein grösstes Highlight in deiner Karriere?

Chevin: Die Swiss Music Awards 2011, als ich den Preis als „Best Breaking Act“ gewinnen durfte. Aber auch der Auftritt im Zürcher Hallenstadion, wo ich dachte: „Wow, das sind die heiligen Bretter, auf denen du stehst“, war sicher cool. Für mich jede E-Mail, in der Leute schreiben, dass ich sie mit meiner Musik berühre oder ich ihnen durch die Musik Kraft gebe oder sie diese einfach nur gut finden, ein besonderer Moment.

Wann hast du eigentlich mit Musik begonnen?

Chevin: Eher spät. Mit 18 hielt ich das erste Mal ein Mikrofon in der Hand. Mitschüler suchten für ihre Band eine Sängerin. Ich habe bereits als Kind gerne gesungen und getanzt. Ich bin in einem Hotel aufgewachsen und habe dort oft die Gäste unterhalten.

Was ist das Geheimnis deines Erfolges?

Chevin: Gibt es das? – Ich weiss es nicht. Ich glaube, es ist die Liebe zur Musik, die mich antreibt.

Eine Nachricht für deine Fans?

Chevin: Kommt an die Konzerte! Ich habe eine super coole Band mit tollen Musikern, die man einfach gern haben muss und denen man gerne zuhört, weil sie eine unglaubliche Spielfreude haben. Wir haben eine super coole Show zusammengestellt, welche für ein Wechselbad der Gefühle sorgen wird.

Cover TREND MAGAZIN 03/2013Dieses Interview ist im trend magazin Nr. 03/2013 auf Seite 18 erschienen.
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